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"Sram"
Jugendserie mit schwuler Liebesgeschichte bezaubert Kroatien
Junge Schwule in Kroatien haben bislang wenige Vorbilder in den Medien: Eine aus Norwegen importierte Teenieserie soll das jetzt ändern.

Lovro (Borna Šimunek) und Ivan (Fran Rabuzin) entdecken ihre Zuneigung zueinander (Bild: HRT)
- 3. Februar 2026, 12:08h 2 Min.
Mit der Veröffentlichung der dritten Staffel der kroatischen Teenie-Serie "Sram" (Scham) hat das heimische Fernsehen die Darstellung von Homosexualität revolutioniert. In der im Januar angelaufenen neuen Staffel gibt es erstmals eine schwule Liebesgeschichte – ein bislang beispielloser Schritt in der Darstellung queerer Themen im kroatischen Mainstream-TV. Die Serie läuft im Sender HRT1, dem meistgesehenen öffentlich-rechtlichen Kanal im Land. Sie wird außerdem auf Youtube mit englischen Untertiteln veröffentlicht, zudem gibt es dort und in sozialen Netzwerken Vorabausschnitte.
Die Serie basiert auf der 43-teiligen norwegischen Produktion "Skam", die zwischen 2015 und 2017 ausgestrahlt wurde – von der Reihe gibt es bereits mehrere Ableger, etwa in Frankreich, Italien, Spanien oder den USA. Im deutschen Online-Content-Netzwerk Funk von ARD und ZDF lief eine in Berlin gedrehte Adaption unter dem Titel "Druck", die es zwischen 2018 und 2022 auf 80 Folgen gebracht hat.
Lovro entdeckt seine Sexualität
Im Zentrum der dritten kroatischen Staffel steht Lovro (gespielt von Borna Šimunek). Diese Figur ist bereits in früheren Staffeln eingeführt worden und steht nun im Mittelpunkt. Die Handlung folgt seinem inneren Kampf mit seiner Identität und dem Prozess des Coming-out, eingebettet in eine zarte und glaubwürdige Liebesbeziehung: Lovro trifft auf einer Party Ivan (Fran Rabuzin) – bei einem nächtlichen Schwimmbad-Ausflug kommen sich die beiden Jungs dann näher.
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In Kroatien hat die Serie viel Aufregung verursacht, nicht nur wegen der bloßen Präsenz homosexueller Figuren, sondern wie sie dargestellt werden: nämlich authentisch, sensibel und ohne simplifizierende Klischees. So befasst sich ein Teil der Story mit dem Umgang mit psychischen Erkrankungen innerhalb einer Partnerschaft. Es wird auch gezeigt, wie das soziale Umfeld auf das Coming-out reagiert und wie wichtig loyale Freund*innen sind. Die Serie soll als Spiegel gesellschaftlicher Realitäten fungieren und insbesondere Jugendlichen ein ehrliches Abbild ihrer Lebenswelt bieten.
LGBTI-Akzeptanz in Kroatien ausbaufähig
In Kroatien ist die Akzeptanz von queeren Identitäten noch nicht allzu weit fortgeschritten. Laut einer Eurobarometer-Umfrage sprechen sich etwa nur 42 Prozent der kroatischen Bevölkerung für die Gleichbehandlung von gleichgeschlechtlichen Paaren im Ehe-Recht aus – der EU-Durchschnitt liegt dagegen bei 72 Prozent. Immerhin ist die Akzeptanz in Kroatien höher als etwa in Bulgarien und Rumänien.
Die Figur von Lovro hieß in der norwegischen Originalserie Isak Valtersen. In der deutschen Variante hatte sie den Namen Matteo Florenzi und wurde von Schauspieler Michelangelo Fortuzzi dargestellt, der unter anderem durch die Prime-Video-Adaption von "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" (2021) bekannt geworden war. (cw)
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