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"Hyperlove"

Mika meldet sich zurück – mit viel Liebe und Songs für CSD und Dancefloor

Nach zwei eher durchwachsenen Alben schlägt Mika mit "Hyperlove" einen neuen Weg ein, probiert sich aus und dürfte damit vor allem bei den queeren Zuhörer*innen ziemlich gut landen.


Mikas Karrriere begann vor 20 Jahren mit der Single "Relax, Take It Easy" (Bild: Sacha Cohen)

"Hyperlove" bedeutet so viel wie Überliebe. Oder auch obsessive Liebe, denn Liebe gibt es bekanntlich selten genug. Mika möchte davon schon ganz früh im neuen Jahr besonders viel verteilen, spürt er offensichtlich eine riesige Ladung davon in sich. Nach fast sechseinhalb Jahren gibt es mit dem Album "Hyperlove" (Amazon-Affiliate-Link ) endlich neues Material.

Erinnern wir uns nicht alle noch gut, als in der zweiten Hälfte der 2000s alle par Monate ein neuer Mika-Track um die Ecke kam, der sich kompromisslos in den Gehörgang zeckte? Große Popmelodien, die Retro wirkten und mit einer unnachahmlichen Menge an purer Positivenergie durchtränkt waren, zusätzlich aber noch auf sehr hohem Level vorgetragen wurden. Der britische Musiker mit Wurzeln im Libanon drehte die Charts einmal auf links und begeisterte Radiohörer*innen wie Indie-Fans und Kritiker*innen gleichermaßen. Sein Debüt "Life in Cartoon Motion" und die damit einhergegangenen Singles "Grace Kelly" und "Relax, Take It Easy" brachten dem schwulen Künstler mit äußerst gut schwingenden Stimmbändern neben diversen Gold- und Platinauszeichnungen unter anderem auch einen BRIT Award und einen Echo sowie zusätzlich eine Grammy-Nominierung ein.

Direktlink | Neue Musik von Mika: Offizielles Musikvideo zu "Immortal Love"
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Zwar sind seit 2013 bei uns keine seiner Singles mehr gechartet und auch mit den Albumverkäufen wurde es schwierig – dennoch war Mika immer musikalisch tätig und ist besonders bei unseren Nachbar*innen in Frankreich und Belgien angesagt wie eh und je. Mit "Hyperlove" steht nun sein erster englischsprachiger Longplayer seit Herbst 2019 an, dazwischen gab es aber für die frankophilen Liebhaber*innen mit "Que ta tête fleurisse toujours" ein rein französischsprachiges Album sowie einen im Schloss Versailles aufgenommenen Livemitschnitt. Nun wird aber wieder internationaler gedacht.

Ab dem zweiten Song werden die Dancing Shoes angezogen


Das Album "Hyperlove" ist seit 23. Januar 2026 im Handel erhältlich

Musikalisch überrascht das neue Werk recht ordentlich, denn offensichtlich kommt das "Hyper" nicht von ungefähr. Futuristisch und elektronisch führt die durch mehrere Oktaven gleitende Stimme, die einfach immer noch in wenigen Sekunden für ein Lächeln und einen Endorphin-Kick sorgt, durch leicht spacige Klangwelten. Nie zu abgefahren, aber auch nicht ganz so mainstreamig. Dabei wird vor allen Dingen in dem Titeltrack als Opener mit konventionellen Pianosounds fast schon introvertiert und nur langsam aufbauend gestartet, bevor dann Synthie-Spielereien für den Abschuss bereitmachen.

Denn ab "Modern Times", dem zweiten Song, sind die Dancing Shoes angezogen und werden auch fast bis zum Ende durchgängig gebraucht. Gerade in der zurückgefahrenen Bridge vorm Refrain erinnert "Modern Times" an Mika 2007, aber sowohl die sprechgesang-artigen Strophen und der sehr treibende Chorus zielen so sehr auf Club ab wie noch nie. Ähnlich machte es schon der 90s-Techno-Beat in der ersten Single "Immortal Love" vor. Bevor Madonna also in wenigen Monaten mit ihrer Fortsetzung zu "Confessions on a Dance Floor" wieder tanzfähiges EDM-Futter bereitstellt, macht Mika das einfach schon jetzt.

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Ein Album, das zum Frühling passt

Der kosmische Aspekt kommt ganz besonders bei "Dreams" und dem durch 150-Stimmverzerrer gedrehten "All The Same" durch. Balladenfans müssen sich lediglich mit einer einzigen Cool-Down-Nummer zufriedengeben, denn nur bei "Take Your Problems With You" gibt es eine richtige Verschnaufpause und mit rauschenden Hintergrundgeräuschen eine kleine Achtsamkeitsübung. Einfach alles mal da lassen, wo es ist, und kurz im Hier ankommen.

Direktlink | Offizielles Musikvideo zum Song "Modern Times"
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Eine LP, die zum Frühling passt und bei den ersten warmen Sonnenstrahlen wohl noch besser kickt. Dann können lockerflockige Liebesgeständnisse wie "Nicotine" oder das flirty-anschmiegsame "Excuses for Love" sich erst recht entfalten. Das treibende "Spinning Out" und das 4-to-the-Floor-Rhythmus-Powerhouse "Eleven" – das seltsamerweise Track 12 statt 11 ist – sind starke Anwärter für die CSD-Saison. Mika schlägt nach zwei eher durchwachsenen Alben einen neuen Weg ein, probiert sich aus und könnte damit vor allen Dingen bei den queeren Zuhörer*innen ziemlich gut landen.

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