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Leise Liebesgeschichte
Wenn der Ex im Koma liegt
Leon Herbertz' Debütroman "Daniel. Christopher. Barcelona" über ein schwules Paar erzählt von Fragilität, Würde und der Möglichkeit von Nähe unter schwierigen Vorzeichen.

Symbolbild: Daniels und Christophers Beziehung wächst leise, getragen von Respekt, Verantwortung und gegenseitiger Aufmerksamkeit
- 11. Januar 2026, 11:15h 2 Min.
Mit seinem Debütroman "Daniel. Christopher. Barcelona." legt Leon Herbertz eine zurückhaltende Liebesgeschichte vor, die sich konsequent gegen Dramatisierung und emotionale Zuspitzung entscheidet. Der Text setzt auf Konzentration, auf das genaue Beobachten von Menschen, die einander vorsichtig näherkommen, und auf die Erkenntnis, dass Nähe nicht eingefordert werden kann, sondern Zeit benötigt.
Über Fragilität, Würde und die Möglichkeit von Nähe unter schwierigen Vorzeichen

"Daniel. Christopher. Barcelona." ist als gebundene Ausgabe, Taschenbuch und E-Book erhältlich
Im Zentrum stehen Daniel, ein Anwalt, und Christopher, ein Lehrer. Ihre Beziehung entsteht nicht aus einem Moment des Überschwangs, sondern aus Aufmerksamkeit, Respekt und der Bereitschaft, Verantwortung zu tragen. Überschattet wird diese Annäherung von Christophers früherem Partner, der nach einem Tauchunfall in Barcelona im Koma liegt. Die Stadt wird zum Ort des Wartens und der Unsicherheit, an dem kleinste körperliche Regungen – ein Zucken, ein geöffnetes Lid, ein Atemzug – als Hoffnungssignale gelesen werden, ohne je Gewissheit zu geben.
Diese Situation ist eng mit dem Alltag der Figuren in ihrer Heimat verwoben. Familiäre Spannungen, unausgesprochene Erwartungen und leise Konflikte ziehen sich durch den Roman. Besonders deutlich wird dies in der Figur von Daniels Vater, der sich gegen autoritäre Verbote und für Vertrauen unter Bedingungen entscheidet. In diesem Spannungsfeld wird eine junge Beziehung ausgelotet, die zwischen Verantwortung, Loyalität und möglicher Grenzüberschreitung steht.
Herbertz verzichtet bewusst auf klare Gegenspieler oder spektakuläre Wendungen. Die Erzählung entfaltet sich in Zwischentönen, Blicken und Entscheidungen. Barcelona dient dabei weniger als exotische Kulisse denn als Resonanzraum innerer Prozesse, als Ort, an dem Stillstand und Bewegung zugleich erfahrbar werden.

Autor Leon Herbertz (Bild: privat)
"Daniel. Christopher. Barcelona." (Amazon-Affiliate-Link ) ist ein Roman, der emotionale Intensität nicht aus Lautstärke bezieht. Er erzählt von Fragilität, von Würde und von der Möglichkeit von Nähe unter schwierigen Vorzeichen. Die Sprache bleibt reduziert, die Perspektive ruhig, die Entwicklungen leise – und gerade darin liegt die Stärke dieses Debüts.
Leon Herbertz lebt und arbeitet in der Nähe von Wien. In seinen Texten interessiert er sich für die unscheinbaren Momente zwischen Menschen, für Beziehungen, die sich langsam formen dürfen, und für Orte als emotionale Erfahrungsräume. Mit "Daniel. Christopher. Barcelona." veröffentlicht er seinen ersten Roman und positioniert sich bewusst abseits gängiger Muster romantischer Erzählungen. (dd/pm)
Leon Herbertz: Daniel. Christopher. Barcelona.: Eine leise Liebesgeschichte. Roman. 322 Seiten. Independently published. Wien 2025. Gebundene Ausgabe: 24,50 € (ISBN 979-8-2776-7634-9). Taschenbuch: 22,90 €. E-Book: 12,99 €
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