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"LGBT-Propaganda"

Foto von Rockband Queen gepostet: Russe zu Geldstrafe verurteilt

Weil er ein Bild aus dem Musikvideo zum Queen-Song "I Want To Break Free" auf der Plattform VK veröffentlichte, wurde ein 22-jähriger Russe wegen "LGBT-Propaganda" von einem Moskauer Gericht zu einer Geldstrafe verurteilt.


Zu kriminell für Russland: Szene aus dem offiziellen Musikvideo zum Queen-Song "I Want To Break Free" (Bild: EMI)
  • 4. Februar 2026, 04:42h 2 Min.

In Russland ist ein junger Mann wegen der Verbreitung angeblicher "LGBT-Propaganda" in sozialen Netzwerken verurteilt worden. Wie das Online-Medium Verstka berichtete, verhängte ein Gericht gegen den 22-jährigen Moskauer David Gewondjan eine Geldstrafe, weil er auf der Plattform VK mehrere Bilder veröffentlicht hatte.

Auslöser des Verfahrens war demnach unter anderem ein Foto der britischen Rockband Queen, das Mitglieder der Gruppe in Frauenkleidung zeigt – eine Szene aus dem Musikvideo zu "I Want To Break Free". Gewondjan legte gegen einen Strafbefehl Berufung ein und argumentierte, er habe kein Gesetz verletzt; die Verkleidung der Musiker stelle keine "LGBT-Propaganda" dar.

Gericht: Bild ist "Gefahr für die demografische Entwicklung"

Das Gericht wies die Berufung zurück. In der Begründung hieß es, auf Gewondjans Profil seien zudem weitere Bilder zu sehen gewesen, darunter Männer, die sich küssen, sowie Männer in Miniröcken. Die Strafe sei wegen der Gesamtheit der veröffentlichten Inhalte verhängt worden. Die genaue Höhe der Geldbuße wurde nicht genannt.

Direktlink | Offizielles Musikvideo zum Queen-Song "I Want To Break Free"
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Zur Begründung erklärte das Gericht, das Posting des Queen-Fotos habe "keinen musikalischen Bezug", wenn man den allgemeinen Kontext der verbreiteten Informationen berücksichtige. Zudem führte das Gericht aus, die öffentliche Billigung und Förderung nicht-traditioneller sexueller Beziehungen sei nicht nur für Kinder und Jugendliche problematisch, sondern stelle auch eine Gefahr für die demografische Entwicklung und die wirtschaftliche Zukunft des Landes dar.

Die öffentliche Sichtbarkeit von queeren Menschen ist untersagt

Russland hatte 2013 das "Gesetz zum Verbot der Propaganda nichttraditioneller sexueller Beziehungen gegenüber Minderjährigen" beschlossen, das auch als "Homo-Propaganda"- oder "LGBT-Propaganda"-Gesetz bezeichnet wird. Damit ist öffentliche Sichtbarkeit von queeren Menschen praktisch untersagt.

Mit dem Angriffskrieg gegen die Ukraine ging Russland noch schärfer gegen sexuelle und geschlechtliche Minderheiten vor. So wurde die "internationale LGBT-Bewegung" etwa 2023 als "extremistische Organisation" verboten (queer.de berichtete). Der Kreuzzug hat teils absurde Folgen: So löste die Polizei in Moskau etwa eine "My Little Pony"-Convention wegen angeblicher "Homo-Propaganda" auf (queer.de berichtete). (cw)

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