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Demo in mehreren Städten

Proteste gegen Urteil im Fall Maja T. – Außenminister äußert sich zurückhaltend

Nach dem Urteil gegen Maja T. in Ungarn gehen Unterstützer*innen in Berlin und anderen deutschen Städten auf die Straße. Außenminister Wadephul will das viel kritisierte Urteil dagegen "respektieren".


Maja T. im Gerichtssaal im Januar (Bild: IMAGO / ZUMA Press Wire)

  • 5. Februar 2026, 09:30h 3 Min.

In mehreren deutschen Städten haben jeweils Hunderte Menschen gegen das Urteil gegen die nichtbinäre Person Maja T. in Ungarn protestiert. In Berlin versammelten sich Unterstützer*innen aus der linken Szene zu einer Kundgebung in Kreuzberg und zogen anschließend in einem Demonstrationszug Richtung Friedrichshain. Die Polizei sprach von 550 Teilnehmenden. Vereinzelt sei Pyrotechnik gezündet worden.

Auch etwa in Dresden, Erfurt, Freiburg, Nürnberg, Kiel und Potsdam gab es Demonstrationen und Solidaritätsbekundungen. In Leipzig gingen nach Angaben der Polizei rund 500 Demonstrant*innen auf die Straße, in Hamburg beteiligten sich rund 270 Menschen an einem Aufzug. Gefordert wurde, Maja T. nach Deutschland zurückzuholen und hier ein rechtsstaatliches Verfahren zu ermöglichen.

Acht Jahre Haft

Das Budapester Stadtgericht hat Maja T. nach einem Indizienprozess zu einer Gefängnisstrafe von acht Jahren verurteilt (queer.de berichtete). Richter József Sós sah es als erwiesen an, dass die 25-jährige Person aus der linken Szene in Deutschland an blutigen Angriffen auf mutmaßliche Rechtsextremisten in Budapest beteiligt war. Rund 20 deutsche und andere mutmaßliche Linksextremist*innen sollen dabei neun Menschen verletzt haben, vier von ihnen schwer.

Maja T. war im Dezember 2023 in Berlin verhaftet und im Juni 2024 von Deutschland an Ungarn ausgeliefert worden. Nach Ansicht des Bundesverfassungsgerichts war die Auslieferung in dieser Form rechtswidrig (queer.de berichtete).

Politiker*innen der Linken, der Grünen und der SPD fordern die Rücküberstellung von Maja T. nach Deutschland. Sie kritisierten die Haftbedingungen, etwa Isolationsfolter. Außerdem erklärten sie, dass es sich nicht um ein rechtstaatliches Verfahren gehandelt habe – Martin Schirdewan, der Ko-Vorsitzende der Linksfraktion im Europaparlament, beschrieb das Verfahren als "politischen Schauprozess". Der autoritär regierende Ministerpräsident Viktor Orbán hatte sich zuvor in den Fall eingemischt und eine lange Haftstrafe für die nichtbinäre Person gefordert.

Wadephul: Respekt für Urteil

Bundesaußenminister Johann Wadephul hat sich zurückhaltend zum Urteil gegen Maja T. geäußert und das ungarische Rechtssystem verteidigt: "Das ist ein nicht rechtskräftiges Urteil in einem EU-Land. Und das respektieren wir", sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seiner australischen Kollegin Penny Wong in der Hauptstadt Canberra auf die Frage einer Journalistin.

Der Fall werde vom Auswärtigen Amt konsularisch betreut, ergänzte Wadephul. Bekannt sei, dass man eine Auslieferung nach Deutschland erbeten habe – "das besteht alles weiter fort", sagte der Minister. Zu dem Urteil des ungarischen Gerichtes nehme er darüber hinaus nicht Stellung. Er höre aber, dass Rechtsmittel eingelegt werden sollten. (dpa/cw)

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