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Österreich
FPÖ: Anerkennung von queeren Menschen führt zum Kommunismus
Norbert Nemeth, der seit 20 Jahren Fraktionsgeschäftsführer der FPÖ im Nationalrat ist, sieht offenbar in jeder queeren Person einen kleinen Stalin.

Norbert Nemeth warnt nicht nur vor der roten Gefahr – sondern insbesondere vor der rosaroten (Bild: IMAGO / photonews.at)
- 28. Januar 2026, 12:45h 3 Min.
Der prominente österreichische Politiker Norbert Nemeth hat in einem Interview mit der Tageszeitung "Kurier" (Bezahlartikel) davor gewarnt, dass die Anerkennung queerer Menschen zum Kommunismus führen werde. Er zeigte sich insbesondere über die Existenz von trans Menschen verwirrt.
"Es geht nicht um Vielfalt, sondern um Verwirrung – das ist die Strategie", so der 57-Jährige, der seit 2006 FPÖ-Klubdirektor (Fraktionsgeschäftsführer) im österreichischen Bundesparlament ist. Es gehe darum, "eine gesellschaftliche Grundlage zu unterminieren, um eine neue errichten zu können. Eine Gesellschaft, die dann keine kapitalistische, sondern eine kommunistische sein soll". Weiter erklärte Nemeth: "Warum überlebt der Kapitalismus? Weil er unsere gesellschaftliche Grundlage bildet. Der Kommunismus kann erst kommen, wenn es zu einer Änderung des Bewusstseins und der Gesellschaftspolitik gekommen ist."
Die "Queer-Ideologie" führe insgesamt zu einem "negativen Menschenbild", denn: "Einerseits werden Mann und Frau als Gegensatz dargestellt oder etwas, das verschwinden soll. Auf der anderen Seite wird der Weiterbestand der Menschheit infrage gestellt. Es geht in dieser Ideologie auch nicht um die Gleichberechtigung von Homosexuellen oder die Gleichstellung von Mann und Frau. Im Gegenteil." Vielmehr missachteten queere Menschen die Natur – sie würden sich also unnatürlich verhalten, indem sie ihre "Kultur" überstülpten.
Nemeth: Queere Menschen auf Kriegsfuß mit der deutschen Sprache
Er warf queeren Menschen zudem vor, mit der deutschen Sprache auf Kriegsfuß zu stehen. Diese werde zur "politischen Waffe", behauptete Nemeth. "Es geht den Queer-Vertretern auch darum, die Grammatik zu verändern, die sie als ein Schlachtfeld sehen, auf dem die kritisierte Binarität stattfindet. Ich sage: Ein Großbuchstabe hat am Anfang eines Satzes oder zu Beginn eines Hauptwortes etwas verloren und sonst nirgends." Ironischerweise wird er dabei von der "Kurier"-Reporterin mit dem Pronomen "Sie" angesprochen – mitsamt einem Großbuchstaben.
Die FPÖ wurde bei den Nationalratswahl 2024 mit 29 Prozent stärkste Fraktion im österreichischen Parlament (queer.de berichtete). Laut aktuellen Umfragen könnte die rechtsextreme Partei sogar 36 Prozent der Stimmen erreichen.
Kommunismus-Vorwurf verbreitet unter Rechten oder katholischen Bischöfen
Der Vorwurf, dass queere Sichtbarkeit oder Anerkennung zum Kommunismus führe, ist in Rechtsaußen-Kreisen weit verbreitet. Elon Musk erklärte die Transgeschlechtlichkeit seiner Tochter etwa damit, dass sie von einem "kommunistischen, woken Virus" befallen worden sei. Schwule Soldaten sind für US-Verteidigungsminister Pete Hegseth Teil einer "marxistischen" Agenda. Der frühere polnische Staatspräsident Andrzej Duda behauptete, queere Menschen seien zerstörerischer als der Kommunismus.
Auch die katholische Kirche bedient sich gerne dieses Vergleiches. Der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller stellte queeren Aktivismus etwa mit Kommunismus und sogar dem Nationalsozialismus gleich. Auch polnische Bischöfe wiederholen gerne derartige Vorwürfe.
Im Kommunismus werden queere Menschen meist unterdrückt
In echten kommunistischen Regimen werden queere Menschen dagegen in der Regel verfolgt. Die Sowjetunion sah Homosexualität etwa als "bourgeoise Dekadenz" oder "antisowjetisches Verhalten" an und schickte queere Menschen in Gulags, in denen viele zu Tode kamen. In der Volksrepublik China ist Homosexualität zwar heute nicht mehr offiziell illegal, sexuelle und geschlechtliche Minderheiten werden aber von der kommunistischen Regierung als minderwertig betrachtet. Seit Jahren ist etwa die Darstellung von queeren Menschen in Fernsehen und Internet verboten (queer.de berichtete). (dk)














