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Berlin

Beim schwulen Online-Dating: Influencer brutal zusammengeschlagen

Quang Paasch hat sich in Berlin-Neukölln mit einem Online-Date verabredet. Doch am Treffpunkt warteten vier homophobe Schläger auf den 24-Jährigen.


Quang Paasch berichtet von einer brutalen Attacke (Bild: IMAGO / dts Nachrichtenagentur)

  • 9. Januar 2026, 13:39h 3 Min.

Der Klimaaktivist und Influencer Quang Paasch hat auf Instagram darüber gesprochen, dass er in Berlin-Neukölln am vor einer Woche von vier Tätern angegriffen und ausgeraubt worden sei. "Der Grund dafür war Homophobie und Queerfeindlichkeit", so der 24-Jährige.

"Über eine App habe ich mich mit jemandem verabredet. Vor der Haustür angekommen, wartete ich auf ihn und es kamen dann zwei Typen von hinten direkt auf mich zu. Der eine sprühte mir mit Pfefferspray ins Gesicht. Der andere holte direkt mit der Faust aus", sagt er in einem Video.

Danach habe er gesehen, wie zwei weitere Männer, die in der Nähe geraucht hätten, auf ihn zugekommen seien. Diese hätten dann auch auf ihn eingeschlagen und ihm den Mund zugehalten. Dabei hätten sie sein Handy gestohlen. Die Täter beschrieb Paasch als junge Männer zwischen 19 und 20 Jahren.

Als sie sich davonmachten, sei er hinterhergerannt. Einer der Täter habe sich umgedreht und ihn erneut geschlagen. Kindern, die in der Nähe des Tatorts eine Schnellballschlacht veranstalteten, habe einer der Täter gesagt, "dass ich ein Pädo sei, und ist dann weggerannt." Beim dem Vorfall habe er ein Schädel-Hirn-Trauma und Prellungen erlitten.

"Gewalt gegen queere Menschen ist auch 2026 ein reales Problem"

Mit dem Video wolle er darauf aufmerksam machen, "dass Gewalt gegen queere Menschen auch 2026 ein reales Problem ist". Dabei betonte Paasch, dass er mit dem Video keine rassistischen Kommentare provozieren wolle. "Ich habe durch das Pfefferspray zwar nichts gesehen, aber der Typ, der zurückgegangen ist, um mich ein zweites Mal zu schlagen, war definitiv ein weißer Mann." Sein Fazit: "Das Problem sind homophobe Männer."

Gegenüber der "Berliner Morgenpost" (Bezahlartikel) erklärte Paasch nach der Veröffentlichung des Videos: "Ich traue mich aktuell noch nicht wirklich aus dem Haus. Und wenn, bin ich sehr angespannt." Eine Pressesprecherin der Polizei bestätigte, dass Ermittlungen wegen schweren Raubs aufgenommen worden seien.

Instagram | Paasch schrieb letztes Jahr auch über rassistische Vorurteile beim Online-Dating
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In der Bundeshauptstadt gibt es immer wieder Berichte über queerfeidliche Übergriffe. Im Rahmen der Respektpreis-Verleihung stellte die Berliner Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel im Deember die aktuelle Kriminalitätsstatistik queerfeindlicher Übergriffe für die ersten drei Quartale des Jahres 2025 vor (queer.de berichtete). Im Bereich der Hasskriminalität gegen die sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität wurden für Berlin mit bisher 429 Taten ein wenig mehr Fälle als im letzten Jahr zu diesem Zeitpunkt zur Anzeige gebracht – in den drei Vorjahresquartalen waren es 425 (queer.de berichtete). Zuletzt wurden auch vermehrt Attacken gegen queere Einrichtungen wie Maneo gemeldet (queer.de berichtete). (dk)

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