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Katholische Kirche

Synodaler Weg am Ende: Queer­feindliche Bischöfe verweigern sich

Der Synodale Weg ist beendet – und queerfeindliche Bischöfe um den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki machen keine Anstalten, queere Menschen als gleichwertig zu behandeln.


Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki zählt zu den Bremsern bei der Akzeptanz von queeren Menschen – und erlässt beispielsweise Regenbogen­fahnenverbote (Bild: IMAGO / Bonn.digital)

  • 2. Februar 2026, 14:26h 2 Min.

Mit dem Synodalen Weg wollte sich die katholische Kirche in Deutschland in den letzten sechs Jahren ein humaneres Image geben – und etwa auch auf queere Menschen zugehen. Am Samstag ist die letzte Vollversammlung des Reformprojektes in Stuttgart mit einer Abschlusserklärung (PDF) zu Ende gegangen. Darin heißt es, dass nicht alles "glatt aufgegangen" sei: "Es gab Spannungen, Pannen und Krisen auf diesem Weg, Bemühungen wurden zunichte gemacht, Menschen verletzt." Dennoch gebe es ein "neues Miteinander".

Insgesamt 15 Reformtexte sind in den letzten Jahren verabschiedet worden, darunter etwa auch einer, der Segensfeiern für gleich­geschlechtliche Paare vorsieht oder geschlechtliche Vielfalt anerkennt. Allerdings sind diese Papiere nicht bindend – queer­feindliche Bischöfe können sie also nach Gutdünken ignorieren.

Zwar ist geplant, eine "Synodalkonferenz" oder ein dauerhaftes Gremium zu etablieren, das weiter an Fragen der kirchlichen Reform und synodalen Mitwirkung arbeiten soll. Allerdings könnte der allmächtige Vatikan ein solches Projekt blockieren oder verwässern.

Enttäuschung über stilles Ende

Insgesamt ist die Bilanz ernüchternd: Viele Mitglieder der Synodalversammlung zeigten sich enttäuscht über das eher stille Ende des einst mit großen Hoffnungen gestarteten Reformprojekts. Immerhin hat der Vatikan viele der Entscheidungen gebremst oder relativiert – etwa, dass homosexuelle Paare gesegnet werden sollen (queer.de berichtete). Im Gegensatz dazu hat die katholische Obrigkeit aber etwa kein Problem, wenn Tiere, darunter sogar Schnecken, oder Autos gesegnet werden.

Auch in Deutschland wird der Reformdrang gebremst. So gaben in einer internen Umfrage nur 13 der 27 deutschen Bischöfe an, dass in ihren Diözesen Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare eingeführt werden.

Vier erzkonservative Bischöfe haben die Umfrage sogar völlig ignoriert. Dabei handelt es sich etwa um Kardinal Rainer Maria Woelki, der aus seiner Abneigung gegen Homosexuelle kein Geheimnis macht (queer.de berichtete). Er lässt sogar Regenbogenfahnenverbote in seinem Erzbistum durchsetzen, etwa für zum größten Teil von Steuerzahler*innen finanzierte katholische Schulen (queer.de berichtete).

Außerdem haben die Bistümer von Eichstätt, Regensburg und Passau die Zusammenarbeit beim Fragebogen verweigert. Die dazugehörigen Bischöfe Gregor Maria Hanke, Rudolf Voderholzer und Stefan Oster machen bereits seit Jahren deutlich, dass sie insbesondere Homosexuelle nicht als gleichwertig ansehen. (dk)

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