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Eurovision Song Contest
Deutscher ESC-Vorentscheid: Diese neun Acts wollen nach Wien
Knapp sechs Wochen vor der Abstimmung in einer ARD-Show stehen die Kandidat*innen und ihre Songs fest.

Über diese neun Acts stimmen Ende Februar zunächst eine Jury und dann die Zuschauer*innen ab (Bild: ARD / SWR / Claudius Pflug)
- 15. Januar 2026, 19:44h 4 Min.
Vier Monate vor dem Finale des diesjährigen Eurovision Song Contest im Mai in Wien stehen die Teilnehmenden des deutschen Vorentscheides fest. Wie der SWR, der ab diesem Jahr innerhalb der ARD für die Sendung zuständig ist, am Donnerstag bekannt gab, gehen bei der Show am 28. Februar ab 20:15 Uhr im Ersten neun Acts ins Rennen, darunter wie bereits vorab bekannt wurde, DSDS-Sängerin und Musicaldarstellerin Sarah Engels, aber auch einige bislang eher unbekannte Teilnehmende.
Insgesamt treten mehrere Musikstile an und auch Teilnehmende aus der Community. So übersetze wavvyboi, nichtbinär und aus Liechtenstein, mit dem Song "Black Glitter" die "fluide Vielfalt der modernen Welt in Klang", heißt es in einer Langvorstellung der Acts. "The Voice"-Gewinnerin Malou Lovis erzähle in "When I'm With You" eine intensive Liebesgeschichte, die für sie persönlich in der Verbindung zwischen zwei Frauen verwurzelt sei: "So thematisiert sie das Queersein und setzt damit ein klares Zeichen gegen Homophobie und Ausgrenzung und für Diversität."
Instagram | Zunächst wurden die Teilnehmenden in der Show "Brisant" und in diesem Video bei Instagram kurz vorgestellt (das Bild ist anklickbar)
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Der Vorentscheid soll von Barbara Schöneberger und Hazel Brugger moderiert werden. Erneut gibt es ein neues Abstimmungsprozedere: Demnach soll in der Show zunächst eine Jury aus 20 Musikexpert*innen aus 20 Ländern drei Favorit*innen bestimmen, aus denen dann ausschließlich das Televote-Publikum den Beitrag auswählt, der Deutschland beim Finale des 70. Wettbewerbs aus der Wiener Stadthalle vertritt.
Insgesamt treten beim diesjährigen Contest 35 Länder an und 25 davon im Finale, für das Deutschland bereits neben Frankreich, Großbritannien, Italien und Gastgeber Österreich gesetzt ist. Zuschauer*innen aus Deutschland dürfen auch im ersten Halbfinale am Dienstag zuvor abstimmen. Dort tritt der deutsche Act erstmals live auf – noch außer Konkurrenz.
Die Kandidat*innen in der SWR-Vorstellung
BELA (23, Berlin): Mit modernen Beats erzählt BELA in seinem ESC-Song "Herz" von Liebe, Selbstzweifeln und dem Mut, Nähe zuzulassen und Zugehörigkeit zu spüren.
Dreamboys The Band (Berlin): Vier Singer-Songwriterinnen feiern mit warmen Harmonien und organischem Indie-Pop ihre Freundschaft und Kreativität. Ihr ESC-Song "Jeanie" ist eine kraftvolle Ode an Selbstvertrauen, Lebensfreude und innere Stärke.
Laura Nahr (25, Berlin): Mit akustischer Gitarre, Klavier und klarer Stimme steht Laura Nahr für modernen Pop mit Tiefe. In "Wonderland" erzählt sie ehrlich vom Chaos des Erwachsenwerdens und der Suche nach Selbstfindung.
Malou Lovis (26, Berlin): Die Gewinnerin der 13. Staffel von "The Voice of Germany" verbindet in ihrem Song "when I'm with you" emotionale Tiefe mit moderner Pop-Ästhetik.
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Molly Sue (25, Laboe): Charismatisch, mit unverwechselbarer Stimme und emotionalem Power-Pop, thematisiert Molly Sue in "Optimist (Ha Ha Ha)", dass innere Stärke oft hinter einem Lächeln steckt.
MYLE (25, Berlin): Ehrlicher, gitarrengetragener Pop voller Emotion und Hoffnung – MYLEs ESC-Song "A OK" entstand nach einem persönlichen Austausch mit einem Fan und ist ein musikalischer Hoffnungsschimmer für dunkle Zeiten.
Ragazzki (Berlin): Das Duo Marti Fischer (35) und David "Miirtek" Starosciak (33) mischt Italo-Disco mit Polska-Pop – laut, verspielt und visuell markant. Mit "Ciao Ragazzki" bringen sie eine energiegeladene Performance auf die Bühne.
Sarah Engels (33, Köln): Ihre größte Leidenschaft ist ihre eigene Musik. Mit "Fire" setzt Sarah Engels ein emotionales Zeichen für Empowerment, Zusammenhalt und Selbstbestimmung.
wavvyboi (27, Liechtenstein): Mit Glitzer auf der Haut und verzerrter Gitarre verbindet wavvyboi in "black glitter" vielschichtigen Sound mit künstlerischer Freiheit – jenseits von Genregrenzen.
Begleitdoku und ESC-Konzerte im Sommer
Begleitend zum ESC würdigt die ARD das Wettbewerbs-Jubiläum im Mai mit der Dokumentation "70 Jahre ESC – More than Music". Die Doku (am 11. Mai im Ersten und ab 8. bereits in der Mediathek) "zeichnet ein facettenreiches Porträt des Wettbewerbs und beleuchtet seinen Einfluss auf Musik, Politik, Gesellschaft, Mode und die LGBTQIA+-Community", so der Sender zu der Zeitreise durch sieben Jahrzehnte ESC-Geschichte.
Im Sommer würdigt dann auch die EBU ihren Hit: Der Song Contest geht erstmals auf Tour durch mehrere europäische Städte, darunter in Deutschland Hamburg am 17. Juni und Köln am 23. Juni. Erste Tickets und Infos zu den auftretenden Künstler*innen soll es ab Februar auf der Eurovision-Webseite geben. (cw/pm)














