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Tübingens Oberbürgermeister

Palmer offen für Rückkehr zu den Grünen

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer, der wiederholt wegen queerfeindlicher und rassistischer Äußerungen in der Kritik stand, kann sich immer noch eine Rückkehr zu den Grünen vorstellen.


Boris Palmer Ende Oktober 2025 in der Talkshow "Markus Lanz" (Bild: IMAGO / teutopress)
  • 27. Dezember 2025, 08:25h 3 Min.

Die Trennung von den Grünen vor zwei Jahren hat Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer verarbeitet, doch die Hoffnung auf eine Rückkehr ist nicht versiegt. "Hoffnung habe ich. Und es wird auch viel damit zu tun haben, ob es Cem Özdemir gelingt, die Grünen in Baden-Württemberg mit einem Wahlerfolg auf Kretschmann-Kurs zu halten. Schauen wir mal", sagte Palmer. Es brauche dringend eine starke ökologische Kraft in der deutschen Politik, sagt Palmer zwei Monate vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März. Özdemir wird genauso wie der noch amtierende Ministerpräsident Winfried Kretschmann zum Realo-Flügel der Partei gezählt.

"Zu den Grünen, bei denen ich vor 20 Jahren eingetreten bin, würde ich sofort zurückkommen", betont Palmer. Wenn er den Eindruck habe, die Partei komme mit ihm klar und er mit der Partei, könne man neu darüber reden. Es gebe derzeit keine Gespräche mit Özdemir über eine Rückkehr. "Aber ich lese ja seine Interviews und die könnte ich alle unterschreiben. Also wir beide kommen politisch gut miteinander klar und hätten keine Schwierigkeiten, in der gleichen Partei zu sein", erklärt Palmer.

Eine Annäherung zwischen Palmer und seiner ehemaligen Partei gab es immer wieder mal. Özdemir sagte mal, er würde sich wünschen, dass es einen Weg zurück gebe. "Menschen für immer abschreiben, das sollte man ganz selten machen", sagte der aus Baden-Württemberg stammende Grünen-Politiker.

Palmer spürt keinen Veränderungszwang

"Ich habe jetzt eine neue politische Phase, sozusagen, neues politisches Kapitel für mich aufgemacht und das Schöne daran ist die Unabhängigkeit. Keiner regt sich mehr auf, dass ich irgendwas gesagt habe, was angeblich gegen die Parteilinie verstößt", sagt Palmer. Er strebe in kein neues politisches Amt. "Ich glaube nicht, dass ich noch mal eine andere politische Ebene anstrebe. Ich habe keinen Veränderungszwang", sagt Palmer.

Der weit über Baden-Württemberg hinaus bekannte Lokalpolitiker Palmer ist seit 2007 Oberbürgermeister in Tübingen. Er eckt immer wieder mit politischen Aussagen an. Im Mai 2023 warr Palmer bei den Grünen ausgetreten – nach einem Eklat um die Verwendung des N-Wortes bei einer Migrationskonferenz in Frankfurt (queer.de berichtete). Schon vorher hatte seine Mitgliedschaft wegen anderer umstrittener Äußerungen geruht (queer.de berichtete)..

Immer wieder auch queerfeindliche Äußerungen

Wiederholt stand Boris Palmer auch wegen queerfeindlicher Äußerungen in der Kritik. Bereits 2011 hatte er etwa in einem internen Thesenpapier gefordert, dass die Grünen die Forderung nach der Gleichberechtigung von Lesben und Schwulen beim Adoptionsrecht hintenanstellen sollten, da dies "vorerst keine Forderung [ist], mit der sich 25 Prozent der Deutschen gewinnen lassen" (queer.de berichtete). 2016 warf er LGBTI-Aktivist*innen eine "überspannte Aggression gegenüber der Mehrheitsgesellschaft" vor (queer.de berichtete).

Zuletzt profilierte sich der Kommunalpolitiker auch vermehrt mit transfeindlichen Anspielungen und Äußerungen (queer.de berichtete). Vor zwei Jahren sprach er trans Frauen ab, Frauen zu sein (queer.de berichtete). (cw/dpa)

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