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Pascal Kaiser

"Büroversehen": Bisexueller Schiri wird doch nicht gesucht

Die Staatsanwaltschaft Köln muss sich korrigieren: Die angebliche Fahndung gegen Pascal Kaiser gibt es gar nicht.


Der Heiratsantrag von Pascal Kaiser vor einer Woche (Bild: IMAGO / Beautiful Sports International)
  • 6. Februar 2026, 10:29h 2 Min.

Die Kölner Staatsanwaltschaft fahndet doch nicht nach dem bisexuellen Schiedsrichter Pascal Kaiser. Das bestätigte die Behörde gegenüber der "Bild"-Zeitung (Bezahlartikel).

Hintergrund sind Vorwürfe einer Kölner Bar, wonach Kaiser 2024 als Betriebsleiter mit "einem Wochenumsatz, Wechselgeld sowie einem Laptop" spurlos verschwunden sein soll (queer.de berichtete). Dabei soll es um Forderungen zwischen 5.000 und 6.000 Euro gehen. Die Bar beklagte, dass der Referee angeblich nicht auffindbar sei und nach ihm gefahndet werde. Die Staatsanwaltschaft Köln bestätigte zunächst diese Version gegenüber Medien. Demnach lägen "keine sicheren Erkenntnisse" dazu vor, wo sich der Referee aufhält. Dabei sei es laut "Bild" kein Geheimnis gewesen, dass Kaiser in einer Kleinstadt in der Nähe von Köln lebe.

Jetzt also die 180-Grad-Wende: Die Staatsanwaltschaft bestätigte am Mittwochabend, dass das Verfahren gegen den 28-Jährigen wieder aufgenommen worden sei und damit die Fahndung beendet sei. Die Wiederaufnahme des Verfahrens sei "in unserem Datensystem aufgrund eines Büroversehens bedauerlicherweise zunächst nicht erfasst worden". Deswegen habe es zuvor geheißen, dass nach Kaiser gefahndet werde.

Kaiser weist Vorwürfe zurück

Der Anwalt Kaisers bestreitet die Vorwürfe der Bar: "Die gegen unseren Mandanten in diesem Zusammenhang geltend gemachten Forderungen bestehen nicht", erklärte Moritz Lange gegenüber mehreren Medien.

Anlass für die Veröffentlichung der Bar war Kaisers großer Auftritt im Rhein-Energie-Stadion in Köln-Müngersdorf am vergangenen Freitag gewesen. Kaiser hatte im Vorfeld eines Bundesliga-Spiels vor rund 50.000 Zuschauer*innen seinem Freund einen Heiratsantrag gemacht (queer.de berichtete). Der Antrag war Teil eines Diversity-Tags des Fußballvereins 1. FC Köln. Nach dem Aufkommen der Vorwürfe hat Kaiser sein Instagram-Profil auf "privat" gestellt, alte Postings sind nicht mehr zu sehen.

Kaiser hatte 2022 mit seinem Coming-out als bisexuell erstmals für Schlagzeilen gesorgt (queer.de berichtete). Erst vor einen knappen halben Jahr übte er scharfe Kritik am Deutschen Fußballbund. So habe sein Coming-out seiner Karriere geschadet, zudem betreibe der DFB Pinkwashing (queer.de berichtete). (cw)