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"Ich habe das Recht, über diese Dinge zu sprechen"

Ricky Gervais verteidigt transfeindliche Witze

Ricky Gervais findet seine transfeindlichen Witze in seinen Stand-up-Shows nach wie vor toll – und verteidigt in der BBC sein "Recht" darauf, gegen trans Frauen zu polemisieren.


Ricky Gervais verteidigt seine transphobe Comedy (Bild: Raph_PH / wikipedia)

  • 6. Januar 2026, 16:06h 3 Min.

Der britische Komiker Ricky Gervais hat auf Kritik an seinen transphoben Witzen zurückgewiesen und erklärt, er habe "ein Recht", solche Kommentare zu machen. Das erklärte der 64-Jährige im BBC-Podcast "This Cultural Life".

Moderator Wilson Gervais sprach den Komiker direkt auf gegen dicke und trans Menschen gerichtete Witze an, die in seinem aktuellen Programmen mehr Raum einnehmen würden. Gervais antwortete: "Das stimmt wahrscheinlich, aber das liegt daran, dass ich glaube, recht zu haben." Ferner erklärte er: "Ich habe das Recht, über diese Dinge zu sprechen. Es gibt Witze, hinter denen ich definitiv stehe. Ich kann nicht zurückblicken und sagen: 'Oh, tut mir leid, das habe ich gesagt, als ich erst 50 war.' Wenn man progressiver wird, vielleicht milder, sich verändert, dann passiert meist Folgendes: Die Dinge, die man früher gemacht hat, sehen schlechter aus." Er versuche jedoch, immer beleidigender zu werden. "Dann kann ich zurückblicken und sagen: 'Ach, war ich mit 45 nicht nett?'" Gervais lachte daraufhin und behauptete: "Das war ein Witz."

/ IsntWorkingPod

Im Gespräch erklärte Gervais weiter, dass er sein früheres Material weder überarbeiten noch neu schreiben wolle. Er könne sich zwar vorstellen, Triggerwarnungen anzubringen, sein Material möchte er aber nicht ändern.

Gervais beschreibt trans Frauen als Vergewaltigerinnen

Gervais hatte in den letzten Jahren in seinen Stand-up-Programmen immer wieder gegen trans Menschen ausgeteilt. Sein Netflix-Special "Super Nature" aus dem Jahr 2022 enthielt etwa eine 15-minütige Triade gegen trans Menschen und die angeblich um sich greifende Cancel Culture (queer.de berichtete). Darin beschwerte er sich über Frauen "mit Bärten und Schwänzen" und imitierte die Aussage einer cisgeschlechtlichen Frau: "Was, wenn er mich vergewaltigt?". Die amerikanische LGBTI-Organisation GLAAD, dass das Comedy-Special voll sei "von heftigen, gefährlichen, transfeindlichen Tiraden, die als Witze getarnt sind". Außerdem enthalte der Auftritt "schwulenfeindliche Rhetorik und falsche Informationen über HIV". In anderen Live-Comedy-Auftritten äußerte er sich ähnlich.

Kritisiert wird an derartigen Aussagen insbesondere, dass Gervais trans Frauen ihre Geschlechtsidentität abspricht und trans Frauen pauschal als Gefahr für andere Frauen stilisiert. Er ziele damit auf eine ohnehin marginalisierte Gruppe ab und normalisiere damit reale Gewaltattacken gegen trans Frauen. Dabei nimmt er stets verbal die Rolle als mutiger Tabubrecher ein, der eigentlich Trans-Rechte gut finde, aber auszusprechen wage, was sonst keiner mehr sagen dürfe.

Diese transfeindliche Haltung ist derzeit in Großbritannien sehr populär: So hat der sozialdemokratische Premierminister letztes Jahr nach einem Gerichtsurteil erklärt, dass er trans Frauen pauschal nicht mehr als Frauen anerkenne (queer.de berichtete).

Insbesondere die "Harry Potter"-Autorin J.K. Rowling macht auf der Insel im Namen des Feminismus Stimmung gegen trans Frauen – und ruft etwa zum Boykott einer Kaufhaus-Kette auf, weil diese trans Frauen als Angestellte beschäftigt (queer.de berichtete). (cw)

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