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Frankreich

Trans-Lüge: Zehn Angeklagte wegen Hetze gegen Brigitte Macron verurteilt

Urteil in Paris: Die zehn Angeklagten, die Brigitte Macron auf Social Media wegen ihrer angeblichen Transgeschlechtlichkeit attackiert hatten, erhielten Bewährungsstrafen.


Brigitte und Emmanuel Macron kämpfen vor Gericht gegen Internet-Hetze (Bild: president.gov.ua / wikipedia)

  • 5. Januar 2026, 12:28h 3 Min.

Wegen transfeindlichen Cybermobbings gegen Frankreichs First Lady Brigitte Macron hat ein Gericht in Paris am Montag acht Männer und zwei Frauen zumeist zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, drei davon in Abwesenheit. Ein Angeklagter erhielt eine höhere Bewährungsstrafe von acht Monaten. Das Gericht verwies auf "besonders erniedrigende, beleidigende und bösartige" Kommentare der zehn Beschuldigten.

Alle Verurteilten im Alter von 41 bis 60 Jahren müssen außerdem ein Praktikum zum Respekt anderer Menschen im Internet absolvieren und die Hälfte erhielt eine auf sechs Monate befristete Onlinesperre für die Nutzung der sozialen Medien, die sie für das Cybermobbing genutzt haben – konkret handelt es sich um Elon Musks Plattform X. Zudem wurden alle zehn Personen zu einer Geldstrafe in Höhe von je 600 Euro verurteilt und müssen der Präsidentengattin gemeinsam Schadensersatz in Höhe von 10.000 Euro zahlen.

Den Angeklagten wurden zahlreiche böswillige Äußerungen vorgeworfen, insbesondere über das Geschlecht der 72-jährigen Präsidentengattin. Außerdem schrieben sie Hetzbotschaften wegen des Altersunterschieds zu Emmanuel Macron. Dabei war teilweise selbst von Pädophilie die Rede. Hintergrund ist die seit der Wahl Macrons zum Präsidenten 2017 in den sozialen Medien kursierende Verschwörungserzählung, wonach Brigitte Macron eine trans Frau sein soll. Die Macrons gingen dagegen schon früher gerichtlich vor.

Trump-treue US-Influencerin verbreitet weiter Hass gegen Macron

Die Behauptungen über Macron waren zunächst nur von Randfiguren auf Social Media verbreitet worden, erlangten aber letztes Jahr weltweite Aufmerksamkeit, nachdem sie von der populären amerikanischen Rechtsaußen-Podcasterin und Influencerin Candace Owens verbreitet worden waren. Zu den am Montag Verurteilten gehörten Personen, die ihre Beiträge geteilt hatten. Owens, die wiederholt an ihren Behauptungen festgehalten hatte, war nicht Teil des französischen Verfahrens. Die Macrons hatten die 36-Jährige im August in einem amerikanischen Gericht verklagt (queer.de berichtete).

Owens verbreitete auch weitere wilde Verschwörungstheorien – etwa, dass Emmanuel Macron israelische Vertragskiller beauftragt hätten, sie zu töten. Beweise für diese Behauptung lieferte sie freilich ebenfalls nicht.

Die Vorwürfe hatte nicht nur LGBTI-Organisationen auf den Plan gerufen, die sie als Teil eines transfeindlichen Kreuzzuges sahen, der nach dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump in den USA massiv verstärkt worden war. Die Attacken hätten auch das Leben der französischen First Lady massiv beeinflusst. So sagte Tiphaine Auzière, ihre jüngste Tochter aus ihrer ersten Ehe, am am zweiten Prozesstag aus, ihre Mutter sei durch das Mobbing schwer getroffen worden, so dass sich deren Gesundheitszustand verschlechtert habe (queer.de berichtete). "Keine Woche vergeht, ohne dass jemand sie darauf anspricht", so Auzière vor Gericht. In der Öffentlichkeit habe sie "ständig auf ihre Kleidung und ihre Haltung achten" und quasi ununterbrochen auf der Hut sein müssen. (dpa/dk)

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