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Jahresrückblick, Teil II

Die wichtigsten queeren Serien 2025

Queere Geschichten und Figuren gibt es inzwischen in immer mehr Serien aus aller Welt zu entdecken. Diese zehn Shows haben uns dieses Jahr ganz besonders begeistert.


Szene aus "Boots" (Bild: Netflix)

Während alle Welt aktuell über "Heated Rivalry" spricht, muss sich das deutschsprachige Publikum noch eine Weile gedulden, bis die meistbesprochene queere Serie 2025 hoffentlich auch mal unsere Bildschirme erreicht. In unserer Liste der wichtigsten queeren Serien des Jahres taucht die Geschichte der ungeouteten Eishockey-Spieler also noch nicht auf. Doch auch ohne sie gab es in den zurückliegenden Monaten aus LGBTI-Sicht einiges Sehenswertes zu streamen, wie unser Überblick (zur Abwechslung mal umgekehrt alphabetisch sortiert) zeigt.

Yo, Adicto

Während sich die mit viel Marketing-Aufwand und großen Erwartungen daherkommende spanische Serie "Olympo" (Netflix) eher als Enttäuschung erwies und trotz Augustín Della Corte als schwulem Rugby-Spieler nicht mit "Elite" (von der gleichen Produktionsfirma) mithalten konnte, wusste eine andere spanische, mit viel Verspätung in Deutschland ankommende Serie zu begeistern. In "Yo, Adicto" verarbeitet der schwule Autor und Regisseur Javier Giner ganz autobiografisch seine eigenen Erfahrungen mit Alkohol-, Drogen- und Sexsucht, was in einem schonungslosen wie intensiven Sechsteiler mündet, der auf schmerzhaft ehrliche Weise vom Überleben erzählt. Hauptdarsteller Oriol Pla ist so gut, dass er für die Hauptrolle mit Preisen überhäuft wurde (u.a. mit dem International Emmy). Und der queere "Elite"-Star Omar Ayuso überzeugt hier in einer Nebenrolle. (Disney+)

Wayward


Szene aus "Wayward" (Bild: Michael Gibson / Netflix)

Zu den Serien, die 2025 definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient hätten, gehört ohne Frage "Wayward", erdacht von Mae Martin. Martin, bekannt geworden durch "Feel Good", spielt auch gleich selbst die Hauptrolle: Der junge trans Polizist Alex kommt mit seiner schwangeren Freundin zurück in deren Heimatort, wo schnell klar wird, dass nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Was auch zwei neu ankommende Teenager an der örtlichen Akademie für schwererziehbare Jugendliche realisieren, bei deren Leiterin (Toni Collette) alle Fäden zusammenlaufen zu scheinen. Ein Mystery-Grusel-Drama mit erzählerischen Schwächen, das aber atmosphärisch überzeugt und mit reizvollen Figuren sowie vielen queeren Beteiligten vor und hinter der Kamera (inszeniert hat u.a. "Heartstopper"-Regisseur Euros Lyn) begeistert. (Netflix)

Überkompensation

In seiner ersten eigenen Serie spielt Social-Media-Star Benito Skinner einen jungen Studenten, der – frisch der Highschool und dem Elternhaus entkommen – auch am College noch die Fassade der Heterosexualität aufrecht zu halten versucht. Dass alle Schauspieler*innen rund zehn Jahre zu alt sind für ihre Rollen gehört zum Konzept dieser ausgesprochen witzigen Comedy-Serie, in der Albernheit und Absurdität ebenso Hand in Hand gehen wie deftige Sex-und Fäkalgags mit endlosen Popkultur-Referenzen und rührender Niedlichkeit. Und wer genau hinsieht, macht sogar den einen oder anderen ernsthaften Gedanken zu performativer Maskulinität oder der Toxizität des Unterdrückens der eigenen Identität aus. (Prime Video)
Eine College-Serie mit schwuler Hauptfigur (21.05.2025)

Pluribus


Szene aus "Pluribus" (Bild: Apple TV)

