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Jahresrückblick, Teil I

Die wichtigsten queeren Filme 2025

Ein exzellentes und vor allem vielfältiges Filmjahr geht zu Ende. Diese 13 queeren Produktionen gehören aus unserer Sicht zu den ganz besonderen Highlights.


Szene aus "Young Hearts" (Bild: Salzgeber)

Keine Frage: 2025 war ein exzellentes und vor allem vielfältiges Filmjahr. Das gilt nicht nur, aber eben auch aus LGBTI-Sicht. Die 13 wichtigsten queeren Filme, die im zurückliegenden Jahr im Kino oder zuhause auf dem Bildschirm im deutschsprachigen Raum für Emotionen, Unterhaltung oder kluge Gedanken sorgten, haben wir hier noch einmal in alphabetischer Reihenfolge zusammengefasst.

15 Liebesbeweise

Als 2014 in Frankreich die Ehe für alle eingeführt wird, gründen Céline und Nadia zusammen eine Familie. Doch gemeinsam ein Kind zu bekommen, dessen Mütter sie auch juristisch beide sind, ist bürokratisch wie emotional nicht ohne Hindernisse. Dass die französische Regisseurin Alice Douard ihren ersten langen Spielfilm auf autobiografischen Erfahrungen basiert hat, lässt sich ob seiner Wahrhaftigkeit erahnen. Daneben besticht "15 Liebesbeweise" aber auch mit Charme, Zärtlichkeit und schauspielerischen Glanzleistungen, allen voran von Ella Rumpf ("Raw").
So nervenaufreibend ist die Stiefkindadoption für ein lesbisches Paar (23.11.2025)

Come See Me in the Good Light


Szene aus "Come See Me in the Good Light"

Wenige Filme dürften in diesem Jahr so sehr berührt haben wie dieser Dokumentarfilm über Dichter*in Andrea Gibson. Dass liegt nicht nur daran, dass "Come See Me in the Good Light" (produziert u.a. von niemand anderem als Tig Notaro) die nichtbinäre Person begleitet, die unheilbar an Krebs erkrankt ist. Sondern vor allem daran, dass der schwule Regisseur Ryan White weniger vom Sterben als vom Leben und nicht zuletzt von Gibsons wundervoller Beziehung zu Ehefrau Megan Falley (die ebenfalls Lyrikerin ist) erzählt.
Die letzten Monate des queeren Spoken-Word-Stars Andrea Gibson (14.11.2025)

Dreamers

Noch ein Regiedebüt auf unserer diesjährigen Liste, und auch dieses ist inspiriert von eigenen Erlebnissen der Regisseurin. Joy Gharoro-Akpojotor erzählt von Isio (Ronke Adékoluẹjo), die in Großbritannien ohne Papiere aufgegriffen wird und in Abschiebehaft landet. Während sie fürchtet, in ihre Heimat abgeschoben zu werden, wo sie aufgrund ihrer Homosexualität verfolgt würde, verliebt sie sich in ihre Zimmergenossin Farah. So hoffnungsvoll wie "Dreamers" war 2025 kaum ein Film, selbst wenn auch hier die träumerischen Utopien mitunter von flüchtiger Natur sind.
Lesbische Liebe im Abschiebezentrum (29.11.2025)

Hedda

Klassiker sind selbiges nicht ohne Grund, doch manchmal tut es auch gut, wenn sich jemand traut, ihnen einen neuen Twist zu verpassen. So wie es Regisseurin Nia DaCosta bei ihrer visuell prächtigen Ibsen-Adaption tut. Aus dem einstigen Liebhaber der unglücklich verheirateten Titelheldin (hier gespielt von der queeren Tessa Thompson) wird hier kurzerhand eine Frau, und nicht nur die Tatsache, dass die von Nina Hoss verkörpert wird, verleiht "Hedda" einen ganz eigenen Reiz.
Queeres Sextett beim Zurich Film Festival (17.09.2025)

