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Hilfe bei Identitätsfindung

Bronski Beat half Kunst-Star Wolfgang Tillmans beim Coming-out

Musik und Identität: Der Künstler Wolfgang Tillmans erzählt, warum die Gruppe Bronski Beat für ihn eine besondere Rolle spielt.


Wolfgang Tillmans erzählt von seinem Coming-out (Bild: IMAGO / Sven Simon)
  • 23. Januar 2026, 13:08h 2 Min.

Der Song "Smalltown Boy" von Bronski Beat hat dem 57-jährigen Kunst-Star Wolfgang Tillmans beim Coming-out geholfen. Er habe sein Coming-out 1984 erleben können, als der Song der Band um Jimmy Somerville in den Charts war, sagte der international erfolgreiche Fotokünstler der "Rheinischen Post".

"Zu wissen, dass ich nicht alleine bin, das ist besonders gewesen", sagte Tillmans. Es habe ihm Kraft gegeben. Im Video zu dem Welthit geht es um einen jungen schwulen Mann aus der Provinz, der zu Hause Unverständnis und Gewalt erlebt und sich aufmacht nach London.

"Popmusik hat immer schon junge Menschen in ihrer Identitätsfindung unterstützt. Sie hilft, Gefühle von Einsamkeit zu überwinden. Vor allem, wenn man auf dem Dorf lebt und abgeschnitten ist von anderen Menschen. Insofern war Musik als Ausdrucksform ganz früh für mich relevant", sagte Tillmans.

Im Fahrwasser von David Bowie

1984 konnten Popstars "noch nicht offen schwul sein, und deshalb haben sie eine Formensprache geschaffen, die einerseits eindeutig das ist, was man heute queer nennen würde", sagte Tillmans. "Gleichzeitig war sie komplett im Mainstream und galt als stylish. Alles natürlich im Fahrwasser von David Bowie, der große Pate für die ganze 1980er-Jahre-Generation." Weitere für ihn wichtige Musiker*innen seien Laurie Anderson und die Pet Shop Boys gewesen.

An diesem Samstag stellt Tillmans seine eigene Musik im Wuppertaler Club "Open Ground" vor. Tillmanns ist im benachbarten Remscheid geboren und aufgewachsen.

Er gehört zu den erfolgreichsten Foto-Künstlern der Welt. Bekannt ist er für seine feinfühligen Porträts, Stillleben und abstrakten Arbeiten. In den Neunzigerjahren begann er seine internationale Karriere mit hochgelobten Fotografien der Rave- und Gay-Szene in London und Berlin. Als erster nicht-britischer Fotograf gewann Tillmanns 2000 den renommierten Turner Prize. Sein Werk erkundet oft das tägliche Leben, Subkulturen und die Grundlagen der Fotografie. Tillmans ist als "politischer Künstler" bekannt, der sich aktiv für Demokratie, europäische Integration und gegen den Brexit sowie Diskriminierung einsetzt. Er engagiert sich auch für LGBTI-Rechte und gegen Rassismus, etwa mit der von ihm 2017 gegründete Stiftung Between Bridges. (dpa/cw)

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