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Jahresrückblick, Teil III

Die queeren Shooting Stars 2025 in Film und TV

Diese zehn Filmschaffenden aus der LGBTI-Community sorgten in den zurückliegenden zwölf Monaten vor und hinter der Kamera für besonders viel Aufsehen – und werden sicherlich auch in Zukunft für ordentlich Furore sorgen.


Die lesbische Schauspielerin Erin Doherty wurde im September mit einem Emmy ausgezeichnet (Bild: IMAGO / Future Image)

Nicht wenige queere Stars konnten 2025 richtig groß auftrumpfen. Jonathan Bailey wurde beispielsweise dank "Jurassic World – Die Wiedergeburt" und "Wicked: Teil 2" nicht nur umsatzstärksten Schauspieler überhaupt, sondern vom Magazin "People" auch zum "Sexiest Man Alive" gewählt. Cynthia Erivo darf neben dem Erfolg von "Wicked: Teil 2" auch auf ihre zweite Oscar-Nominierung und ein neues Album zurückblicken. Und Cole Escola durfte für den Broadway-Sensationserfolg "Oh, Mary" einen Tony Award mit nach Hause nehmen und wurde im Anschluss für eine ganze Reihe neuer Rollen gebucht.

Ganz so weit sind die zehn Namen auf unserer Liste noch nicht unbedingt. Aber auch für sie war 2025 ein fraglos exzellentes Jahr, das mindestens beruflichen einen echten Einschnitt darstellte.

Tramell Tillman


Tramell Tillman in "Severance" (Bild: Apple TV)

Als 2022 die so ungewöhnliche wie komplexe Serie "Severance" bei Apple TV an den Start ging, wurde Tramell Tillman als Seth Milchick zwischen all der Aufmerksamkeit, die Schöpfer Ben Stiller und Hauptdarsteller Adam Scott sowie dem Kuss zwischen Christopher Walken und John Turturro entgegengebracht wurde, vergleichsweise wenig beachtet. Das änderte sich nun zum Glück mit der zweiten Staffel, die dem schwulen Schauspieler aus Washington D.C. sogar einen Emmy als Bester Nebendarsteller einbrachte. Als sei das nicht genug der Ehre, durfte er in "Mission: Impossible – The Final Reckoning" auch noch die Leinwand mit Tom Cruise teilen. Neue Rollen bescherte der Durchbruch dem 40-jährigen ebenfalls: 2026 wird er im neuen "Spider-Man" zu sehen sein, und für den nächsten Film von Lena Dunham stand er auch bereits vor der Kamera.

Erin Doherty


Erin Doherty in "Adolescence" (Bild: Ben Blackall / Netflix)

Wer in den letzten Jahren einigermaßen aufmerksam britische Serien geguckt hat, wird Erin Doherty schon einmal wahrgenommen haben. In zwei Staffeln von "The Crown" spielte sie neben Josh O'Connor Prinzessin Anne, als Protagonistin der spannenden Thriller-Serie "Chloe" bekam die lesbische Engländerin exzellente Kritiken. Doch so richtig platzte der Erfolgsknoten erst 2025. Erst spielte sie die Hauptrolle in der Historien-Box-Serie "A Thousand Blows" (Staffel 2 startet im Januar bei Disney+), dann schlug der Vierteiler "Adolescence" ein wie eine Bombe. Eine einzige, sich ungeschnitten über eine Folge erstreckende Szene als Psychologin in einer Verhör-Situation hat Doherty darin – und meisterte diese Aufgabe so sensationell, dass sie dafür mit dem Emmy ausgezeichnet wurde (queer.de berichtete).

Eva Victor


Eva Victor in "Sorry, Baby" (Bild: A24)

Mit feministischen Texten und Videos begann Eva Victors Medienkarriere, später folgten Schauspielrollen in Serien wie "Billions" oder "Super Pumped: Der Kampf um Uber". Echte Bekanntheit erlangte Victor – queer und nicht-binär, aber auch die weiblichen Pronomen verwendend – nun mit ihrem ersten eigenen Film "Sorry, Baby", den sie als Regisseur*in, Drehbuchautor*in und Hauptdarsteller*in verantwortete. Schon zur Weltpremiere im Januar 2025 beim Festival in Sundance gab es für die tragikomische Geschichte einer Literaturwissenschaftlerin und ihres Umgangs mit einem sexuellen Übergriff einen Preis. Und nun gilt Victor für das wirklich wundervolle, aktuell in deutschen Kinos laufende Werk sogar als Anwärter*in auf einen Drehbuch-Oscar.