Die jüngste Tochter

Fatima (Nadia Melliti) ist noch mittendrin im Erwachsenwerden, irgendwo zwischen Schulabschluss und Studienanfang. Sie fühlt sich geradezu zerrissen zwischen ihrer muslimischen Familie, ihrem Glauben und ihrer Queerness, und für all diese Emotionen findet Regisseurin Hafsia Herzi, sonst selbst als Schauspielerin bekannt, sehr bewegende Momente, ohne die erwartbare Klischees, aber voller Wärme. Und der Schauspieldebütantin Melliti ringt sie eine stille, eindrucksvoll zurückgenommene Performance ab, die in Cannes mit dem Darstellerinnen-Preis bedacht wurde. Die Queer Palm gab es für "Die jüngste Tochter" ebenfalls.
Wenn der Imam sagt, dass Homosexualität verboten sei (12.12.2025)

Misericordia


Szene aus "Misericordia" (Bild: Salzgeber)

Dass Alain Guiraudie zu Frankreichs ungewöhnlichsten und spannendsten Regisseuren gehört, wurde spätestens 2013 mit "Der Fremde am See" zur Gewissheit. "Misericordia" ist nun sein erster Film seither, der es in die deutschen Kinos schaffte – und das mit gutem Grund. Die Geschichte eines Mannes (Félix Kysyl), der anlässlich der Beerdigung des Vaters seines früheren Schulfreundes in sein Heimatdorf zurückkehrt, ist so sperrig wie rätselhaft, so faszinierend wie abgründig. Neben Barmherzigkeit geht es hier auch um sexuelles, nicht zuletzt queeres Begehren, ohne dass erwartbare Ideen oder gängige Konventionen bedient werden.
Zwei Tote, viel Pastis und unterstellte Affären mit allen (05.03.2025)

Oslo-Stories

Gleich drei Filme auf einmal fassen wir hier zusammen, denn mit "Sehnsucht", "Liebe" und "Träume", wie sie im Untertitel heißen, hat der norwegische Regisseur Dag Johan Haugerud eine Trilogie geschaffen, die eher thematisch und örtlich als in der Handlung zusammenhängt. Queerness nimmt dabei mit großer Selbstverständlichkeit viel Raum ein. In "Sehnsucht" träumen zwei Schornsteinfeger davon, ihrer Hetero-Cis-Normativität zu entkommen, in "Liebe" geht es unter anderem um einen schwulen Krankenpfleger und "Träume", der auf der Berlinale mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet wurde, erzählt von der jungen Johanne, die sich in ihre Lehrerin verliebt. Wundervoll klug und enorm zärtlich sind sie alle drei.
Ein Loblied auf das Cruising (16.04.2025)
Wenn sich eine Schülerin Hals über Kopf in ihre Lehrerin verliebt (08.05.2025)
Zwei Schornsteinfeger erzählen einander von queeren Erlebnissen (19.05.2025)

Peter Hujar's Day

Wie aufregend kann es sein, zwei Menschen einen ganzen Film lang bei ihren Gesprächen zuzuhören? Sehr, wie der neue Film von Queer-Cinema-Ikone Ira Sachs beweist. Über 76 Minuten ist "Peter Hujar's Day" eigentlich nur das Protokoll eines Tages im Leben des schwulen Fotografen Peter Hujar, der sich im Dezember 1974 vor allem mit seiner guten Freundin unterhielt, der Autorin Linda Rosenkrantz (auf deren Buch der Film basiert). Weil Sachs dafür schlichte, aber betörende Bilder findet und Ben Whishaw und Rebecca Hall in ihren Rollen zu ganz großer Form auflaufen, kann man gar nicht genug bekommen von diesen Dialogen, die so viel erzählen über kreative Prozesse, Freundschaft und die New Yorker Kulturszene der 1970er Jahre.
Warum "Peter Hujar's Day" ein bemerkenswerter Film ist (04.11.2025)

Queer


Szene aus "Queer" (Bild: MUBI)

Gleich zwei neue Filme hatte der schwule Regisseur Luca Guadagnino in diesem Jahr am Start. Während in "After the Hunt" mit Julia Roberts Queerness eher am Rande präsent ist, ist bei seiner Burroughs-Adaption "Queer" der Name Programm. Oder auch nicht, denn obwohl hier Daniel Craig als Amerikaner im Mexiko der 1950er Jahre am nie vollständig erwiderten Begehren nach dem jungen Eugene (Drew Starkey) leidet, geht es bei Licht betrachtet in "Queer" eigentlich um Heroin-Sucht. Das Ergebnis ist ein durchaus verstörender Fiebertraum, in dem neben Craig in Bestform nicht zuletzt Jason Schwartzman als Ginsberg-Wiedergänger sowie ein kleiner Auftritt von Omar Apollo begeistern.
Kinofilm "Queer": So haben wir Daniel Craig wirklich noch nie erlebt! (20.12.2024)

