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Brandenburg

Mutmaßlich homophobe Polizeischüler weiter im Dienst

Zwei Kommissarsanwärtern wurde vor einem halben Jahr vorgeworfen, Homosexuelle als "kranke Menschen" beschimpft zu haben. Bislang wehren sich die beiden aber erfolgreich gegen ihre Entlassung.


In der Polizeischule tummeln sich weiter Kommissaranwärter, die Homo­sexuelle als "kranke Menschen" beschimpft haben sollen (Bild: fsHH / pixabay)

Im vergangenen Sommer ist der Fall von zwei Kommissaranwärtern der Polizei-Hochschule im brandenburgischen Oranienburg bekannt geworden, die in Lehrveranstaltungen durch extrem rassistische und homophobe Kommentare aufgefallen sein sollen (queer.de berichtete). Homo­sexuelle seien demnach als "kranke Menschen" bezeichnet worden, nicht-weiße Straftäter wollten die Verdächtigen "erschießen, in einer Tonne ertränken, verbrennen".

Laut einem "Bild"-Bericht sind diese Polizeischüler aber weiterhin im Dienst. Zwar durften sie zunächst ihre Abschlussprüfung nicht absolvieren, außerdem teilte das brandenburgische Innenministerium mit, dass die Anwärter "mit Bescheid vom 15.12.2025 mit Ablauf des 31.1.2026 entlassen" werden sollten. Grund sei "charakterlicher Nichteignung" für den Polizeidienst, sie würden "das Ansehen und das Vertrauen in die Polizei schädigen". Wegen des besonderen dienstlichen Interesses sei die "sofortige Vollziehung" angeordnet worden, die Schüler sollten also unverzüglich gefeuert werden.

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Beschuldigte ist die "Teilnahme am Polizei-Vorbereitungsdienst" zu ermöglichen

Dagegen legten die Beschuldigten, die laut ihrem Anwalt die die Vorwürfe "entschieden" zurückweisen würden, aber Widerspruch vor dem Verwaltungsgericht Potsdam ein – mit Erfolg. "Den Anwärtern ist vorläufig die weitere Teilnahme am Polizei-Vorbereitungsdienst bis zur Entscheidung zu ermöglichen", so das Gericht. Sie werden also auch weiter von Steuerzahler*innen finanziert. Derweil dauern die Ermittlungen wegen Volksverhetzung weiter an, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Der brandenburgische Landesverband lesbischer und schwuler Polizeibediensteter (VelsPol) hatte bereits nach Bekanntwerden der Vorwürfe erklärt, dass Polizist*innnen, die sich derart äußerten, "für Polizei des Landes Brandenburg nicht tragbar" seien. "Sie schaden dem Ansehen der Polizei des Landes Brandenburg und Schaden auch die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen", hieß es damals. (cw)

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