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Sportverbote für trans Frauen unwissenschaftlich

Metastudie: Trans Sportlerinnen haben keine Vorteile

Hört man Donald Trump und Konsorten zu, versuchen böse trans Frauen gerade andere Frauen aus dem Frauensport zu drängen. Eine große Studie zeigt: Das ist eine Lüge.


In den letzten Jahren beschrieben US-Konservative insbesondere trans Schwimmerin Lia Thomas als Gefahr für den Frauensport – zu Unrecht, wie eine Metastudie jetzt zeigt (Bild: IMAGO / USA TODAY Network)

  • 5. Februar 2026, 15:51h 2 Min.

Ein internationales Forscherteam aus Brasilien hat in einer umfassenden Analyse von 52 wissenschaftlichen Studien mit insgesamt 6.485 Teilnehmer*innen keine Hinweise darauf gefunden, dass trans Frauen nach einer geschlechtsangleichenden Hormontherapie körperliche Vorteile gegenüber cisgeschlechtlichen Frauen im Sport besitzen. Metaanalysen, also die Überprüfung vieler Studien, gelten als Goldstandard der wissenschaftlichen Evidenz, da sie Daten mehrerer Studien zusammenfassen, die statistische Aussagekraft erhöhen und widersprüchliche Ergebnisse klären.

Die Analyse, veröffentlicht im "British Journal of Sports Medicine", untersuchte u. a. Körperzusammensetzung, Muskelkraft und Fitness. Zwar wurde bei trans Frauen eine größere fettfreie Masse festgestellt, doch zeigte sich kein signifikanter Unterschied bei sportlichen Leistungsmerkmalen wie Ober-/Unterkörperkraft oder maximaler Sauerstoffaufnahme nach ein bis drei Jahren Hormonbehandlung im Vergleich zu cis Frauen.

Trans Frauen "keine Gefahr für den Frauensport"

Der leitende Forscher Bruno Gualano von der Universität São Paulo bewertet diese Ergebnisse als wichtigen Hinweis darauf, dass pauschale Verbote von trans Frauen vom Frauensport wissenschaftlich nicht gerechtfertigt seien. "Die meisten dieser Regelungen beruhen auf der Annahme, dass trans Frauen angeborene körperliche Vorteile behalten und daher Frauenwettkämpfe dominieren würden. Die Daten stützen diese Annahme jedoch nicht." Gualano stellte klar, dass trans Frauen "keine Gefahr für den Frauensport darstellen".

Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump führt seit ihrer Amtsübernahme vor über einem Jahr einen regelrechten Kreuzzug gegen trans Menschen durch. Neben dem Ausschluss von geschlechtlichen Minderheiten aus dem Militär konzentrieren sich die Attacken hauptsächlich auf trans Frauen, die Breiten- oder Leistungssport betreiben. Auf Druck der USA will das Internationale Olympische Komittee wohl trans Frauen komplett aus den Wettbewerben ausschließen (queer.de berichtete). Ob wissenschaftliche Studien diesem Kreuzzug Einhalt gebieten, gilt gegenwärtig als wenig wahrscheinlich. (cw)

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