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Schwuler Bürgermeister in der Bredouille
Gewalt gegen Ex? Ermittlungen gegen Michael Adam
Der schwule Kommunalpolitiker Michael Adam war einst der Shootingstar der bayerischen SPD. Doch nun hat er juristische Probleme: Er muss sich wohl einem Prozess wegen Körperverletzung stellen und macht seinem Ex und den Behörden schwere Vorwürfe.

Michael Adam in einem PR-Bild aus dem Jahr 2023 (Bild: adam-mich.de / Klaus Döhler)
- 15. Januar 2026, 13:29h 4 Min.
Michael Adam schrieb Geschichte als jüngster Bürgermeister Bayerns und jüngster Landrat Deutschlands: Doch jetzt ist der derzeitige Bürgermeister der 3.600 Einwohner*innen zählenden Gemeinde Bodenmais im Bayerischen Wald wegen mutmaßlicher Gewalt gegen seinen Ex in den Schlagzeilen. Sogar einem Gerichtsprozess wegen Körperverletzung muss sich der 41-Jährige stellen.
Wie unter anderem die "Passauer Neue Presse" (Bezahlartikel) berichtet, ging Adam mit einem wenig zurückhaltenden Facebook-Posting am Dienstag in die Offensive: In dem inzwischen gelöschten Beitrag nahm der SPD-Kommunalpolitiker zu einer Schlägerei Mitte Februar 2025 Stellung, bei der sein damaliger Freund verletzt worden war. Die beiden trennten sich im Dezember.
Ein Amateurboxer aus Tschechien soll laut Adam seinen Partner damals geschlagen haben, die Hintergründe sind unklar. In seinem Posting gab Adam zu: "Soll ich ehrlich sein? Ich genoss es." Sein Ex habe die Schläge verdient. "Ich schritt erst ein, als er gar nicht mehr von ihm abließ. Ich dachte, er bringt ihn um."
Laut der "Passauer Neuen Presse" (PNP) sei die Darstellung Adams aber unvollständig – so gebe der Bürgermeister in einer WhatsApp-Nachricht zu, dass er seinen Partner während der Auseinandersetzung selbst gegen die linke Schläfen geschlagen habe. Es sei keine Verletzung zu sehen gewesen, weil er "wohl zuschlage wie eine Pussy".
Ex: "Dieser Mensch ist eine Gefährdung für andere, psychisch schwache Menschen"
Der frühere Freund, mit dem der SPD-Politiker seit Anfang 2024 liiert gewesen war, habe gegenüber der PNP erklärt, dass er nach dem Posting nicht mehr schweigen könne, und von massiven Alkoholproblemen seines Ex berichtet. "Wenn es zu viel wird, trinkt er – und schreibt solche Nachrichten." Diese Social-Media-Einträge des Bürgermeisters hätten ihn schwer belastet. Schon im September 2025 habe ihn Adam in einem Facebook-Posting attackiert – daraufhin habe er versucht, sich das Leben zu nehmen. "Dieser Mensch ist eine Gefährdung für andere, psychisch schwache Menschen", so sein Resümee.
Adam hatte bereits in der Vergangenheit von Alkoholproblemen berichtet. 2016 veröffentlichte er eine "persönliche Erklärung", in der er mitteilte, dass er sich deshalb in einer Kurklinik im Schwarzwald befinde (queer.de berichtete).
Adam erhebt Vorwürfe gege Behörden und Ex
In seinem gelöschten Posting vom Dienstag vermutete Adam hingegen eine politische Kampagne gegen ihn – und machte Staatsanwaltschaft und Polizei schwere Vorwürfe und warf ihnen eine Vorverurteilung vor. Er schrieb auch, die Staatsanwaltschaft habe wegen seiner Beteiligung bei der Schlägerei bereits Anklage erhoben, ein Prozesstermin steht aber nicht fest. Nun werde auch noch wegen des Postings ermittelt, bestätigte ein Sprecher gegenüber lokalen Medien. Auch sein Ex habe Anzeige erstattet.
In dem Beitrag machte Adam auch seinem Ex schwere Vorwürfe. So schrieb er: "Mein Ex-Partner musste sich dann tagelang überlegen, ob er mich anzeigt. Das war sein Trumpf. Eigentlich habe ich diese Beziehung seit Februar 2025 nur noch geführt, weil er mich so in der Hand hatte. Sogar in den Urlaub musste ich noch mit ihm fahren. Aber keine billigen Urlaube! Auf die Malediven wollte er." Auf Adams Facebook-Account ist bis heute ein Bild seines damaligen Freundes im Malediven-Urlaub zu sehen. In dem Beitrag vom Mai 2025 schrieb er: "Letzter Abend auf den Malediven. So traumhaft!"
2008 erstmals zum Bürgermeister gewählt
Adam hatte in der Kommunalpolitik eine steile Karriere hingelegt: 2008 wurde er mit nur 23 Jahren Bürgermeister von Bodenmais (queer.de berichtete). 2011 konnte der evangelische Sozialdemokrat die Landratswahl im Landkreis Regen – eigentlich CSU-Stammland – deutlich gewinnen (queer.de berichtete).
Als Landrat lieferte er auch persönliche Geschichten: So berichtete er im März 2013, dass er mit seinem damaligen Lebenspartner ein Kind adoptieren wolle (queer.de berichtete). Ein halbes Jahr später kam es dann zu ganz anderen Boulevardgeschichten: Die Rede war von Sexdates mit Poppers im Landratsamt (queer.de berichtete). Kurze Zeit später erklärte der Kommunalpolitiker, er habe seine Lektion gelernt und werde Poppers nicht mehr anrühren (queer.de berichtete). Zur Landratswahl 2017 trat er nicht mehr an (queer.de berichtete).
2023 wagte Adam dann sein Comeback: Er stellte sich wieder der Wahl zum Bürgermeister und konnte diese mit fast zwei Drittel der Stimmen deutlich gewinnen (queer.de berichtete). Derzeit ist er laut Medienberichten krankgeschrieben. (cw)
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