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"Alice für Deutschland"

Weidel laut "Bild"-Umfrage die beliebteste Politikerin Deutschlands

Die AfD-Chefin geht aus einer neuen Umfrage als beliebteste Politikerin hervor. Das Ergebnis ist aber mit Vorsicht zu genießen: In einer anderen Umfrage kam Weidel auf den letzten oder vorletzten Platz. Die AfD feiert trotzdem – mit einer Nazi-Provokation.


Glaubt man der INSA-Umfrage, ist Alice Weidel populärer als alle Spitzenpolitikerinnen der demokratischen Parteien (Bild: IMAGO / dts Nachrichtenagentur)
  • 17. Dezember 2025, 11:33h 3 Min.

Die lesbische AfD-Chefin Alice Weidel ist laut einer INSA-Umfrage im Auftrag der "Bild"-Zeitung die beliebteste Politikerin in Deutschland. Im Beliebtsheitscheck der 20 bedeutendsten Politiker*innen erreichte sie Rang fünf – und war damit die beste unter den neun abgefragten Frauen. Die 46-Jährige erreichte 3,8 von zehn möglichen Punkten.

Beliebtester Politiker ist demnach SPD-Verteidigungsminister Boris Pistorius (5,1 Punkte), der deutlich vor CSU-Chef Markus Söder und dem NRW-Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (CDU) liegt, die beide je 4,1 Punkte erreichten. Auf Platz vier kam Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU).

Unter den weiteren Frauen schnitt Bundestagspräsidentin Julia Klöckner mit Platz sieben am besten ab. Die CDU-Politikerin sorgte dieses Jahr insbesondere mit ihrem Kampf gegen die Regenbogenfahne für Schlagzeilen (queer.de berichtete). BSW-Chefin Sahra Wagenknecht liegt auf Rang zehn, SPD-Chefin Bärbel Bas auf Rang zwölf, Linken-Chefin Heidi Reichinnek auf Rang 13 und Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) auf Rang 14. Unbeliebteste Politikerin ist demnach Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge auf Rang 17.

Auf dem insgesamt letzten Platz liegt der offen schwule Christdemokrat und Unionsfraktionschef Jens Spahn mit deutlichem Abstand (3,0 von 10 Punkten). Damit verhinderte Spahn eine Blamage für Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der es nur auf dem 19. Platz schaffte.

AfD freut sich mit SA-Spruch über Umfrage

Die Beliebtheit von Weidel wird von ihrer Partei in Social-Media-Portalen bereits gefeiert. So schrieb ihr Bundestagskollege Martin Reichardt auf Facebook: "Das ist kein Wunder! Alice für Deutschland!" Damit spielte er auf den Spruch "Alles für Deutschland" an, der während der Zeit des Nationalsozialismus von der Sturmabteilung (SA), der paramilitärischen Kampforganisation der NSDAP, verwendet wurde.

Die SA war übrigens auch von einer homosexuellen Person angeführt worden, von Ernst Röhm. Der schwule SA-Chef wurde ein Jahr nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten von seinen Partei-"Freunden" ermordet.

Andere Ergebnisse bei anderen Forschungsinstituten

Die INSA-Umfrage fällt aus der Reihe, weil anderswo Alice Weidels Popularität weit niedriger eingeschätzt wird. In der vor einer Woche veröffentlichten Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen über die zehn wichtigsten Politiker*innen belegte Alice Weidel noch abgeschlagen den letzten Platz. Die AfD-Politikerin lag in der vom ZDF beauftragten Umfrage damit weit hinter Bärbel Bas, Katherina Reiche und Sahra Wagenknecht. Bei der Dezember-Forsa-Umfrage schaffte es Weidel immerhin auf Platz 18 von 20 Politiker*innen – und konnte sich damit knapp vor Wagenknecht positionieren, aber weit hinter anderen Politikerinnen wie Bas oder Heidi Reichinnek.

Das Meinungsforschungsinstitut INSA wird oft wegen seiner Umfragen, in der die AfD meist stärker abschneidet als bei anderen Instituten, kritisiert. Grund muss dabei nicht Manipulation sein, vielmehr könnten die Unterschiede an der unterschiedlichen Erhebungsweise liegen. So führt etwa die Forschungsgruppe Wahlen telefonische Interviews im Festnetz oder Mobilfunk durch und nutzt dafür eine Zufallsstichprobe. INSA bekommt seine Ergebnisse hingegen mit einem Online-Panel, befragt also Menschen, die sich freiwillig registriert haben. Hier könnten überdurchschnittlich viele politisch aktive Menschen registriert sein, die etwa dank der starken Online-Präsenz der AfD beeinflusst werden. Die Forschungsgruppe Wahlen ist laut einer Untersuchung von PolitPro bei Wahlen etwas näher am echten Endergebnis, aber es ist – anders als die Umfrage der beliebtesten Politiker*innen – knapp. (dk)

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