Der Herbst wartete jüngst mit gleich mehreren Serien über nicht gerade frohgemute lesbische Schriftstellerinnen auf. Während Claire Danes in "The Beast in Me" (Netflix) sich auf einen riskanten Deal mit ihrem mordverdächtigten Nachbarn einlässt, muss Rhea Seehorn in "Pluribus – Glück ist ansteckend" damit klarkommen, dass plötzlich fast der gesamte Rest der Menschheit zu einem einzigen Bewusstsein gleichgeschaltet wurde. Das neue Werk von Vince Gilligan ("Breaking Bad") besticht nicht nur mit einem anspruchsvollen und faszinierenden Dystopie-Konzept, sondern auch mit sehenswerter Bildgestaltung und vor allem einer Hauptdarstellerin, die wirklich Außergewöhnliches leistet. (Apple TV)
Eine grummelige Lesbe will die Menschheit retten (02.12.2025)

Pee-Wee privat – Amerikas Kultfigur im Porträt

Weniger eine echte Serie als ein zweiteiliger Film, gehört "Pee-Wee privat – Amerikas Kultfigur im Porträt" ohne Frage zu den Streaming- und vor allem Doku-Highlights des Jahres. Der schwule Regisseur Matt Vogel nimmt dabei den Komiker und Schauspieler Paul Reubens und seine in den USA vor allem in den 1980er Jahren enorm populäre Kunstfigur Pee-wee Herman gleichermaßen unter die Lupe, was selbst dann eine faszinierende, von Höhen und Tiefen geprägte Lebensgeschichte ist, wenn man von beiden nie vorher gehört hat. Besonders spannend neben jeder Menge Archivmaterial: die durchaus angespannten, kurz vor seinem Tod geführten Gespräche mit Reuben persönlich, der hier erstmals öffentlich seine Homosexualität thematisiert. (Wow)
Pee-Wee, die queere Ikone (06.11.2025)

Mid-Century Modern


Szene aus "Mid-Century Modern" (Bild: Disney / Chris Haston)

Drei im weitesten Sinne in die Jahre gekommene Freunde und eine ältere Mutter, die sich für eine Alters-WG zwischen Palmen zusammentun? Kein Wunder, dass da von Anfang Erwartungen an eine schwule Antwort auf die "Golden Girls" im Raum standen. Am Ende war "Mid-Century Modern" allerdings statt einem zeitlosen Klassiker bloß eine etwas altmodische Sitcom mit Lachern aus der Konserve. Nach zwei, drei Folgen findet die Serie von Max Mutchnick und David Kohan allerdings zusehends ihren Groove (und immer mehr Witz), die noch während der Dreharbeiten verstorbene Linda Lavin ist eine Wucht – und schwule Männer jenseits des Twink-Alters in einem solchen Format dezidiert queere Themen erörtern zu sehen, dann doch eine Freude. Schade, dass es mit Nathan Lane, Matt Bomer und Nathan Lee Graham jenseits der ersten Staffel nicht weitergeht. (Disney+)
"Mid-Century Modern": Ein großer Spaß mit ernsten Zwischentönen (18.04.2025)

The Hunting Wives

Eine der Überraschungen des Jahres: Eine Hochglanz-Seifenoper mit Trash-Appeal entpuppt sich als fabelhaft queere Unterhaltung. Nicht dass Missverständnisse aufkommen: Anspruchsvolles, komplexes Fernsehen ist die Geschichte von Sophie (Brittany Snow), die es mitsamt Mann und Sohn nach Texas verschlägt, wo sie sich schnell inmitten neureicher, waffen-liebender High Society-Ehefrauen rund um Jagd-Königin Margo (Malin Akerman) wiederfindet, nicht unbedingt. Aber verdammt kurzweilig ist die mit einem Mord beginnende Mischung aus Intrigen, dunklen Geheimnissen und jeder Menge Softcore-Sex allemal. Nicht zuletzt, weil letzteren nicht selten die Frauen untereinander haben. Eine zweite Staffel ist nicht ohne Grund schon im Dreh! (MagentaTV)

