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Robots of the 80s

Mensch, Maschine und Gefühl

Das neue Album "Logic Drama" des Musikprojekts Robots of the 80s von Heiko Wersing verbindet Synthpop im Stil der 1980er Jahre mit modernen Themen rund um KI und das Verhältnis von Mensch und Maschine.


Hinter Robots of the 80s stehen Heiko Wersing und Bassist David L. (Bild: Claudiu Breaban)
  • 8. Februar 2026, 09:46h 3 Min.

Wo endet der Mensch, wo beginnt die Maschine – und was verrät diese Grenze über unser Selbstverständnis? Diese Frage bildet den Kern von "Logic Drama", dem zweiten Album von Robots of the 80s.

In acht Stücken erkundet das Projekt den Zwischenraum von künstlichem und echtem Empfinden und überträgt ein klassisches Thema elektronischer Musik in die Gegenwart einer rasanten KI-Entwicklung. Anknüpfend an die Pionierarbeit von Kraftwerk, deren Visionen vor fast fünf Jahrzehnten formuliert wurden, denkt Robots of the 80s den Diskurs konsequent weiter. Der Sound verbindet die ikonische Synthpop-Ästhetik der Achtziger, wie sie Acts à la The Human League oder Propaganda prägten, mit zeitgenössischer Energie und aktuellen Fragestellungen.

Dialog zwischen Mensch und Maschine,


Cover von "Logic Drama"

Hinter Robots of the 80s steht Heiko Wersing, der sich schon früh in den Robotergeschichten Isaac Asimovs verlor – begleitet vom Soundtrack zu "Mensch Maschine". Heute beschäftigt er sich als eine Art moderner "mad professor" mit lernenden Robotersystemen wie Hondas Asimo und mit der Idee einer positiven technologischen Zukunft. "Logic Drama" bündelt diese Perspektiven zu einem emotional aufgeladenen Dialog zwischen Mensch und Maschine, getragen von klaren Melodien und drängenden Beats. Zusätzliche Tiefe gewinnt das Album durch das erweiterte Line-up mit Bassist David L. sowie durch die markanten Vocals von Sylvia Wersing (Chorusgirl), die auf den Singles "Elevate" und "Klara" prägend in Erscheinung treten.

"Elevate" eröffnet das Album mit düster-dystopischen Synthesizern und einem provokanten Dialog zwischen Mensch und Roboter. Ein scheinbar optimistischer Refrain folgt, doch der insistierende Ruf nach Erhebung kippt ins Ambivalente: Die Frage, ob im Wettlauf mit der KI etwas Wesentliches verloren geht, bleibt bewusst unbeantwortet. Der preisgekrönte Videokünstler Lorenz Foth hat diesen Zwiespalt in einem atmosphärisch dunklen, verspielt animierten Musikvideo aufgegriffen.

"Klara" bezieht sich auf den gleichnamigen, fürsorglichen Roboter aus Kazuo Ishiguros Roman Klara und die Sonne. Schwebende Klangflächen eröffnen den Song, bevor Sylvia Wersings klare, kraftvolle Stimme übernimmt. In der vielschichtigen Dramaturgie des Stücks verleiht sie der Figur eine eindrucksvolle Mischung aus Wärme und bedingungsloser Empathie. "Digital Feelings" führt das Motiv fort: Ein Roboter verirrt sich in seine eigenen Emotionen, gefangen zwischen dramatischen Synthwänden und einem unaufhaltsam vorwärtsdrängenden Beat.

Direktlink | Robots of the 80s mit "Elevate"
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Zwischen Menschlichkeit und Maschine

Mit deutlichen Italo-Disco-Anklängen und einer Prise Vangelis feiert "We Are One" den Wunsch nach Verbundenheit über menschliche Grenzen hinaus. "Code" setzt nüchterner an und stellt zwischen kühlen Sequencer-Linien die provokante Frage, ob der Mensch letztlich mehr ist als eine programmierte Proteinmaschine. "Hymn For Our Time" widmet sich der digitalen Einsamkeit und übersetzt sie kompromisslos in eine Chiptune-Hymne, während "Last Word" melancholischere Töne anschlägt – ein klassischer New-Wave-Synthsong über verlorene Freundschaft und Isolation.

Den Schlusspunkt setzt "The Workshop": die ikonische Flucht eines bedrängten Roboters aus der Werkstatt in die Freiheit. Ein Finale, das die Leitfrage von "Logic Drama" (Amazon-Affiliate-Link ) noch einmal zuspitzt – und offenlässt, wohin der Weg zwischen Menschlichkeit und Maschine führen kann. (dd/pm)

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