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Coming-out zum neuen Jahr
Japanischer Fußballstar outet sich als trans – und teilt Hochzeitsbilder
Marumi Yamazaki war über viele Jahr im japanischen Frauenfußball aktiv. Nachdem er in Fußball-Rente gegangen ist, änderte er seinen Geschlechtseintrag – und hat nun sein öffentliches Coming-out.

Marumi Yamazaki veröffentlichte in seinem Coming-out-Post unter anderem dieses Foto (Bild: Instagram / marusta.69)
- 7. Januar 2026, 14:49h 2 Min.
Marumi Yamazaki war als Fußball-Mittelfeldspielerin in Japan bekannt geworden und spielte sogar mehrfach im Nationalteam. Am Neujahrstag überraschte Yamazaki die eigenen Fans: Auf Social Media outete sich der 35-Jährige als trans.
"Diesmal habe ich den Mut aufgebracht, euch alle zu informieren. Ich habe, das ist schon eine Weile her, mein Geschlecht im Familienregister geändert, wurde ein Mann und heiratete eine wirklich wunderbare Frau!", schrieb Yamazaki auf Instagram. Er veröffentlichte drei Bilder, die ihn und seine neue Ehefrau bei der Vermählung zeigen. Ihr Gesicht wurde in den Bildern unkenntlich gemacht.
Er habe eigentlich kein öffentliches Coming-out geplant, allerdings habe er ein Jahr, nachdem er sich im privaten Umfeld geoutet hatte, dann doch seine Wahrheit den Fans mitteilen wollen. Damit habe er anderen Menschen, die in einer ähnlichen Situation wie er seien, Mut und Hoffnung geben wollen.
Yamazaki spielte zwischen 2006 und 2023 für diverse japanische Fußballvereine und spielte nach seinem Rücktritt ein Jahr lang Futsal, also Hallenfußball. 2013 trat der Mittelfeldspieler außerdem vier Mal in der japanischen Nationalmannschaft der Frauen an.
Japan: Anerkennung der Transgeschlechtlichkeit kompliziert
In Japan ist die Anerkennung von trans Menschen viel komplizierter als hierzulande – und erst seit 2003 überhaupt möglich. Eine Person muss etwa volljährig sein und darf keine minderjährigen Kinder haben. Zudem müssen zwei Diagnosen einer Geschlechtsdysphorie vorliegen, die von zwei verschiedenen Ärzt*innen erstellt worden sind. Für eine Anerkennung ist auch eine geschlechtsangleiche Operation notwendig. Erst dann kann ein Gericht der Änderung des Geschlechtseintrags zustimmen.
Erst 2023 fiel nach einer Entscheidung des obersten Gerichtshofs Japans die Pflicht einer trans Person, sich für die Anerkennung ihres Geschlechts sterilisieren lassen zu müssen (queer.de berichtete). Bürgerrechts- und LGBTI-Organisationen appellieren bereits seit Jahren an die Regierung in Tokio, das Gesetz zu liberalisieren – und etwa die Begutachtungspflicht abzuschaffen. Die Human Rights Watch und andere Organisationen kritisieren zudem das Verbot für Eltern minderjähriger Kinder zur Änderung des Geschlechtseintrags als diskriminierend und veraltet.
Seit der Legalisierung von Transgeschlechtlichkeit haben in den letzten gut 20 Jahren knapp über 10.000 Menschen ihren Geschlechtseintrag in Japan ändern lassen. (dk)