Twinless

Ganz ehrlich: Dass niemand den zweiten Film des schwulen Regisseurs und Schauspielers James Sweeney in die deutschen Kinos gebracht hat, ist eine Frechheit. Denn "Twinless" (verfügbar als Video on Demand) gehört zu den cleversten und witzigsten filmischen Höhepunkten des Jahres. Hinter der sich zaghaft entwickelnden Freundschaft zwischen zwei sehr unterschiedlichen jungen Männern, die beide um ihre Zwillingsbrüder trauern, tun sich schnell unerwartete Abgründe auf; mehr sollte man über den Plot vorab gar nicht wissen. Deswegen nur so viel: Der Tonfall hier ist ein gewagter, aber atemberaubend gelungener Balanceakt, die Sexszenen sind heiß und Dylan O'Brian als neben Sweeney zweiter Hauptdarsteller leistet in einer Doppelrolle Bemerkenswertes.
Obsession für einen schwulen Zwilling (30.11.2025)

Unterwegs im Namen der Kaiserin


Szene aus "Unterwegs im Namen der Kaiserin" (Bild: ZDF / ​Sophie Wanninger)

Nach der Weltpremiere beim Filmfest München schaffte es "Unterwegs im Namen der Kaiserin" zwar nicht regulär auf die Leinwand, doch dafür kann man den Film nun online beim ZDF finden. Und das lohnt sich, denn in ihrem Regiedebüt schickt die Schriftstellerin Jovana Reisinger nicht nur drei Freund*innen auf die Suche nach dem Jungbrunnen, sondern nimmt Heimatfilm-Mythen aus Korn, bricht mit dem Kitsch-Konsens rund um Kaiserin Sisi und untersucht den allgegenwärtigen Schönheitswahn. Ein famos queer-feministisches und herrlich komisches Werk, dessen große Stärke neben den Dialogen das gespreizte Spiel von Julia Windischbauer, Thomas Bauer und vor allem Benjamin Radjaipour ist.
Beim Filmfest München feiert "Euphorie" Weltpremiere (24.06.2025)

The Wedding Banquet

Zugegeben: Anders als Ang Lees gleichnamiges Original aus dem Jahre 1993 hat die recht freie Neuverfilmung nicht unbedingt das Zeug zum Klassiker. Trotzdem gelingt dem schwulen Regisseur Andrew Ahn etwas Besonderes, nämlich eine charmante romantische Komödie (dieses Mal steht eine Scheinehe zwischen einem queeren Koreaner und seiner guten lesbischen Freundin im Mittelpunkt), die Raum bietet für Ernsthaftigkeit und Albernheit, mit denen hier Identitätsfragen verhandelt werden. Dass das Ensemble fast ausschließlich aus queeren People of Color wie Kelly Marie Tran, Lily Gladstone und Bowen Yang besteht, ist in "The Wedding Banquet" das i-Tüpfelchen.
"The Wedding Banquet": Lohnt sich die Neuverfilmung? (31.05.2025)

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Young Hearts

Zwischen dem 14-jährige Elias und seinem neuen, gleichaltrigen Nachbar Alexander entsteht irgendwo in der belgischen Provinz schnell eine enge Freundschaft, aus der schließlich auch noch ganz andere Gefühle erwachsen. Mit viel Feingefühl und Händchen für Atmosphäre erzählt Anthony Schatteman in seinem ersten abendfüllenden Spielfilm von Jungs-Gefühlen in jener kurzen, delikaten Zeit, bevor die Pubertät endgültig zuschlägt. Dass die beiden jungen Hauptdarsteller Lou Goossens und Marius De Saeger dabei ihren Aufgaben mehr als gewachsen sind, trägt wesentlich zum Gelingen von "Young Hearts" bei, der auch das Herz älterer Zuschauer*innen erwärmen dürfte.
Die Magie der ersten Gefühle (14.01.2025)

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27.12.25 | Jahresrückblick, Teil VII
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