https://queer.de/?56413
Kennedy-Center
Trump verbreitet weiter Trans-Lüge über Olympiasiegerinnen
Der US-Präsident wiederholt bei einer großen Rede Attacken auf trans Menschen – dabei nimmt er es mit der Wahrheit nicht so genau.

Donald Trump lässt sich von seinen Fans im Kennedy-Center beklatschen (Bild: IMAGO / Avalon.red)
- 7. Januar 2026, 13:42h 2 Min.
US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag in einer Rede im von seiner Regierung kontrollierten Kennedy-Kulturzentrum in Washington erneut die Olympiasiegerinnen Imane Khelif und Lin Yu-Ting vorgeworfen, trans zu sein. Der 79-Jährige, der die Namen der beiden Sportlerinnen nicht direkt erwähnte, bezeichnete etwa die Algerierin Khelif als "jungen Mann, der sein Geschlecht gewechselt hat". Er ging dabei auf Details ein, wie Khelif bei der Olympiade eine italienische Gegnerin durch technisches K.o. besiegt hatte. "Die ganze Sache ist lächerlich", so Trump weiter. Für Aufsehen sorgte auch eine bizarre Imitiation der Gewichtheberinnen durch Trump, die unter anderem auch das Weiße Haus auf Social-Media-Portalen veröffentlichte.
|
Zur Erinnerung: Khelif und Lin Yu-Ting war während den Spielen vorgeworfen worden, in Wirklichkeit trans Frauen zu sein – dabei gab es keinerlei Beweise dafür, Khelif veröffentlichte etwa Kinderfotos, die sie als kleines Mädchen zeigte. Der Vorwurf stammt von einem von Russland kontrollierten Boxverband, der die beiden Athletinnen 2023 nach einem angeblich negativen Geschlechtstest disqualifiziert hatte. Das IOC bezeichnete den Ausschluss als eine "willkürliche Entscheidung ohne ordnungsgemäßes Verfahren" und ließ Khelif und Lin in Paris teilnehmen. Die beiden Frauen wurden seither von vielen rechten Politiker*innen beschimpft, selbst von moderaten Konservativen. Johannes Winkel, der Chef der Jungen Union in Deutschland, beschimpfte die Sportlerinnen wegen ihrer angeblichen Transgeschlechtlichkeit etwa als "kranke Männer" (queer.de berichtete).
Scharfe Kritik von Demokraten
Die oppositionnellen Demokraten kritisierten die Trump-Äußerungen scharf. Der US-Kongressabgeordnete Jim McGovern schrieb etwa auf X: "Dieser Mann ist schwer krank. Ich hoffe, er bekommt die Hilfe, die er braucht."
/ RepMcGovernThis man is deeply unwell. I hope he gets the help he needs. https://t.co/490P0AUNOk
Rep. Jim McGovern (@RepMcGovern) January 6, 2026
|
Trump hat bereits wiederholt trans Menschen als Sündenböcke für angebliche Fehlentwicklungen verantwortlich gemacht. Letztes Jahr warf er ihnen etwa vor, am Shutdown schuld zu sein (queer.de berichtete). Schon im Wahlkampf 2024 hatte Trump vermehrt auf Transfeindlichkeit gesetzt – und in dessen letzten Tagen für entsprechende Spots Millionen von Dollar ausgegeben (queer.de berichtete). Mit dieser Taktik konnte er laut Analysen viele konservative Wähler*innen an die Wahlurnen locken. Nach der Wahl schränkte er mit Dekreten Trans-Rechte ein, nicht nur im Sport: So ordnete er an, dass praktisch alle trans Menschen wegen ihrer Geschlechtsidentität aus den amerikanischen Streitkräften entlassen werden müssen (queer.de berichtete). (cw)














