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Kinotipp

Die lesbische Prinzessin vom Planeten Clitopolis will ihre Ex zurück

Ab Donnerstag endlich im Kino: Der Teddy-Gewinnerfilm "Lesbian Space Princess" ist die utopisch-queere Science-Fiction-Animations-Komödie, von der wir nicht wussten, dass wir sie brauchen.


Prinzessin Saira ist am Boden zerstört: Ihre Freundin Kiki serviert sie ab. Als sie entführt wird, will Saira sie retten – und zurückgewinnen (Bild: Salzgeber)

Ein guter Name ist alles – und mit einem guten Namen fängt manchmal alles an. So war es auch bei "Lesbian Space Princess". Da stand der Titel, bevor es eine Geschichte dazu gab. Die Idee kam Emma Hough Hobbs unter der Dusche. Ihre Partnerin Leela Varghese fand ihn zuerst lächerlich, aber er blieb hängen. Also begannen die zwei australischen Filmemacherinnen, ihren ersten gemeinsamen Film zu schreiben.

Ihr Debüt beginnt mit einer Schocknachricht – zumindest für Saira. Die Prinzessin vom Planeten Clitopolis ist unsterblich in ihre erste Freundin Kiki verliebt. Doch die macht Schluss mit ihr. Saira und sie sind einfach zu unterschiedlich. Kiki ist eine Draufgängerin, Saira das langweiligste Mitglied der royalen Familie.

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Flug mit dem politisch inkorrekten Raumschiff


Poster zum Film: "Lesbian Space Princess" startet am 22. Januar 2026 bundesweit im Kino

Doch dann wird Kiki von den Straight White Malians entführt – einer Spezies, die vor langer, langer Zeit sehr mächtig war, jetzt aber in der Bedeutungslosigkeit versinkt. Saira wittert ihre Chance: Wenn sie Kiki rettet, vielleicht will sie dann zu ihr zurück?

Für Saira beginnt nicht nur eine Herausforderung, sondern auch ein Selbstfindungstrip: Die unsichere, schüchterne, nervöse junge Adelige muss gegen ihre Unsicherheiten kämpfen und den negativen Gedankenstrudel verlassen, um erfolgreich zu sein. Auf ihrem Weg ist sie unter anderem auf ein politisch inkorrektes Raumschiff angewiesen, aber sie begegnet auch Figuren, die sie – zum ersten Mal – so schätzen wie sie ist.

Eine quietschbunte Utopie

Es ist eine archetypische Heldinnenreise in einem besonderen Setting: Wir befinden uns in einer utopischen Gaylaxy, ein galaktischer Safe Space für alle queeren Menschen. Den Planeten Clitopolis – der schwer zu finden ist, genau wie ihre Namensgeberin – regiert ein Königinnenpaar, "hetero" ist die schlimmste Beleidigung, und nur die Doppelaxt Labrys kann Kiki befreien. Natürlich spielt das alles liebevoll mit Klischees – denn der Film nimmt sich ganz und gar nicht ernst und könnte vor lauter Augenzwinkern gleich das Auge geschlossen halten.

Die Filmemacherinnen haben eine wunderbare, quietschbunt-grelle und tolerante Welt erschaffen, in der es in jedem Bild etwas zu entdecken gibt. Der Animationsstil erinnert dabei eher an die vielen US-Animationsserien für Erwachsene wie "BoJack Horseman" oder "Family Guy" – nur superqueer aufgemotzt.

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Der Film verleiht ernsten Themen Leichtigkeit

Kaum ein Platz wird nicht genutzt, um ein lustiges oder schlüpfriges Detail zu verstecken oder eine Hommage an die queere Popkultur zu platzieren. Alleine für dieses Suchspiel lohnt es sich, "Lesbian Space Princess" mehrmals zu schauen.

Doch auch die Story begeistert: Der Animationsfilm ist eine urkomische Science-Fiction-Komödie, ein campy Space-Musical und ein Liebesdrama zugleich. "Lesbian Space Princess" ist nie zu seicht, um oberflächlich zu wirken, aber auch nie zu schwer, um nicht trotzdem lachen zu können. Es ist große Kunst, ernsten Themen Leichtigkeit zu verleihen. Hier gelingt es.

Der Film setzt sich intensiv mit psychischer Gesundheit auseinander – ein Thema, das in der queeren Community besonders präsent ist. Denn Prinzessin Saira fällt es schwer, auch nur eine positive Sache über sich zu sagen, sie geht nie raus und entschuldigt sich zu viel. Schuld sind, natürlich, die Eltern.

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Kampf gegen den riesigen Metall-Penis

Während die Prinzessin ihre Ex Kiki retten will, rettet sie vor allem sich selbst: Sie wächst über sich hinaus, besteht Prüfungen, bekämpft einen riesigen Metall-Penis und lässt nebenbei auch noch allerhand Blut fließen. Die Labrys ist nämlich mehr als nur ein Accessoire.

Das alles klingt schrill und abgefahren, und das ist es auch. Vor allem aber macht es großen Spaß. Das liegt nicht zuletzt auch an den Synchronsprecher*innen im Original wie in der hochkarätig besetzten deutschen Version: Die Schauspielerin Genet Zegay spricht Saira, in weiteren Rollen sind etwa die Darstellerinnen Lena Urzendowsky, Jasmin Tabatabai, Katy Karrenbauer und die Dragqueen Kelly Heelton zu hören.

Für ihren verspielten und doch politischen Film wurden die Regisseurinnen Emma Hough Hobbs und Leela Varghese im vergangenen Jahr mit dem Teddy-Award ausgezeichnet. Sie haben dem Animationsfilm einen dicken neonfarbenen queeren Stempel aufgedrückt, der hoffentlich noch lange hält und andere inspiriert.

Infos zum Film

Lesbian Space Princess. Animierter Science-Fiction-Film. Australien 2025. Regie: Leela Varghese, Emma Hough Hobbs. Laufzeit: 86 Minuten. Sprache: deutsche Synchronfassung. FSK 16. Verleih: Salzgeber. Kinostart: 22. Januar 2026
Galerie:
Lesbian Space Princess
14 Bilder
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