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Ricky Gervais
Golden Globes: Transfeindlicher Komiker "dankt" der trans Community
Bei der Verleihung der Golden-Globes-Awards war Ricky Gervais nicht anwesend. Als er einen Preis gewann, nahm eine lesbische Komikerin die Auszeichnung für ihn an – mit einem Seitenhieb.

Wanda Sykes sprach bei der Golden-Globe-Verleihung für Ricky Gervais (Bild: Golden Globes, Raph_PH / wikipedia)
- 12. Januar 2026, 12:18h 3 Min.
Überraschung bei der Golden-Globes-Verleihung am Sonntag: Ricky Gervais, der für seine transphoben Witze berüchtigt ist, dankte der trans Community für seinen Golden Globe nach seinem Sieg. Zumindest tat dies die lesbische Moderatorin Wanda Sykes stellvertretend für den 64-Jährigen.
Der Hintergrund: Bei der Preisverleihung in Hollywood präsentierte Sykes die Kategorie Bester Stand-up-Comedy-Auftritt im Fernsehen. Während sie die Nominierten vorstellte, sagte sie mit Blick auf Gervais' Abwesenheit voraus, wie sein möglicher Sieg ablaufen würde: "Wenn du gewinnst, darf ich den Preis stellvertretend für dich entgegennehmen. Du wirst Gott und der trans Community danken", versprach Sykes. Tatsächlich: Gervais setzte sich gegen die ebenfalls nominierten Komiker*innen Brett Goldstein, Kevin Hart, Bill Maher, Kumail Nanjiani und Sarah Silverman durch.
Daraufhin erklärte Sykes: "Er würden sich gerne bei Gott und der trans Community bedanken", so die 61-Jährige zum Gelächter des Publikums. Damit spielte Sykes nicht nur auf die Transphobie von Gervais an, sondern auch darauf, dass er Atheist ist. Der in London lebende Gervais hatte zuvor erklärt, dass er wegen des langen Anreisewegs nicht zu der Awards-Show an der Westküste der USA kommen wolle.
Gervais wurde für sein Netflix-Special "Mortality" ausgezeichnet, in der über Themen wie Sterblichkeit oder die angebliche Cancel Culture sprach. Dabei ging er nicht auf trans Themen ein wie in vergangenen Specials, etwa "Super Nature" aus dem Jahr 2022 – damals hielt er eine 15-minütige Tirade gegen trans Menschen (queer.de berichtete). Erst letzte Woche verteidigte Gervais seine transfeindlichen Witze mit den Worten: "Ich habe das Recht, über diese Dinge zu sprechen" (queer.de berichtete).
Erfolge für "One Battle After Another" und "Adolescence"
Der Politthriller "One Battle After Another" und die Netflix-Serie "Adolescence" waren mit je vier Auszeichnungen die großen Gewinner der Golden Globes. Große Enttäuschung dagegen für "White Lotus": Obwohl die Serie sechs Mal, und damit so oft wie keine andere für die Auszeichnung nominiert worden war, konnte sie keine einzige Trophäe gewinnen. Auch das Musical "Wicked: Teil 2" ging trotz fünf Nominierungen leer aus.
Bei den Golden Globes spielten politische Themen trotz der augenblicklich angespannten Weltlage – neben ein paar Ansteckbuttons und Äußerungen am Rande des Events – kaum eine Rolle. Moderatorin Nikki Glaser eröffnete die 83. Trophäenshow mit der sarkastischen Bemerkung, die Gala sei "die wichtigste Sache, die gerade in der Welt passiert" – und sie machte einen kleinen Seitenhieb auf die Trump-Regierung mit Blick auf die geschwärzten Seiten in den Ermittlungsakten zum Fall des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein (1953-2019), der mit Präsident Trump eng befreundet gewesen war: "Und der Golden Globe für den besten Schnitt geht an das Justizministerium", spottete Glaser. Ansonsten nutzte kaum jemand die Bühne für politische Reden oder Protestaktionen. (cw)
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