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Sportler*innen werden offener
Team LGBT bei Olympischen Winterspielen groß wie nie
Mehr als 40 offen queere Sportler*innen treten bei der Olympiade in Mailand und Cortina d'Ampezzo an. Damit sind die diesjährigen Winterspiele queerer als je zuvor. Auch eine Deutsche ist dabei.

Die Freestyle-Skifahrer*innen Lara Wolf aus Österreich (oben) und Gus Kenworthy aus Großbritannien gehören ebenso zum Team LGBT wie die deutsche Eishockeyspielerin Nina Jobst-Smith (Bild: Instagram / laraw0lf, Instagram / ninajobstsmith, Instagram / guskenworthy)
- 30. Januar 2026, 15:00h 2 Min.
Bei den anstehenden Olympischen Winterspielen treten so viele offen queere Sportler*innen an wie noch nie zuvor in der 102-jährigen Geschichte dieses Wettbewerbes. Das geht aus einer Analyse des amerikanischen Portals "Outsports" hervor. Bislang gibt es demnach 41 Sportler*innen, die sich als lesbisch, schwul, bisexuell, pansexuell, nichtbinär oder anderweitig queer identifizieren. Allerdings fehlt bislang in der Liste der schwedische trans Mann Elis Lundholm, der im Frauenwettbewerb beim Freestyle-Ski antreten wird (queer.de berichtete). Das Wintersportevent startet am Freitag in einer Woche in Mailand.
Bei den letzten Winterspielen in Peking 2022 meldete das Portal im Vorfeld der Wettbewerbe 35 queere Teilnehmende (queer.de berichtete). Bei der Olympiade 2018 im südkoreanischen Pyeongchang waren es nur 14, 2014 im russischen Sotschi sogar nur sieben. Der Anteil der offen queeren Sportler*innen liegt damit jetzt zwischen 1,3 und 1,4 Prozent.
Frauen dominieren im Team LGBT
Wie schon bei der letzten Olympiade machen Frauen den Hauptanteil des queeren Teams aus. Insgesamt sind nur acht männliche LGBTI-Sportler dabei, also weniger als ein Fünftel. Der Männeranteil ist aber fast doppelt so hoch wie bei den letzten Olympischen Sommerspielen in Paris, bei denen auf einen queeren Mann acht queere Frauen kamen (queer.de berichtete).
Die meisten queeren Athlet*innen kommen aus den USA und Kanada – beide Länder stellen je acht. Dahinter folgt Finnland mit sechs. Deutschland stellt nur eine queere Sportlerin: So wird für Deutschland die Eishockey-Spielerin Nina Jobst-Smith antreten. Die Deutschkanadierin ist mit Ashton Bell liiert, mit der sie gemeinsam im Spitzenteam Vancouver Goldeneyes in der amerikanisch-kanadischen Liga PWHL spielt.
Den größten Anteil am Team LGBT macht Eishockey aus: Hier sind 22 queere Spielerinnen dabei – jedoch ist kein einziger männlicher Eishockey-Spieler out. Der einzige Sport, in denen queere Männer in der Überzahl sind, ist Eiskunstlauf. Hier treten in Mailand mindestens fünf queere Männer und eine queere Frau an.
Instagram | Der Franzose Guillaume Cizeron ist Mitglied im Team LGBT
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"Outsports" erklärte, man erwarte, dass sich im Laufe der Spiele die Liste vergrößern werde, denn das sei bei allen vergangenen Spielen passiert, nachdem die Liste veröffentlicht worden sei. "Während sich fast alle männlichen Athleten öffentlich über die Medien outen (auch weil es so wenige von ihnen gibt), sind viele Sportlerinnen vor allem in den sozialen Medien geoutet und bleiben damit unter dem Radar der klassischen Berichterstattung. Hinzu kommen Sprachbarrieren – so übersieht man anfangs leicht offen queere Athlet*innen", so das Portal. (cw)














