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  • 4. Februar 2026, 04:00h 2 Min.

Roberto Vannacci im Jahr 2024 (Bild: European Union / wikipedia)

Der Machtkampf um die politische Ausrichtung der rechtspopulistischen Regierungspartei Lega von Italiens Vize-Ministerpräsident Matteo Salvini ist eskaliert. Der stellvertretende Lega-Vorsitzende Roberto Vannacci erklärte, er wolle künftig seinen politischen Weg allein gehen. Der Ex-Armeegeneral und Europa-Abgeordnete gilt als rechtsaußen und sorgte in der Vergangenheit mit queer­feindlichen und rassistischen Äußerungen für Kontroversen. So bezeichnete er in einem Buch Homo­sexuelle als "nicht normal", sprach von einer vermeintlichen "Diktatur der Minderheiten" und witterte eine "internationale Gay-Lobby" (queer.de berichtete).

Vannacci kündigte auf Facebook zudem an, seinen politischen Weg künftig mit einer neuen Bewegung unter dem Namen "Futuro Nazionale" (zu Deutsch: Nationale Zukunft) fortsetzen zu wollen. "Ich liebe mein Vaterland und will weiter für es kämpfen, indem ich mich von Machenschaften, Zweckkompromissen und Kungeleien fernhalte", schrieb der 57-Jährige weiter.

Seit einiger Zeit schwelt in der Lega ein Machtkampf zwischen Anhänger*­innen moderater und radikaler Positionen. Die Spannungen waren zuletzt nicht länger zu verbergen. Vor wenigen Tagen drohte Vannacci bereits mit einer Abspaltung von der Lega. Salvini schrieb auf X, er sei über dessen Schritt enttäuscht. Die Partei habe ihn aufgenommen, als er alle gegen sich hatte und allein dastand. Vannaccis Schritt sei menschlich wie politisch bedauerlich.

Die Lega ist einer der kleineren Koalitionspartner von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni von der Rechtspartei Fratelli d'Italia (Brüder Italiens), die Italien seit mehr als drei Jahren ununterbrochen regiert – länger als fast alle anderen Regierungschefs nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Koalition gilt als stabil.

In Umfragen steht die Lega bei etwa acht Prozent und damit hinter ihren beiden Koalitionspartnern. Salvini fiel zuletzt mit einer weiteren Annäherung an rechtsgerichtete Positionen auf. Er traf kürzlich etwa den britischen Rechtsextremen Tommy Robinson. Vergangene Woche wollte seine Partei zudem eine Konferenz mit neofaschistischen Aktivsten organisieren. (cw/dpa)

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