Owen Thiele


Owen Thiele in "Adults" (Bild: FX)

Ein paar Jahre lang war Owen Thiele, geboren in Texas und aufgewachsen in Los Angeles, bloß ein Content Creator wie viele andere auch. Mit der Ausnahme vielleicht, dass er gleich in zwei Musikvideos von Taylor Swift mitwirkte. Doch dann begann der schwule Adoptivsohn des Musikers Bob Thiele jr. (der u.a. mit Bette Midler gearbeitet hat), sich auch als Schauspieler zu versuchen und war u.a. in "Hacks" oder dem Film "Theater Camp" zu sehen. 2025 spielte er nun in gleich drei der lustigsten Serien des Jahres mit: neben einem kleinen Auftritt in Lena Dunhams "Too Much" und einer Nebenrolle in der queeren College-Geschichte "Überkompensation" ist er auch einer der Protagonist*innen in der herrlich komischen Millenial-Freundschafts-Comedy "Adults".

Jeff Hiller


Jeff Hiller in "Somebody Somewhere" (Bild: Max)

2025 hieß es auch Abschied nehmen, etwa von einer der schönsten Serien der vergangenen Jahre: "Somebody Somewhere" von und mit Bridget Everett ging Anfang des Jahres nach drei wundervollen Staffeln zu Ende. Zu feiern gab es in diesem Kontext dann allerdings doch noch etwas. Denn Nebendarsteller Jeff Hiller, der jahrelang mit winzigen Rollen in zahllosen Filmen und Serien ums Überleben kämpfen, gewann für die Serie im Herbst vollkommen überraschend, um nicht zu sagen: sensationell einen Emmy. Jetzt heißt es Daumen drücken, dass der schwule 50-jährige, der in diesem Jahr auch seine Autobiografie "Actress of a Certain Age" veröffentlichte, gehörigen Profit aus dieser neuen Aufmerksamkeit schlagen kann. In einer Episode der viel beachteten neuen Serie "Pluribus" war er kürzlich immerhin schon zu sehen.

Lukas von Horbatschwesky


Lukas von Horbatschwesky in "In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte" (Bild: ARD / Michael Kremer)

Keine Frage: als einer der spannendsten jungen Schauspieler in der deutschen Film- und Fernsehbranche empfiehlt sich Lukas von Horbatschwesky bereits seit einigen Jahren. Nach seiner durchaus autobiografisch inspirierten ersten Rolle als junger trans Mann in der Serie "Druck" war er unter anderem in der Serie "Pauline" oder dem Kinoerfolg "Alter weißer Mann" zu sehen. 2025 allerdings war der Wahl-Berliner omnipräsent – und das nicht nur auf der Vaganten Bühne, wo er immer wieder mit spannenden Shows und Inszenierungen beeindruckt. Auf dem Bildschirm wusste er in der zweiten Staffel "Intimate", der Mockumentary "Messiah Superstar", einer Episode "In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte" und vor allem dem Fernsehfilm "Von uns wird es keiner sein" (mit Sabin Tambrea als schwulem Lehrer) zu überzeugen.

Robby Hoffman


Robby Hoffman in "Hacks" (Bild: Max)

2025 war ein gutes Jahr für queere Comedians. Matteo Lane gelang der große Durchbruch, Jay Jurden ist langsam mehr als ein Geheimtipp und Caleb Hearon darf sich aktuell über eine Nominierung bei den Critics Choice Awards freuen. Doch niemand startete so eindrucksvoll durch wie Robby Hoffman. Nicht nur ist die lesbische New Yorkerin mit ihrem Stand Up-Programm "Wake Up" bei Netflix zu sehen, sondern stand auch für eine Folge der gefeierten Serie "Dying For Sex" vor der Kamera und wurde für ihre herrlich komische Gastrolle in "Hacks" für den Emmy nominiert. Ganz zu schweigen davon, dass sie nach zwei Jahren Beziehung ihrer Lebensgefährtin Gabby Windey das Ja-Wort gab, die durch die Reality-Show "The Bachelorette" berühmt wurde und ihrerseits 2025 die dritte US-Staffel von "The Traitors" gewann.

