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Zahlreiche LGBTI-Kandidat*innen am Start

GNTM: So queer und entertaining wird die 21. Staffel von Heidis Modelshow

Die neue Staffel von "Germany's Next Topmodel" steht in den Startlöchern. Beim Preview-Event in Berlin warfen wir einen ersten Blick auf die Kandidat*innen – und die Frage, wie authentisch divers der Quotenbringer tatsächlich ist.


Vier der neuen GNTM-Kandidat*innen, darunter das "Petite Model" Jayden (zweiter von links) und der trans Mann Jill Deimel (ganz rechts) (Bild: Seven.One)

Heute startet bereits die 21. Staffel von "Germany's Next Topmodel" (GNTM). Und auch wenn die Stimmen der Kritiker*innen über die Jahre immer lauter wurden, scheint der Hype nicht abzureißen. Erst vor wenigen Monaten erhielt Heidi Klum für ihre Modelshow den begehrten Bambi-Award in der Kategorie "Entertainment" – auch, weil ihre Sendung laut Auswahlgremium seit einigen Staffeln explizit Diversität fördere. Mittlerweile dürfen nicht mehr nur weibliche Models mit bestimmten Maßen und einem festgelegten Alter teilnehmen, sondern alle, die Lust darauf haben – unabhängig von Geschlecht, Konfektionsgröße oder anderen Merkmalen.

Wie schon im Vorjahr wird GNTM nun sogar zweimal pro Woche ausgestrahlt: immer mittwochs und donnerstags. Und die neue Staffel verspricht einiges, wie die Preview am vergangenen Montag im Berliner "Zoo Palast" zeigte. Fans und geladene Gäste konnten dort einen exklusiven Blick in die ersten beiden Folgen werfen und einige der neuen Kandidat*innen sogar persönlich kennenlernen.

Auch queer.de war vor Ort und sprach mit zahlreichen GNTM-Allstars sowie den aktuellen Modelanwärter*innen über die neue Staffel und darüber, wie authentisch die dargestellte Diversität tatsächlich ist.

Lesbisch, schwul, trans* – der Cast verspricht viel Queerness


Die GNTM-Preview fand am Montag im Berliner "Zoo Palast" statt (Bild: Seven.One)

Direkt in den ersten beiden Folgen werden gleich drei queere Kandidat*­innen und deren Geschichten in den Fokus gerückt. Zum einen die des bereits auf Social Media erfolgreichen trans Mannes Jill Deimel, der unter anderem durch die Beziehung mit Ex-Freundin und TV-Moderatorin Bella Lesnik bekannter geworden ist. Er spricht – genau wie sein schwuler Mitstreiter Lukas aus Köln – über seinen Lebensweg, der nicht immer leicht war, und darüber, wie er sich selbst gefunden hat. Und auch von einer lesbischen Kandidatin werden emotionale Szenen gezeigt, darunter Aufnahmen von einem CSD.

Doch nicht nur in Bezug auf geschlechtliche Identität oder sexuelle Orientierung zeigt sich Diversität, sondern auch hinsichtlich Größe und Alter. Vor Ort treffen wir beispielsweise Jayden, der mit seinen 1,74 Metern für ein männliches Model relativ klein ist und in die Kategorie "Petite Model" fallen würde. Er wurde durch die Teilnahme von Jannik Richter im Vorjahr inspiriert, der es sogar bis ins Finale schaffte. Oder dann wäre da noch Ildikó von Kürthy, die mit ihren 58 Jahren zu den "Best Ager"-Models zählt. Auf den ersten Blick also ein bunter Cast, der die Vielfalt der Menschen abbildet.

Authentische Diversität oder strategische Imagepflege?

