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Nominierungen bekanntgegeben
Queere Themen bei Oscars nur Nebensache
In den letzten Jahren standen queere Themen bei Oscar-Nominierungen immer wieder hoch im Kurz. Dieses Jahr ist das anders.

Komiker Conan O'Brien führt wie schon im letzten Jahr Mitte März erneut durch die Oscar-Verleihung (Bild: IMAGO / Cinema Publishers Collection)
- 23. Januar 2026, 12:52h 2 Min.
Die 98. Oscarverleihung weist eine erschreckend niedrige Zahl an queeren Nominierungen auf. Divers geht es nach den am Donnerstag verkündeten Nominierungen dennoch zu: Ryan Cooglers Epos "Blood & Sinners", das wie viele Vampirfilme immerhin einen queeren Subtext aufweist, dominiert mit 16 Chancen auf einen Academy Award die Kandidatenliste.
Außerdem wird ein weiterer Rekord aufgestellt: Zehn schwarze Künstler*innen wurden für ihre Arbeit an dem Film gewürdigt, wie "Variety" berichtet. Damit zieht "Blood & Sinners" mit "Judas and the Black Messiah" aus dem Jahr 2021 gleich. Außerdem gibt es ein Rekordjahr für Lateinamerikaner*innen. Auch Frauen werden mehr berücksichtigt: Mit 74 Nominierungen gibt es drei mehr als 2023 – und damit so viele wie nie zuvor.
Dennoch wurden queere Hoffnungen zerschlagen: Besonders auffällig ist, dass "Wicked: Teil 2" völlig übergangen wurde und keine einzige Nominierung erhielt. Der erste Teil schaffte noch zehn Nominierungen und gewann zwei Oscars.
Der schwule Kostümdesigner Paul Tazewell, der 2025 mit seiner Arbeit am ersten "Wicked"-Film Oscar-Geschichte schrieb, sowie die queere Hauptdarstellerin Cynthia Erivo sind also überraschend bei den Nominierungen übergangen worden. Auch Ariana Grande ging leer aus, Ebenso wurde keiner der Originalsongs aus Wicked: Teil 2" — "The Girl in the Bubble" und "No Place Like Home" — berücksichtigt. Auf Social Media gibt es viele Beschwerden über die Nicht-Nominierungen. "Ihr habt besseres verdient", schrieb etwa ein fassungsloser Fan.
/ blazedbylerwicked for good getting ZERO nominations at the oscars is weird idc. not even costume design??? production design??? visual effects??? song??? and ariana and cynthia you both deserve better pic.twitter.com/fgdLH64NHm
landon (@blazedbyler) January 22, 2026
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Keine Nominierungen gab es zudem für queere Projekte wie "Twinless", "The Wedding Banquet" oder "The History of Sound", um nur einige zu nennen.
Ein paar Lichtblicke
Einige Lichtblicke gibt es dennoch: So erhielt "Come See Me in the Good Light" eine Nominierung als beste Dokumentation. Der Film erzählt von Andrea Gibson (1975-2025), eine*r nichtbinäre*n Slam-Poet*in und Aktivist*in. Außerdem hat "A Friend of Dorothy" mit Miriam Margolyes und Stephen Fry Chancen auf den Preis als bester Kurzfilm. Die 21-minütige britische Produktion handelt von queerer Geschichte und Identität.
Die 98. Verleihung der Academy Awards findet in der Nacht vom 15. auf den 16. März statt. In Deutschland zeigte der TV-Sender ProSieben das Mega-Event live in der Nacht von Sonntag auf Montag. Moderiert wird die Zeremonie erneut von Komiker Conan O'Brien. (dk)
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