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Sportreporter macht auf Homophobie

Waldemar Hartmann fordert offenbar Verbot von CSD-Demos

Der frühere ARD-Sportexperte Waldemar Hartmann hat in einem wirren Tweet angedeutet, dass CSD-Demonstrationen verboten werden sollten – oder dass über sie zumindest nicht mehr berichtet werden darf.


Waldemar Hartmann bei einem Spiel im DFB-Pokal 2009 in Düsseldorf (Bild: IMAGO / Chai v.d. Laage)

Ex-"Sportschau"-Moderator Waldemar Hartmann hat auf X offenbar angeregt, CSD-Demonstrationen künftig zu untersagen. Wörtlich schrieb der 77-Jährige am Dienstag: "Das Filmen von sexuell motivierenden Handlungen in der Öffentlichkeit,etwa am Strand oder in der Sauna, soll verboten werden. Das fordern die Landesregierungen von Schleswig-Holstein und NRW (beide schwarz-grün)im Bundesrat. Sie sollten gleich die CSD-Umzüge z.B. in Berlin oder Köln mit in den Gesetzentwurf aufnehmen." Unklar ist, ob Hartmann CSDs verbieten will oder ein Fotografier-Verbot auf Demonstrationen für queere Rechte fordert, also die Berichterstattung über CSDs einschränken will.


(Bild: X)

Hartmann bezieht sich in seinem Tweet auf einen Vorstoß aus der Politik, wonach voyeuristische Aufnahmen etwa in Saunas oder beim Jogging künftig unter Strafe gestellt werden sollen. Anlass war, dass heimliches Filmen etwa in Saunas bislang nicht bestraft werden kann, weil ein Badehaus laut Gesetz kein "geschützter Raum" sei. Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen (nicht Schleswig-Holstein, wie von Hartmann behauptet) haben diesen Monat einen Antrag in der Länderkammer eingebracht, um dies künftig unter Strafe zu stellen (PDF). Derartige Aufnahmen stellten demnach "einen erheblichen Eingriff in das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung in Verbindung mit dem Recht am eigenen Bild" dar, heißt es in dem Antrag.

Welchen Zusammenhang es zwischen dem Kampf für das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und CSD-Verboten gibt, dazu machte Hartmann bislang keine Angaben.

Auf X gab es in Kommentaren viel Kritik an dem Vorstoß Hartmanns. "Kinder haben dich 30 Jahre lang hackedicht im Fernsehen ertragen müssen, aber CSDs sind schädlich", kommentierte ein Nutzer. "Homophob sind Sie also auch", ein anderer. Es gab aber auch Zustimmung. So meinte ein User: "So obszön und pervers, wie die sich teilweise produzieren, wäre ein Verbot angemessen."

Hartmann war einst ein angesehener Journalist und Sportreporter, der etwa die "Sportschau" im Ersten moderierte. Zu seinen weiteren Sendungen gehörten unter anderem die Late-Night-Show "Olympia mit Waldi & Harry" mit Harald Schmidt als Co-Moderator oder "Waldis WM-Club".

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Abdriften nach Rechtsaußen, aber er soll "schwule Freunde" haben

Zuletzt driftete Hartmann ab: Seit 2023 arbeitet er für das rechtspopulistische Portal "Nius" von Julian Reichelt, das immer wieder gegen CSD-Demonstrationen Stimmung macht. Auch Hartmann beschrieb in einer "Nius"-Sendung im letzten Sommer den CSD in Köln als Ort, an dem es darum geht, öffentlich gleichgeschlechtlichen Sex zu haben. "Es ist eklig, es ist peinlich", so seine Urteil über den CSD.

Dabei gebe es Diskriminierung von queeren Menschen heutzutage überhaupt nicht mehr, deutete Hartmann in der selben Sendung an: "Also, wenn ich meine schwulen Freunde frage, die sagen: 'Alles ist gut'". (cw)

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