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Trauer, Mitgefühl und Protest

Mehr als eine Million: Menschen spenden für Ehefrau von erschossener Renee Good

Der Tod von Renee Nicole Good rüttelt die USA auf: Die 37-Jährige war von einem Regierungsbeamten im Einsatz erschossen worden. Binnen weniger Stunden ging eine Millionenspende ein.


In dem gesamten Vereinigten Staaten gibt es Protestaktionen, in denen "Gerechtigkeit für Renee" gefordert wird – hier etwa in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina (Bild: IMAGO / Anadolu Agency)
  • 9. Januar 2026, 16:02h 3 Min.

Eine GoFundMe-Spendenkampagne für die Ehefrau und den jüngsten Sohn der von einem US-Einwanderungsbeamten erschossenen Renee Nicole Good hat innerhalb weniger Stunden die Millionenmarke überschritten. Derzeit steht das Spendenkonto bei 1,45 Millionen Dollar (1,25 Millionen Euro). Rund 37.000 Menschen spendeten, viele davon wenige Dollar, aber auch höhere Beträge – ein anonymer Spender überwies 50.000 Dollar.

Good wurde am Mittwoch in ihrem Auto während eines Einsatzes von Beamten der Einwanderungsbehörde ICE an der East 34th Street und der Portland Avenue in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota erschossen (queer.de berichtete). Sie hatte gerade ihren jüngsten Sohn zur Schule gebracht und war auf dem Heimweg.

In den sozialen Medien verbreitete Videos des Vorfalls zeigen offenbar, wie die dreifache Mutter und US-Staatsbürgerin versucht, wegzufahren, während vermummte ICE-Beamte sich ihrem Fahrzeug nähern wollten. Als sie ihr Auto wendete, feuerte einer der Beamten mehrfach auf die 37-Jährige. In einem weiteren Video ist offenbar die Ehefrau der Erschossenen zu sehen, die verzweifelt und weinend sagte: "Sie haben meine Frau getötet. Ich weiß nicht, was ich tun soll."

Landesweite Proteste gegen ICE – Trump-Regierung verteidigt Tötung

Die tödlichen Schüsse haben international scharfe Verurteilungen sowie landesweite Proteste gegen ICE ausgelöst – insbesondere im Zusammenhang mit dem Vorgehen der Behörde bei Razzien gegen Migrant*innen in den gesamten USA. Die Trump-Regierung hatte die Behörde in mehrere Städte geschickt, die von den oppositionellen Demokraten regiert werden. Sie hat auch sofort die Tötung der queeren Frau verteidigt – und behauptet, der verantwortliche Beamte handelte in Notwehr.

Zudem wird Good in der MAGA-Welt als Verbrecherin und Terroristin dargestellt: Heimatschutzministerin Kristi Noem erklärte etwa auf einer Pressekonferenz, die getötete Frau habe einen "Akt des inländischen Terrorismus" begangen. Laut einer Pressemitteilung ihres Ministeriums sei Good eine "gewalttätige Randaliererin" gewesen. Der Abgeordnete Randy Fine auf Florida sagte bei einem Nachrichtensender: "Wenn man sich der Regierung in den Weg stellt, während sie eine ausländische Invasion abwehrt, endet man so wie diese Frau gestern."

Die Familie und Nachbarn beschrieben Good hingegen warmherzige Person, die sich um andere kümmerte und nicht politisch aktiv war. Goods Mutter, Donna Ganger, sagte der "Minnesota Star Tribune": "Renee war einer der freundlichsten Menschen, die ich je gekannt habe. Sie war außerordentlich mitfühlend. Ihr ganzes Leben lang hat sie sich um andere gekümmert. Sie war liebevoll, vergebend und herzlich. Sie war ein unglaublicher Mensch." Good beschrieb sich selbst auf Social Media als "Dichterin, Schriftstellerin, Ehefrau, Mutter und Hobby-Gitarristin". Sie war die Mutter von drei Kindern im Alter von sechs, zwölf und 15 Jahren. Die zwei ältere Kinder stammten aus ihrer ersten Ehe, ein Junge aus ihrer zweiten Ehe, deren Ehemann 2023 starb.

Spender*innen hinterließen auf GoFundMe zahlreiche Beileids- und Solidaritätsbekundungen für die Familie und Angehörigen. Eine Person schrieb: "Ihr seid nicht allein, während ihr und euer Sohn durch diese schwere Zeit geht." Eine andere erklärte: "Renees Tod ist nicht nur eine Schlagzeile. Er bedeutet eine zerstörte Familie, eine Ehefrau ohne ihre Partnerin, Kinder ohne ihre Mutter und eine Gemeinschaft, die um jemanden trauert, der noch hier sein sollte." (cw)

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