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Robert Oboussier

Weil er schwul war, wurde er gecancelt

Der international renommierte Schweizer Komponist Robert Oboussier wurde 1957 von einem 18-jährigen Sexarbeiter ermordet. Ein neues Buch erzählt seine "vergessene" Geschichte.


Robert Oboussier (1900-1957) war ein Schweizer Komponist und Musikkritiker (Bild: IMAGO / UIG)
  • 27. Januar 2026, 12:13h 2 Min.

1957 wurde in Zürich der international renommierte Schweizer Komponist Robert Oboussier von einem 18-jährigen Sexarbeiter ermordet. Der Mord markierte nicht nur ein abruptes Ende seines Lebens, sondern leitete auch das Verschwinden seines Werks aus dem öffentlichen Bewusstsein ein. Nachdem die polizeilichen Ermittlungen ergaben, dass sich die Tat im "homosexuellen Milieu" ereignet hatte, entwickelte sich ein politisch und medial aufgeladener Skandal. In dessen Folge gerieten sowohl Oboussier als Person als auch seine Musik über Jahrzehnte in Vergessenheit.

Erstmals vollständiges Werkverzeichnis veröffentlicht


"Robert Oboussier: Beiträge zu einem verschwiegenen Opus" ist im Schweizer Verlag edition clandestin erschienen

Anlässlich seines 125. Geburtstags widmet sich nun erstmals ein umfangreicher Band Leben und Wirken des Komponisten. Namhafte Autor*­innen untersuchen sein musikalisches Werk, sein intellektuelles Umfeld sowie das gesellschaftliche Klima der Zeit. Ein besonderer Fokus liegt auf den Hintergründen seiner Ermordung und auf der Rolle der Medien, die maßgeblich dazu beitrugen, dass Oboussiers Musik nach 1957 verstummte.

"Robert Oboussier: Beiträge zu einem verschwiegenen Opus" (Amazon-Affiliate-Link ) ist als zweisprachiges Buch in Deutsch und Französisch erschienen und versammelt Beiträge, die sich der Biografie, der Musik und dem tragischen Nachleben Oboussiers aus unterschiedlichen Perspektiven nähern. Erstmals wird zudem sein vollständiges Werkverzeichnis veröffentlicht. Parallel zur Publikation erscheint die erste CD-Veröffentlichung mit Kompositionen aus seinem Œuvre.

Das Projekt versteht sich als historisch bedeutsamer Beitrag zur Wiederentdeckung eines Komponisten, dessen Arbeiten die Zeit vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg prägten. Zugleich macht es sichtbar, wie sehr gesellschaftliche Vorurteile und Skandalisierungen das kulturelle Gedächtnis beeinflussen können. (dd/pm)

Direktlink | Robert Oboussier "Fantasie für Klavier"
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Infos zum Buch

Ramon Bischoff: Robert Oboussier. Beiträge zu einem verschwiegenen Opus. Texte: Ramon Bischoff, Tomas Bächli, Ursula Pia Jauch, Eva Moser, Ernst Ostertag, Alicia Pajón Fernández, Bruno Rauch. Abb. 4-farbig. Deutsch, Französisch. 208 Seiten. edition clandestin. Basel 2025. Gebundene Ausgabe: 45 € (ISBN 978-3-907262-72-6).

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