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Musikstar auf Rechtskurs
Rapperin Nicki Minaj: Bin "wahrscheinlich größter Fan" von Trump
Die einst als queerfreundlich geltende Künstlerin präsentierte nach einer Veranstaltung mit dem Präsidenten auch eine "Trump Gold Card", die einem lebenslangem Visum gleichkommt.
- 29. Januar 2026, 17:19h 3 Min.
Die bekannte US-Rapperin Nicki Minaj hat sich selbst als "wahrscheinlich größter Fan" von US-Präsident Donald Trump bezeichnet. Bei einer Veranstaltung in Washington trat die selbsterklärte "Königin des Rap" am Mittwoch an Trumps Seite auf und betonte, an ihrer Unterstützung für Trump werde sich auch nichts ändern. Bereits in den letzten Wochen hatte sich die in Trinidad und Tobago geborene Musikerin überraschend als Unterstützerin der Maga-Bewegung von Trump gezeigt – was zu viel Kritik in sozialen Netzwerken unter anderem auch von queeren Fans führte.
"Der Hass oder das, was die Leute sagen, beeinflusst mich überhaupt nicht. Es motiviert mich sogar, ihn (Trump) noch mehr zu unterstützen", ergänzte Minaj. Der US-Präsident nahm daraufhin ihre Hand, während ein anderer Redner ans Mikrofon trat.
Die 43-jährige Musikerin gilt als eine der einflussreichsten Rap-Künstlerinnen weltweit. Ihre jüngste Unterstützung für den Rechtspopulisten Trump ist jedoch keineswegs selbstverständlich: Noch im Jahr 2018 kritisierte sie öffentlich Trumps Einwanderungspolitik während dessen erster Amtszeit.
"Goldenes" Visum für Minaj
Während die Trump-Regierung ihren Kampf gegen Einwanderung zuletzt nicht nur in Rhetorik zuspitze, sondern auch mit den umstrittenen und inzwischen mehrfach tödlichen Einsätzen der Einwanderungsbehörde ICE für Dauerschlagzeilen sorgte, präsentierte die 43-Jährige nach dem Auftritt mit Trump auf X ein Foto mit der "Trump Gold Card". Das Weiße Haus griff den Beitrag auf und verbreitete ihn weiter, verbunden mit einem Link zur Internetseite des Programms. Mit der "Trump Gold Card" können sich vermögende Ausländer*innen gegen Zahlung von einer Million US-Dollar ein Aufenthaltsrecht in den USA sichern.
Das System ähnelt der bekannten Green Card. Nach Angaben der US-Regierung zielt das Programm darauf ab, besonders qualifizierte und vorab überprüfte Arbeitskräfte für Unternehmen in den USA zu gewinnen. Die Karte selbst trägt neben Trumps Namen auch sein Konterfei neben der Freiheitsstatue. Ihre Staatsbürgerschaftsunterlagen würden nun abschließend bearbeitet – "laut MEINEM wunderbaren, gnädigen, charmanten Präsidenten", fügte Minaj auf X hinzu. Die goldene Karte habe sie kostenlos bekommen.
Maga- statt LGBTI-Community
Minaj hatte früher in ihren Werken mit queerer Optik gespielt, sich gar mal als bisexuell geoutet, was sie später zurücknahm, und sich oft queerfreundlich geäußert. 2020 war sie Gastjurorin bei "RuPaul's Drag Race". Viele queere Menschen zählten zu ihren größten Fans.
Ende letzten Jahres trat sie dann in einem von FOX übertragenen Gespräch mit Erika Kirk, der Witwe des erschossenen Charlie Kirk, auf, lobte die queerfeindliche Regierung Trumps und griff den kalifornischen Gouverneur Gavin Newsom für die angebliche Unterstützung für "trans Kinder" an, teilte später auch einen X-Beitrag der Trump-Regierung gegen "Männer im Frauensport".
Minajs mit Obszönitäten gespickten Texte und ihr einzigartiger Gesangsrhythmus machten sie 2010 berühmt. Zu ihren Hits gehören Songs wie "Starships", "Bang Bang" und "Anaconda". Bekannt ist sie auch für ihren Kleidungsstil mit Neon-Kostümen und Perücken.
Bei der Veranstaltung am Mittwoch hatte Trump sein Programm "Trump Accounts" mit 1.000 Dollar Startguthaben für Neugeborene näher vorgestellt. Das Programm wird teilweise aus der Privatwirtschaft wie Banken und Kreditkartenfirmen finanziert oder zusätzlich unterstützt. Die steuerbegünstigten Anlagen sollen Kindern nach Ankündigungen der Regierung langfristig Zugang zu Kapital verschaffen und mindestens bis zum 18. Lebensjahr in Indexfonds investiert werden. Bei der Veranstaltung sagte der US-Präsident, dass Minaj hunderttausende Dollars für "Trump Accounts" für Neugeborene spenden werde. (cw/dpa/AFP)















