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Mit künstlicher Intelligenz
Grindr bietet Premium-Abo für 500 Dollar pro Monat an
Die schwule Dating-App Grindr entdeckt Künstliche Intelligenz. Dafür sollen die Nutzer aber tief in die Tasche greifen.

Künstliche Intelligenz soll das Dating-Erlebnis schöner machen – wenn der Preis stimmt… (Bild: Grindr)
- 6. Februar 2026, 11:03h 2 Min.
Die Dating-App Grindr rückt künstliche Intelligenz in den Mittelpunkt ihrer Produktstrategie und testet mit Edge ein neues Premium-Abonnement, das mit KI-gestützten Funktionen bis zu 500 US-Dollar pro Monat (rund 425 Euro) kosten kann. Für ein Jahr beliefen sich die Kosten demnach auf knapp 5.100 Euro. Derzeit belaufen sich die Kosten für ein Premium-Abo bei Grindr auf rund 130 Euro pro Jahr.
Das Unternehmen beschreibt Edge als "gAI" (ausgesprochen wie die englische Abkürzung AI, das A wird aber durch das Wort "gay" ersetzt). Dabei handle es sich um eine eigene KI-Plattform, die darauf ausgelegt sei, den gesamten Nutzerprozess von der Profilsuche über Match-Empfehlungen bis hin zu Chats "effizienter" und "bedeutungsvoller" zu machen. Funktionen sollen unter anderem automatisierte Gesprächszusammenfassungen, personalisierte Vorschläge und Einblicke in andere Profile umfassen.
Grindr hat Edge zunächst in Australien und Neuseeland getestet und erweitert die Pilotphase nun auf ausgewählte Städte in den USA und Kanada. Noch ist unbekannt, wann das Feature auch nach Deutschland kommen soll. Die Preisgestaltung variiert stark je nach Region und Leistungsniveau. Startpreis ist offenbar 80 Dollar pro Woche. Laut "Business Insider" seien Screenshots aufgetaucht, die monatliche Preise zwischen 349,99 Dollar und 499,99 Dollar vorsehen.
"Weniger Scrollen, bessere Gespräche und konsequenteres Dranbleiben"
In einem Blogposting erklärte Grindrs Chef-Produktentwickler AJ Balance, die KI-Funktionen seien optional: "Edge ist für Nutzer konzipiert, die eine effizientere, stärker auf Relevanz fokussierte Erfahrung wollen – weniger Scrollen, bessere Gespräche und konsequenteres Dranbleiben". Sensible Gesundheitsdaten sollen laut Unternehmen nicht in die KI-Verarbeitung einfließen und einzelne KI-Tools ließen sich in den Einstellungen deaktivieren.
Kritiker*innen werfen jedoch ein, dass der hohe Preis sowie die zunehmende Kommerzialisierung der App bei vielen Nutzern auf Skepsis stoße. Einige Kommentatoren sehen darin einen Trend, der zulasten der Nutzererfahrung geht und ein älteres Publikum mit höheren Gebühren belastet – ein Muster, das bereits bei anderen Dating-Apps wie Tinder beobachtet worden sei.
Grindr selbst betont, dass Edge nur einen Teil der Produktpalette darstellt und bestehende, günstigere Abo-Modelle weiterhin verfügbar bleiben sollen. Zugleich unterstreicht das Unternehmen seine Ambition, bis 2027 eine KI-Integration für alle Nutzer bereitzustellen, um sich als "AI-first company" zu positionieren. (cw)