House of Bellevue


Szene aus "House of Bellevue" (Bild: ZDF / Daniel Lwowski)

Manchmal ist das größte Geschenk, dass eine Serie ihrem Publikum machen kann, die Tatsache, dass sie überhaupt existiert. So ist es der Fall bei "House of Bellevue", die als praktisch ausschließlich mit Queers und BIPoC besetzte Geschichte über die Ballroom-Szene Berlins in der hiesigen Fernsehlandschaft von kostbarer Seltenheit ist. Ohne Schwächen ist die von Kai S. Pieck erdachte Serie nicht, aber nicht nur dank viel (auch tänzerischer) Energie und dem Herzen am rechten Fleck bleibt man hier gerne dran. Zumal das in jeder Hinsicht diverse Ensemble mit großer Freude aufspielt, von Newcomern wie Rico-Jarrett Boateng oder Nora Henes über den großartigen, sonst als Sänger bekannten Lie Ning und den enorm charismatischen Abed Haddad bis hin zu Ilonka Petruschka als DJ-Ikone oder der unwiderstehlichen Florence Kasumba. (ZDF.de)
Tens across the board: "House of Bellevue" ist ein queeres Juwel für das deutsche Fernsehen (27.11.2025)

Boots

Lange bevor das US-Militär sich auch offiziell für homosexuelle Menschen öffnete, beschließt der schwule Teenager Cameron (Miles Heizer) zusammen mit seinem besten Freund, zu den Marines zu gehen, um so seine Männlichkeit unter Beweis zu stellen. Aus dieser Geschichte, die auf dem autobiografischen Buch "The Pink Marine" von Greg Cope White basiert, macht Showrunner Andy Parker eine Mischung aus Komödie und Drama, die nicht an Militärkritik interessiert ist, aber immerhin die schlimmsten Klischees vermeidet und mit interessanten, von vielen queeren Schauspieler*innen verkörperten Figuren als Coming-of-Age-Story gut funktioniert. Trumps Pentagon war nicht zu blöd, "Boots" als "woke garbage" zu bezeichnen, aber ob das am Ende tatsächlich der Grund dafür war, dass es keine zweite Staffel geben wird, wird wohl nicht so schnell zu beantworten sein. (Netflix)
"Boots": Queere Dramödie und Propagandafilm zugleich (15.10.2025)

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Adults

Humorvolle Geschichten über die Gen Z wurden 2025 gleich mehrfach in Serienform erzählt, und nirgends ging es dabei so lustig und sympathisch zu wie in "Adults". Fünf jungen Menschen leben zusammen in einem Haus im New Yorker Stadtteil Queens und lassen sich durchs noch recht undefinierte Leben treiben, darunter auch der queere Anton (Owen Thiele). Ein bisschen bissiger, hintersinniger und enervierender, aber ebenfalls herrlich komisch: das von Rachel Sennott erdachte Westküsten-Pendant "I Love LA" (Wow), unter anderem mit Jordan Firstman als festem Bestandteil der Clique. Und weil man auch in seinen Dreißigern sein Leben noch nicht immer voll im Griff hat, sei auch Lena Dunhams Millenial-RomCom "Too Much" (Netflix) mit dem bisexuellen Shooting Star Megan Stalter und dem entzückenden Will Sharpe in den Hauptrollen empfohlen. (Disney+)

31.12.25 | Jahresrückblick, Teil XI
Die populärsten queer.de-Geschichten des Jahres 2025
30.12.25 | Jahresrückblick, Teil X
In Memoriam 2025
29.12.25 | Jahresrückblick, Teil IX
Die 15 bedeutendsten Coming-outs des Jahres 2025
28.12.25 | Jahresrückblick, Teil VIII
Tiefpunkte des Jahres 2025
27.12.25 | Jahresrückblick, Teil VII
Höhepunkte des Jahres 2025
26.12.25 | Jahresrückblick, Teil VI
Die wichtigsten queeren Romane 2025
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