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- 21. Januar 2026, 04:34h 2 Min.
Drei bislang unbekannte Personen haben am Sonntagabend zwei junge Männer in einer Straßenbahn in Kassel verbal und mit Gesten beleidigt, bespuckt und mit geballten Fäusten bedroht. Da erkennbar ein homophobes Motiv vorliegt, werden die weiteren Ermittlungen wegen Beleidigung und Bedrohung wie in derartigen Fällen üblich bei der Kriminalinspektion Staatsschutz des Polizeipräsidiums Nordhessen geführt. Die Polizei sucht nach Zeug*innen und Fahrgästen, die Hinweise auf die Tatverdächtigen geben können.
Wie das 20 Jahre alte Opfer bei der Anzeigenerstattung am Montag auf dem Polizeirevier Ost schilderte, hatte sich die Tat zwischen 19:40 Uhr und 20:00 Uhr in einer Straßenbahn der Linie 7 zwischen dem Königsplatz und der Weserspitze ereignet. Dort hatten die drei unbekannten männlichen Jugendlichen ihn und seinen neben ihm sitzenden Begleiter unvermittelt verbal und durch anstößige Gesten homofeindlich beleidigt. Die beiden Männer hatten daraufhin nach Angaben des 20-Jährigen ruhig reagiert und das Trio aufgefordert, sie in Ruhe zu lassen. Als die Unbekannten an der Haltestelle "Weserspitze" ausstiegen, sollen sie die Männer noch bespuckt und an der Hose getroffen, mit geballten Fäusten gedroht und von außen gegen die Scheibe der Tram geschlagen haben, bevor diese weiterfuhr.
Bei den Tätern soll es sich um ca. 16 Jahre alte und 1,70 Meter bis 1,80 Meter große Jugendliche mit schwarzen Haaren gehandelt haben, die alle drei schwarze Hose mit weißem Aufdruck "Under Armour" trugen. Zwei sollen schwarze Jacken getragen und schmal gewesen sein, während der dritte Täter mit einer grauen Jacke etwas kräftiger beschrieben wird.
Neben den laufenden Ermittlungen, bei denen auch die Aufnahmen der Videoaufzeichnung der Bahn ausgewertet werden, bittet die Polizei nun um Hinweise auf die unbekannten Täter. Fahrgäste und Zeug*innen, die Hinweise geben können, melden sich bitte unter Tel. (0561) 9100 beim Polizeipräsidium Nordhessen.
Das Polizeipräsidium Nordhessen verfügt auch über eine Ansprechperson für LSBT*IQ. Sie fungiert als Bindeglied zwischen der queeren Community, den lokalen oder auch überregionalen Organisationen und der Polizei, um Hemmschwellen und Vorurteile abzubauen, aufzuklären und ein Zeichen gegen Diskriminierung zu setzen. (cw/pm)













