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Per Mittelentzug

US-Regierung will geschlechts­angleichende Behandlungen verhindern

Trumps Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. kündigte an, allen Krankenhäusern Bundesmittel zu streichen, die Minderjährigen geschlechtsangleichende Behandlungen anbieten oder Pubertätsblocker verschreiben.


US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. verbietet geschlechtsangleichende Behandlungen an Minderjährigen (Bild: Joyce Boghosia / United States Department of Health and Human Services / wikipedia)
  • 19. Dezember 2025, 04:22h 3 Min.

Die US-Regierung von Präsident Donald Trump will geschlechtsangleichende Behandlungen bei Minderjährigen mit finanziellem Druck verhindern. Trumps Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. kündigte am Donnerstag in Washington an, allen Krankenhäusern Bundesmittel zu streichen, die hormonelle Behandlungen und operative Eingriffe zur Geschlechtsangleichung anbieten oder Jugendlichen Pubertätsblocker verschreiben. Über die staatlichen Krankenversicherungsprogramme Medicaid und Medicare können dann keine Leistungen mehr abgerechnet werden.

Betroffen sind nahezu alle US-Kliniken. Medicaid und Medicare stellen für viele Krankenhäuser eine zentrale Finanzierungsquelle dar. Während Medicaid Menschen mit geringem Einkommen absichert, richtet sich Medicare auch an ältere Personen und Menschen mit Behinderungen. "Diese Maßnahme soll sicherstellen, dass die US-Regierung keine Geschäfte mit Organisationen tätigt, die Kindern absichtlich oder unabsichtlich dauerhaften Schaden zufügen", heißt es in der Mitteilung des Gesundheitsministeriums.

Gegen die neuen Vorschriften wird mit einer Klagewelle gerechnet

Kennedy sprach von einem "Missbrauch" und nannte die Möglichkeit zur Transition eine "Schrottwissenschaft, die von ideologischen Motiven getrieben ist". Minderjährige wie auch Erwachsene mit geringem Einkommen würden geschlechtsangleichende Behandlungen nach seinem Vorstoß zudem nicht mehr von dem Gesundheitsprogramm Medicaid bezahlt bekommen.

Die neuen Regeln sollen sogar für US-Bundesstaaten gelten, in denen solche Eingriffe legal sind. Deshalb wird mit einer Klagewelle gegen die neuen Vorschriften gerechnet. Sie treten erst nach einer Reihe öffentlicher Anhörungen in Kraft.

Eine transfeindliche Maßnahme von vielen

Die in vielen Bereichen transfeindlich agierende Trump-Regierung hatte im März bereits die Kostenübernahme von geschlechtsangleichenden Behandlungen bei Veteran*­innen gestoppt (queer.de berichtete). Auch bei im Dienst befindlichen trans Militärangehörigen gibt es diese Übernahme nicht mehr, vor allem wurden sie aus dem Dienst entlassen und werden als solche nicht mehr neu eingestellt (queer.de berichtete). Im August wurde bekannt, dass die Gesundheits­versorgung von trans Angestellten des Bundes und der Post 2026 endet (queer.de berichtete).

Kurz nach seiner Amtsübernahme hatte Präsident Donald Trump auch mehrere Dekrete erlassen, wonach keine Bundesgelder mehr für geschlechtsangleichende Behandlungen bei Minderjährigen genutzt werden dürften. Ein Richter stoppte das Vorhaben zunächst (queer.de berichtete). Im Juli gab Justizministerin Pam Bondi bekannt, sie habe mehr als 20 Vorladungen an Kliniken und Praxen verschickt, die entsprechende Behandlungen anbieten: "Medizinische Fachkräfte und Organisationen, die im Dienste einer verdrehten Ideologie Kinder verstümmelt haben, werden von diesem Justizministerium zur Rechenschaft gezogen."

Führende medizinische Vereinigungen der USA, aber unter anderem auch die Weltgesundheitsorganisation WHO stimmen im Großen und Ganzen überein, dass aktuelle Behandlungsempfehlungen zu Erwachsenen und Minderjährigen evidenzbasiert und notwendig seien. Laut einer Studie der Universität Kalifornien leben in den USA rund 1,6 Millionen trans Menschen. Mehr als 300.000 von ihnen sind zwischen 13 und 17 Jahre alt. (cw/AFP)

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