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"Alle Menschen sind anders"
Mark Waschke fordert mehr Natürlichkeit bei der Darstellung von Queerness im TV
Mark Waschke ist genervt, wenn das deutsche Fernsehen mit erzieherischen Ansätzen queere Personen darstellt – nach dem Motto: "Schwule sind auch nur Menschen, die bringt man nicht um."

Mark Waschke spielt seit über zehn Jahren Kommissar Robert Karow im "Tatort" (Bild: rbb / Volker Roloff)
- 30. Januar 2026, 11:41h 2 Min.
Der queere Schauspieler Mark Waschke setzt sich für eine selbstverständlichere Darstellung von Queerness im deutschen Fernsehen ein. "Man sollte das in einer Selbstverständlichkeit, einer Beiläufigkeit und Natürlichkeit erzählen, ohne etwas zu erklären", sagte Waschke in einem Interview mit dem Nachrichtenportal "Web.de News". Der Berliner "Tatort"-Kommissar kritisierte dabei insbesondere erzieherische Ansätze: "Nichts ist schlimmer als ein 'Tatort', der erzählen will: Schwule sind auch nur Menschen, die bringt man nicht um. Man sollte nicht erziehen, sondern den Bogen größer spannen."
Im "Tatort" stellt Wascke mit Robert Karow den ersten Kommissar dar, der Sex mit Männern hat (queer.de berichtete). "Ich finde es toll, wie man es geschafft hat, das so in den Mainstream plumpsen zu lassen: Steht er nun auf eine Frau oder einen Mann?", sagte Waschke zu seiner Figur. Der 53-Jährige ist "sehr stolz auf den Realismus", den das Berliner Team vorangetrieben habe. "Zu dieser Unordnung gehört auch, zu erzählen, dass Familien nicht nur so oder so sind. Dass alle Menschen anders sind."
Im aktuellen Berliner "Tatort: Gefahrengebiet", der diesen Sonntag im Ersten ausgestrahlt wird, verabschiedet sich Corinna Harfouch nach sechs Folgen als Kommissarin Susanne Bonard. Waschke bedauert den Abschied seiner Kollegin: "Wegen mir hätte sie weitermachen können, das ist wahr. Aber ich respektiere und achte es vollkommen, dass sie sagt, sie findet es albern, als 71-Jährige noch als Kommissarin im 'Tatort' rumzustolpern." In der Folge geht es darum, dass auf einer abgelegenen Industriebrache am Rand von Berlin ein toter Obdachloser gefunden wird. Bissspuren an der Leiche lassen zunächst an einen Wolfsangriff denken. Doch dann fangen die Kommissar*innen an zu ermitteln – und es kommt: Es war Mord.
Für seine eigene Zukunft im "Tatort" hat Waschke noch viele Ideen: "Die Figur ist noch nicht auserzählt, ich habe das Gefühl, Robert Karow kann jetzt nochmal richtig loslegen." (pm/cw)
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