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  • 3. Februar 2026, 05:05h 2 Min.

Archivbild: Jacques Tilly im Jahr 2010 (Bild: Jacques Tilly / wikipedia)

Bildhauer und Karnevalist Jacques Tilly will trotz des umstrittenen Strafverfahrens in Russland mit seiner Arbeit fortfahren. "Wir machen natürlich business as usual. Auch die Russen müssen begreifen, dass es uns nicht nur um (den russischen Präsidenten Wladimir) Putin geht", sagte er dem Portal "Web.de News". "Im Karneval nehmen wir alle Herrscher aufs Korn, auch die demokratisch legitimierten."

Tilly hatte Karnevalswagen für den Düsseldorfer Rosenmontagszug mit Karikaturen von Kremlchef Putin gebaut. Laut Gericht muss er sich unter anderem wegen Verunglimpfung der russischen Staatsorgane verantworten, dazu gehört neben der russischen Armee auch Putin (queer.de berichtete).

Tilly, der nach eigenen Angaben nie eine offizielle Information aus Russland zum Verfahren bekommen hat, glaubte zunächst an eine Falschinformation. "Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass selbst ein autoritärer Staat wie Russland so unsouverän ist, dass er auf Satire und Humor auf diese Weise reagiert", sagte er dem Portal.

Tilly ist vor allem für seine bissig-satirischen Mottowagen im Düsseldorfer Rosenmontagszug bekannt. Seit 1984 baut und entwirft er Karnevalswagen, die schon mehrfach weltweit für Aufsehen sorgten. Als Protest gegen die homophobe Allianz von Staat und Kirche in Russland zeigte er etwa schon 2014 Putin und Russlands Patriarch Kyrill I. bei Zungenkuss und gegenseitiger Masturbation (queer.de berichtete). Auch CSD-Wagen hat der Künstler schon gebaut (queer.de berichtete).

Zu den Motiven für den diesjährigen Karneval äußerte sich Tilly im Interview nicht: "Das verraten wir nicht. Wir haben strenge Geheimhaltung in Düsseldorf." (cw/dpa)

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