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Buchtipp
"Heated Rivalry": Reicht die heiße Lovestory fürs "beste Werk des Jahres"?
Der Roman zur neuen Serie "Heated Rivalry" ist jetzt erstmals in deutscher Sprache erschienen. Wir erklären, warum der Titel derzeit für so viel Aufsehen sorgt – und zeigen, wie viel Spice in dem Werk steckt.

Szene aus der Serienadaption "Heated Rivalry", die Ende November auf HBO Max in den USA und Australien Premiere feierte (Bild: Sabrina Lantos / HBO Max)
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25. Dezember 2025, 09:43h 4 Min.
In den vergangenen Wochen kam man insbesondere als queere Person kaum an "Heated Rivalry" vorbei. Ob durch die kanadische Serie oder den Roman, auf dem sie basiert: "Die heißeste Rivalität der Liga" ist derzeit allgegenwärtig. Seit Kurzem liegt das Buch auch in deutscher Übersetzung (Amazon-Affiliate-Link ) vor und sorgt auf TikTok für Furore. Die FYI-Page vieler Buchliebhaber*innen wird regelrecht überschwemmt.
Queere Content Creator wie Robin Solf, bekannt aus "Prince Charming", oder Kostas Kind haben den Titel bereits auf ihren Kanälen gefeiert. Doch was macht den Hype aus und weshalb begeistert der Roman auch so viele Menschen außerhalb der queeren Community? Kurz vor Jahresende habe ich selbst zur Lektüre gegriffen, um herauszufinden, ob das Buch tatsächlich das Potenzial hat, als "bestes Werk des Jahres" zu gelten.
Eine brisante Lovestory zwischen zwei Hockey-Playern

Die deutsche Übersetzung von "Heated Rivalry" ist im Second Chances Verlag erschienen
Doch worum geht es in dem Roman eigentlich? Im Kern erzählt er die Geschichte der beiden Hockey-Spieler Shane Hollander und Ilya Rozanov, deren Mannschaften erbitterte Gegner sind. So sehr sie auf dem Eis auch gegeneinander kämpfen, so stark ist die Anziehung abseits des Sports. Was zunächst als Geheimnis zwischen den beiden beginnt, könnte schon bald gefährlich für ihre Karrieren und alles werden, woran sie glauben. Das Buch kreist damit um die zentrale Frage: "Was passiert, wenn das heißeste Geheimnis der Liga auffliegt?"
Besonders spannend ist, dass dieser Roman ein neues Setting eröffnet. Während sich viele literarische Werke und Serien mit Queerness im Fußball beschäftigen (zuletzt etwa der ZDF-Krimi "Abseits" aus der Reihe "Jenseits der Spree"), rückt "Heated Rivalry" eine andere Sportart in den Mittelpunkt. Allein dadurch entsteht das Gefühl, etwas zu erleben, das man bisher noch nicht in dieser Form kannte. Hinzu kommt, dass die Protagonisten eben nicht wie so oft "Sportsfreunde", sondern erklärte Rivalen sind.
Spicy Realness: Dirty Chats und explizite Szenen
Was den Roman besonders abwechslungsreich macht, sind die zahlreichen Chatverläufe, die immer wieder zwischen den beiden Protagonisten eingeblendet werden. Sie verleihen der Geschichte Tempo und Leichtigkeit und können mitunter auch ziemlich spicy werden. So werden ganz ungeniert Fragen gestellt wie "Wie oft kannst du in einer Stunde kommen?" oder "Bist du gerade hart?". Eben typisch Dirty Chat, wie man ihn von Grindr & Co. kennt, bislang jedoch eher selten in populären Romanen dieser Art.
Insgesamt geht es recht explizit zu, mitsamt sehr deutlichen Darstellungen wie dieser: "Shane grub seine Finger in Ilyas harte Oberschenkelmuskeln, während er seinen Schwanz tiefer in seinen Mund gleiten ließ." Genau solche Szenen sind wichtig, denn queerer Sex wird in der breiten Masse nach wie vor häufig tabuisiert. Werke wie dieses tragen dazu bei, diese Darstellungen sichtbar zu machen und Normalität zu schaffen.
Ein gelungenes Trio aus Liebe, Sex und Humor
Doch auch die Gefühle kommen in dem Buch keineswegs zu kurz. Kaum verwunderlich, dass es Kommentare wie diesen von der Buchhändlerin Paulina Evelt gibt: "Wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich beim Lesen so viel weinen würde, hätte ich ihm ins Gesicht gelacht. So unerwartet treffen einen die emotionalen Szenen." Ergänzt wird das Trio aus Liebe und Sex durch eine ordentliche Portion Humor, die einen zwischendurch immer wieder zum Lachen bringt. Damit erfüllt der Roman eigentlich alle Voraussetzungen, um sich als "bestes Werk des Jahres" zu positionieren.
Ob "Heated Rivalry" diesen Titel tatsächlich verdient, muss am Ende wohl jede Person für sich selbst entscheiden. Ich persönlich bevorzuge beispielsweise Bücher, die in der Ich-Perspektive geschrieben sind, weil man sich dadurch oft noch stärker mit den Protagonist*innen identifizieren kann. Zudem darf es für mich gerne noch emotionaler zugehen, weshalb ich den Titel eher Dustin Thaos "Finde mich, Oliver" (Amazon-Affiliate-Link ) verleihen würde. Alles in allem handelt es sich jedoch um ein empfehlenswertes Buch, das den Hype zweifellos verdient hat.
Der queer.de-Jahresrückblick "Die wichtigsten queeren literarischen Bücher 2025" erscheint am 26. Dezember 2025.
Rachel Reid: Heated Rivalry. Roman. Aus dem Englischen von Martha Sonnenburg. 448 Seiten. Second Chances Verlag. Steinbach-Hallenberg 2025. Paperback: 20 € (ISBN 978-3-98906-119-4). E-Book 9,99 €
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Mehr zum Thema:
» Ausführliche Besprechung der Serie: ""Heated Rivalry" – die heißeste Serie des Jahres" (28.11.2025)
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