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"Falsch, unbegründet, rücksichtslos"

Will Smith reagiert auf die Belästigungsvorwürfe von Ex-Tourmitglied

Nachdem ein Musiker Will Smith sexuelle Belästigung vorgeworfen hat, meldete sich nun die Seite des Hollywoodstars zu Wort – und weist die Anschuldigungen kategorisch ab.


Archivbild: Will Smith im August 2025 beim SmukFest im dänischen Skanderborg (Bild: IMAGO / Gonzales Photo)
  • 4. Januar 2026, 04:56h 3 Min.

Unmittelbar nachdem ein Violinist schwere Vorwürfe gegen Hollywoodstar und Musiker Will Smith (57) erhoben hat, meldete sich laut "The Hollywood Reporter" nun dessen Rechtsbeistand mit einem Statement zu Wort. Die Anschuldigungen des ehemaligen Tour-Mitglieds Brian King Joseph seien demzufolge "falsch, unbegründet und rücksichtslos". Der Geiger, bekannt aus der US-Fernsehshow "America's Got Talent", hatte zuvor Klage gegen Smith wegen sexueller Belästigung und unrechtmäßiger Kündigung eingereicht.

Weiter heißt es demnach in dem Statement von Allen Grodsky, dem Anwalt von Smith: "Diese Behauptungen werden kategorisch zurückgewiesen und wir werden alle uns zur Verfügung stehenden rechtlichen Mittel nutzen, um gegen diese Vorwürfe vorzugehen und sicherzustellen, dass die Wahrheit ans Licht kommt."

So lauten die Vorwürfe

Joseph war für Smiths "Based on a True Story: 2025"-Welttournee engagiert worden, mit der der Schauspieler sein fünftes Studioalbum promotete. Doch was als karrierefördernde Zusammenarbeit begann, entwickelte sich laut der Klageschrift zu einer "traumatischen Reihe von Ereignissen".

Der Kern der Anschuldigungen dreht sich um einen Vorfall im März 2025 in Las Vegas. Wie aus der Klageschrift hervorgeht, die "Variety" vorliegt, verschaffte sich eine unbekannte Person unbefugt Zugang zu Josephs Hotelzimmer. Was der Musiker danach dort vorfand, beschreibt die Klage als "sexuelle Gewaltandrohung" – unter anderem HIV-Medikamente mit dem Namen einer anderen Person sowie eine handschriftliche Notiz seien dort platziert worden. Darin habe gestanden: "Ich bin spätestens um 5:30 Uhr zurück… nur wir", unterschrieben mit einem Herz und dem Namen "Stone F."

Warum er hierfür Smith verantwortlich macht: Zuvor habe dessen Management Josephs Tasche verloren – in der sich sein Zimmerschlüssel befand. Die Klageschrift geht außerdem noch weiter und behauptet, Smith habe Joseph bereits vor dem Vorfall "gezielt für sexuelle Ausbeutung vorbereitet".

Kurz darauf soll es zur Entlassung gekommen sein

Nachdem Joseph den Hoteleinbruch entdeckt hatte, meldete er den Vorfall dem Hotelpersonal, einer Polizei-Hotline und Smiths Management-Team. Ein Teammitglied habe ihn daraufhin "beschämt" und mit Kündigung gedroht, heißt es in der Klage. Tatsächlich sei Joseph wenige Tage später entlassen worden.

Die Klage bezeichnet dies als Vergeltungsmaßnahme und wertet die schnelle Verpflichtung eines Ersatz-Violinisten als Versuch, Josephs Entfernung von der Tour zu vertuschen. "Die Umstände des Hoteleinbruchs deuten alle auf ein Muster räuberischen Verhaltens hin, nicht auf einen Einzelfall", heißt es in dem Dokument. Der Musiker gibt an, unter "schwerem emotionalem Stress, wirtschaftlichem Verlust, Rufschädigung und anderen Schäden" zu leiden – darunter PTBS und weitere psychische Erkrankungen. Er fordert Schadensersatz für persönliche und finanzielle Schäden. Laut Klageschrift hatte Joseph erhebliche finanzielle Belastungen auf sich genommen, um sich auf die Tour vorzubereiten.

Gerüchte über homosexuelle Beziehungen

Gerüchte um homosexuelle Beziehungen von Will Smith machten bereits vor vielen Jahren in Boulevardmedien die Runde. So hieß es 2012, der Schauspieler habe Sex mit seinem Kollegen Duane Martin gehabt (queer.de berichtete). Später wurde berichtet, dass Smith Martin angeblich ein Schweigegeld in Millionenhöhe gezahlt habe, um die angebliche Beziehung zu verheimlichen (queer.de berichtete).

Actionstar Smith inszenierte sich jedoch stets als stockheterosexuell. Bereits am Anfang seiner Karriere hatte er darauf geachtet, dass er in keinem Fall als schwul erscheint. So hat er sich im Jahr 1993 geweigert, im Film "Six Degrees of Separation" ("Das Leben – ein Sechserpack") einen Mann zu küssen. Damit würde er seine Fans vergraulen, so der spätere Weltstar damals. Noch Jahre danach nahm ihm sein offen schwuler Kollege Ian McKellen die Entscheidung übel: "Er dachte, er sagt etwas sehr Originelles, aber was wirklich ans Licht kam, war seine Homophobie, die Krankheit so vieler Leute", so McKellen im Jahre 2004. Queere Organisationen kritisierten außerdem homophobe Ausbrüche im Will-Smith-Actionfilm "Hancock" (queer.de berichtete). (cw/spot)