Tonatiuh


Tonatiuh in "Kiss of the Spider Woman" (Bild: Roadside Attractions)

Mit einem Auftritt in der Serie "Jane the Virgin" begann Tonatiuh Elizarraraz, der als Sohn mexikanischer Einwanderer*innen in Kalifornien geboren wurde und beruflich auf seinen Nachnamen verzichtet, 2016 seiner Karriere. Nach weiteren kleinen Rollen etwa in den Serien "Vida" und "Promised Land" oder dem Film "Carry-On" hatte er 2025 nun endlich auch einen großen Kino-Auftritt. In der Verfilmung der Musical-Version des Romans "Kiss of the Spider Woman" spielt er die Hauptrolle des schwulen Schaufensterdekorateurs Luis Molina. Auf einen deutschen Kinostart wartet der vom schwulen Oscar-Gewinner Bill Condon inszenierte Film mit Jennifer Lopez noch. Doch Tonatiuh, der selbst queer ist, steht nach diesem auch in Sachen Tanz und Gesang überzeugenden Auftritt definitiv vor einer großen Zukunft.

Yun Huang


Yun Huang in "Mein Name Akim" (Bild: Jonas Thibaut)

Mit sechs Jahren kam die in China geborene Yun Huang nach Deutschland, später studierte sie in der Schweiz Physical Theatre und gab schließlich 2018 in einer "Tatort"-Episode" ihren Einstand im deutschen Fernsehen. Seither war die queere Wahl-Berlinerin in so unterschiedlichen Serien wie "Rote Rosen", "Kleo" oder "Der Alte" zu sehen, doch 2025 war sie präsent wie selten. Im Kino hatte sie eine kleine Rolle im Film "Es geht um Luis" und für Aleksandr Kims von eigenen Erfahrungen inspirierten Film "Mein Name Akim", in dem sie einen trans Mann spielt, wurde Yun Huang für den First Steps Award nominiert. Außerdem feierte beim Festival in Venedig "Silent Friend" von Ildikó Enyedi Weltpremiere, in dem sie eine wichtige Nebenrolle spielt, die man ab dem 15. Januar auch auf deutschen Leinwänden sehen kann.

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Karan Soni


Karan Soni in "A Nice Indian Boy" (Bild: Levantine Films)

Seit 15 Jahren verdient Karan Soni, der in Neu-Delhi geboren wurde und seit seinem Studium in den USA lebt, seinen Lebensunterhalt als Schauspieler. Die Liste der Filme und Serien, in denen der 36-jährige bereits zu sehen war, ist lang und umfasst so unterschiedliche Werke wie "Die Goldbergs", "Office Christmas Party", "Miracle Workers" oder die queere Netflix-Comedy "Special – Ein besonderes Leben". Seine bekannteste Rolle ist allerdings die des Taxifahrers Dopinder in den "Deadpool"-Filmen. In diesem Jahr legte Soni, der mit dem Regisseur Roshan Sethi verheiratet ist, einen so starken Fokus auf queere Projekte wie selten. An der Seite von Jonathan Groff spielte er die Hauptrolle in der entzückenden RomCom "A Nice Indian Boy" (in Deutschland noch nicht verfügbar), in einer Episode der Serie "Pluribus" mit Rhea Seehorn als lesbischer Protagonistin ist er ebenfalls zu sehen und als Sprecher wirkte er am LGBTI-Hörbuch "Murder at the Patel Motel" mit, dass sein schwuler Kollege Maulik Pancholy für Audible umsetzte.

31.12.25 | Jahresrückblick, Teil XI
Die populärsten queer.de-Geschichten des Jahres 2025
30.12.25 | Jahresrückblick, Teil X
In Memoriam 2025
29.12.25 | Jahresrückblick, Teil IX
Die 15 bedeutendsten Coming-outs des Jahres 2025
28.12.25 | Jahresrückblick, Teil VIII
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27.12.25 | Jahresrückblick, Teil VII
Höhepunkte des Jahres 2025
26.12.25 | Jahresrückblick, Teil VI
Die wichtigsten queeren Romane 2025
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