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Schleswig-Holstein

Landtag in Kiel: Erste trans Abgeordnete legt Mandat nieder

2022 gewann die LGBTI-Aktivistin und Grünen-Politikerin Anna Langsch das Direktmandat im Wahlkreis Kiel-West und zog als erste trans Abgeordnete in den schleswig-holsteinischen Landtag ein. Nun hat die 43-Jährige ihren Rücktritt angekündigt.


Anna Langsch hatte 2022 das Direktmandat im Wahlkreis Kiel-West gewonnen (Bild: Bündnis 90/Die Grünen)

  • 10. Februar 2026, 00:38h 2 Min.

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Anna Langsch (43) legt ihr Mandat Ende Februar aus gesundheitlichen Gründen nieder. Das teilte die Fraktion in einer Presseerklärung mit. Für sie rückt von der Grünen-Landesliste Sebastian Bonau nach. "Anna Langsch hat für sich erkannt, dass es ihr nicht möglich ist, im Umfeld eines Mandates zu gesunden. Ich habe großen Respekt vor der Entscheidung, ihr Mandat niederzulegen", so Fraktionschef Lasse Petersdotter.

Langsch hatte bei der Landtagswahl 2022 das Mandat im Wahlkreis Kiel-West direkt gewonnen. Sie war als erste trans Abgeordnete in das Landesparlament eingezogen (queer.de berichtete). In der Grünen-Fraktion war sie Sprecherin für Queerpolitik. Vor zwei Wochen hatten die "Kieler Nachrichten" (Bezahlartikel) berichtet, dass Langsch "abgetaucht" sei und ihr Landtagsmandat kaum wahrnehme.

Lob für das politische Engagement aus Fraktion und Partei

Die Grünen-Landesvorsitzende Lydia Rudow lobte ihren Einsatz: "Anna Langsch hat als erste trans*-Frau im Landtag ein historisches Zeichen für die Vielfalt unserer Gesellschaft gesetzt." Mit viel Empathie und Fachwissen sei sie eine starke Stimme gegen Diskriminierung und für gleiche Rechte gewesen – egal, woher man kommt, wie man aussieht oder wen man liebt. Langsch habe diese wichtige Perspektive in die Fraktion und in den schleswig-holsteinischen Landtag eingebracht.

Langsch wurde bei der Geburt als Junge gelesen. Bis zu ihrem Coming-out im Jahr 2014 sei sie jahrelang für ihre langen Haare gehänselt worden, sagte Langsch nach ihrem Wahlstieg (queer.de berichtete). "Einen Tag nachdem ich mich als trans-weiblich geoutet habe, bekam ich auf einmal Komplimente für dieselben Haare." Die Menschen setzten dann "eine andere Brille auf, mit der sie dich lesen".

Langsch war Koordinatorin beim HAKI e.V.

Anna Langsch war eine politische Späteinsteigerin, kam aus keiner Nachwuchsorganisation. Ihr Interesse für die Politik weckte das Ende der Ära von Kanzler Helmut Kohl (CDU) 1998. Bis zu ihrem Parteieintritt sollte es aber 20 weitere Jahre dauern. Vor ihrem Einzug in den Landtag arbeitete sie beim Kieler Verein HAKI, der sich landesweit für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt einsetzt. "In die Politik kam ich über meine Arbeit", erklärte Langsch damals. Dort lernte sie den heutigen Grünen-Europaabgeordneten Rasmus Andresen kennen. Als der schwule Politiker den Landtag verließ, gab sich Langsch einen Ruck und engagierte sich ab 2018 parteipolitisch. Sie aber sei aber "mehr als nur trans". (cw/dpa)

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