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Gina Yashere spricht Klartext

"Star Trek"-Star: "Zerbrechliche, zornige weiße Männer" haben Probleme mit "Weltraum-Lesben"

Die neue Serie "Star Trek: Starfleet Academy" muss viel Kritik einstecken, auch aus dem MAGA-Lager. Die lesbische Hauptdarstellerin Gina Yashere macht sich darüber in einem Social-Media-Beitrag lustig.


Gina Yashere (li.) spielt die resolute Lura Thok, die mit Jett Reno (Tig Notaro) eine Beziehung führt

Die lesbische Schauspielerin Gina Yashere hat auf Instagram mit deutlichen Worten auf Kritik an Vielfalt in der neuen Serie "Star Trek: Starfleet Academy" reagiert. "All der ganze Hass, der uns entgegenschlägt, kommt von zerbrechlichen, zornigen weißen Männern, die entweder über unsere nichtweiße Hautfarbe oder über unsere Körpermaße sprechen. Das ist offen gesagt albern. Und es bringt mich dazu, noch woker zu werden", so die 51-jährige Britin mit nigerianischen Wurzeln, die in der in Kanada gedrehten US-Serie Kommandantin Lura Thok spielt. Ihre Figur ist in einer Beziehung mit Jett Reno, die von der lesbischen Komikerin Tig Notaro dargestellt wird.

In ihrem Instagram-Beitrag spielte Yashere ironisch auf ihre sexuelle Orientierung an ("Ich bin praktisch mit einem Werkzeuggürtel geboren worden") und machte Werbung für ihre Serie ("Diese Weltraum-Lesbe sagt euch, dass 'Star Trek: Starfleet Academy' jetzt gestreamt werden kann"). Außerdem stellte sie klar: "Wir sind woke. Wokig, wokig. Superwoke. Die Wokesten der Woken!"

In dem Video verlinkte Yashere einen Beitrag aus der HBO-Talkshow "Real Time with Bill Maher", in der sich der Moderator über eine Äußerung von Trump-Berater Stephen Miller lustig macht, der die Vielfalt in der neuen "Star Trek"-Serie als "tragisch" bezeichnet hatte. Mahers Antwort: Es sei tragisch, wenn ein 40-jähriger Mann über "Star Trek" tweetet.

Neben Miller machten sich auch weitere Persönlichkeiten aus dem Trump-Umfeld über "Star Trek" lustig. Sie warfen der Serie vor, "woke" zu sein und behaupteten, die vor 60 Jahren veröffentlichte Originalserie habe nicht gesellschaftspolitische Themen behandelt. Allerdings war die multikuturelle Brückencrew oder der berühmte Kuss zwischen Uhura (Nichelle Nichols) und Captain Kirk (William Shatner) schon damals zu viel für Konservative – Themen wie Faschismus, Gender oder Krieg spielten in vielen Folgen eine Rolle.

Auch der für seine Transphobie berüchtigte Multimilliardär Elon Musk gab seine Meinung zu "Star Trek" kund: Der 54-Jährige amüsierte sich vor zwei Wochen über die Körpermaße der Darstellerinnen und eine Szene, in der Kapitänin Nahla Ake (Holly Hunter) eine Brille trägt. Dazu kommentierte er sarkastisch, dass bestimmte futuristische Technologien offenbar nicht existierten. Freilich gab es schon vorher altmodische Sehhilfen im "Star Trek"-Universum. So nutzte Captain Kirk in "Star Trek II: Der Zorn des Khan" eine Lesebrille. Diese Produktion kam vor 44 Jahren in die Kinos und gilt unter vielen Fans als bester "Star Trek"-Film der Geschichte.

Schon beim Musk-Tweet reagierte Yashere auf die Kritik – und zwar mit ihren eigenen Beleidigungen: "Er sieht aus, als hätte jemand ein Kondom mit Kartoffelpüree gefüllt und Augen hineingeschnitten. All dieses Geld und all dieser Einfluss – und das ist es, was er daraus macht. Lächerlich." Weiter schrieb sie: "Ich bin sicher, dass jetzt alle Incels [rechtsextreme, sexuell nicht befriedigte heterosexuelle Männer] hierherkommen werden, um ihren König zu verteidigen und mir zu erzählen, wie fett, hässlich und alt ich bin. Zum Glück habe ich nie davon gelebt, Schönheitskönigin zu sein – sie müssen sich also schon kreativere Beleidigungen einfallen lassen. Mal sehen, ob sie das schaffen, ohne rassistisch zu werden."

"Star Trek: Starfleet Academy" ist am 15. Januar im kostenpflichtigen Streamingportal Paramount+ gestartet, jede Woche wird eine neue Episode veröffentlichten. Die Serie spielt im 32. Jahrhundert, als sich die Vereinigte Föderation der Planeten von einem katastrophalen Ereignis erholt. Die neue Reihe hat gute Kritiken erhalten und offenbar zufriedenstellende Abrufzahlen. Paramount hat bereits eine zweite Staffel geordert.

Allerdings waren einige Fans über Veränderungen in der Erzählweise oder von der Darstellung der Figuren nicht begeistert. Aber auch das hat bei "Star Trek" Tradition: Als "Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert" 1987 veröffentlicht wurde, liefen viele Fans Sturm, weil die neue Reihe das Andenken an die Crew der Sechzigerjahre beschädigen würde – heute bevorzugen die meisten Trekkies die "Next Generation" gegenüber der actionorientierteren Originalserie. (dk)

Direktlink | Lura Thok setzt nicht auf Kuschelpädagogik
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