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Sachbuch
So queer war die Literatur der DDR
In dem neuen Buch "bin weiblich, bin männlich, doppelt" untersucht Franziska Haug queere Lebens- und Schreibweisen in der DDR-Literatur und macht bislang marginalisierte Autor*innen, Texte und gesellschaftliche Kontexte sichtbar.

Symbolbild: Bisher gabe es keinen systematischen Überblick über queere DDR-Literatur (Bild: ChatGPT)
- 1. Januar 2026, 08:40h 2 Min.
Queerness und Sozialismus mögen auf den ersten Blick als Gegensatz erscheinen. Ein genauerer Blick auf das Alltagsleben, die Künste und die Literatur von und über LGBTI in Ländern wie der DDR zeigt jedoch ein anderes Bild. Trotz gesellschaftlicher Marginalisierung, staatlicher Kontrolle und anhaltender Unsichtbarkeit existierten queere Geschichten, Romane, Gedichte und Erzählungen – oftmals übersehen, teils bis heute kaum rezipiert.
Buch aus Tagung hervorgegangen

"bin weiblich, bin männlich, doppelt" ist im Mitteldeutschen Verlag erschienen
Einen systematischen Überblick über queere DDR-Literatur gab es bislang nicht. Einen ersten Schritt in diese Richtung unternahm 2024 die Tagung "Queere DDR-Literatur" an der Universität Regensburg, die im Rahmen der Forschungsgruppe "Light On! Queer Literatures and Cultures under Socialism" stattfand. Das daraus hervorgegangene Buch versammelt Beiträge zu Leben und Werk von Autor*innen wie Irmtraud Morgner, Brigitte Reimann, Erich Loest, Christa Wolf, Christa Reinig, Ronald M. Schernikau, Norbert Marohn und Franz Fühmann. Zugleich rücken die Texte die gesellschaftlichen Bedingungen in den Blick, unter denen queere Lebens- und Schreibweisen in der DDR entstanden.
Eine der beteiligten Wissenschaftlerinnen ist Dr. Franziska Haug. Nach einem Studium der Kunstpädagogik, Soziologie und Germanistik an der Goethe-Universität Frankfurt am Main promovierte sie zu Arbeit als literarischem Verfahren der Geschlechterproduktion bei Thomas Brasch, Gisela Elsner, Elfriede Jelinek, Ronald M. Schernikau sowie in der Popmusik. Derzeit forscht sie als Postdoc im Projekt "Light On! Queer Literatures and Cultures under Socialism" zur queeren DDR-Literatur.

Autorin Dr. Franziska Haug (Bild: privat)
Begleitend zu "bin weiblich, bin männlich, doppelt" (Amazon-Affiliate-Link ) erscheint ein Podcast des VW-Freigeist-Forschungsprojekts "Light On! Queer Literatures and Cultures under Socialism". Darin kommen die Autor*innen des Bandes von Januar bis März 2026 in Interviews zu Wort und vertiefen die Auseinandersetzung mit queeren Literaturen unter sozialistischen Bedingungen. (dd/pm)
Dr. Franziska Haug (Hrsg.): "bin weiblich, bin männlich, doppelt": Queere DDR-Literatur. 296 Seiten. Mitteldeutscher Verlag. Leipzig 2025. Taschenbuch: 40,00 € (ISBN 978-3-689-48061-5)
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