In der Vergangenheit wurden jedoch immer wieder Stimmen laut, dass GNTM gar nicht authentisch divers sei und die Vielfalt in erster Linie dem Reinwaschen der Show diene. Immerhin stand das Format lange Zeit in der Kritik, junge Frauen zu einem ungesunden Schlankheitsideal zu animieren. Bei der GNTM-Preview wollten wir deshalb wissen, wie ehemalige Kandidat*­innen und prominente Fans der Serie diese Vorwürfe einschätzen. Kandidaten wie Max Kreiner, Marvin de Graft oder Eliob Demofike antworten darauf fast identisch: GNTM sei über die Jahre immer diverser geworden und die Show würde "ihr Bestes probieren". Begriffe wie "Pink Washing" möchte jedoch niemand verwenden.

Der queere Content Creator David Lovric fasst es hingegen so zusammen: "Die Show wurde optimiert für unsere Entertainment- und Hochglanz-Reality-Industrie." Man müsse hier schlicht mit der Zeit gehen, heißt es an mehreren Stellen. Und der aktuelle Kandidat Jill Deimel merkt an, dass es am Ende vielleicht auch gar nicht entscheidend sei, aus welcher Motivation heraus Diversität gezeigt wird. Er könne die Plattform so oder so für sich nutzen und sie "authentisch und echt füllen".

Ehemalige Gewinner*innen verraten, was es für den Titel braucht


Der Ex-Kandidat Max Kreiner sagt: "GNTM is trying their best" – bezogen auf Diversität (Bild: Seven.One)

Authentizität ist im Kontext von GNTM ohnehin ein wichtiges Schlagwort: Denn wie heißt es immer so schön, gewinnen kann nur, wer authentisch ist. Allerdings bleibt die Frage, was es sonst noch braucht, um sich am Ende tatsächlich den Titel zu sichern. Und wer könnte das besser beantworten als die Vorjahressieger Daniela Djokic, Moritz Rüdiger und Lea Oude Engberink? Laut ihnen legt Heidi großen Wert auf Höflichkeit und Respekt und sucht nach der "gewissen Ausstrahlung". Man brauche "seinen eigenen Touch" und "etwas Besonderes".

Moritz ist überzeugt, dass Heidi von Woche zu Woche sehr spontan entscheide und nicht unbedingt auf Vergangenes schaue. Sein Tipp an künftige Kandidat*­innen: möglichst entspannt bleiben, weil man sonst zu sehr verkrampfe. Jobs während der Show seien laut der ehemaligen Kandidatin Eva Bloss weiterhin wichtig, allerdings komme es auf die Gesamtleistung an. Heidis gern zitierter Satz "Ein Model ohne Job ist kein Model" habe damit nicht mehr die gleiche Bedeutung wie in früheren Staffeln.

Die 21. Staffel verspricht Entertainment pur

Doch kommen wir noch einmal kurz zurück zur bevorstehenden Staffel: Sie verspricht nicht nur viel Diversität – ob nun authentisch oder strategisch motiviert -, sondern auch jede Menge Spannung und Hollywood-Flair. Wie jedes Jahr erwarten die Zuschauer*­innen imposante Fotoshootings, anspruchsvolle Challenges und die ein oder andere Auseinandersetzung zwischen den Models. Zusätzlich sind diesmal zahlreiche Superstars zu Gast, darunter auch Demi Lovato, über deren Auftritt sich die queere Community schon jetzt besonders auf Social Media freut. Der Content Creator Konsi vom Schwuppenexpress bringt es so auf den Punkt: "Demi ist KRASS".

Während des Preview-Events herrschte eine ausgelassene Stimmung. Im Kinosaal wurden viele der neuen Kandidat*­innen bereits gefeiert, und es wurde eifrig darüber spekuliert, wer besonders gute Chancen haben könnte. Dem Publikum scheint es also gefallen zu haben, und alles andere würde wohl auch überraschen – schließlich steht GNTM für Entertainment, wie zuletzt auch die Bambi-Auszeichnung unterstrich. In diesem Sinne: Let Heidi entertain you!

"Germany's Next Topmodel" läuft ab dem 11. Februar 2026 immer mittwochs und donnerstags um 20:15 Uhr auf ProSieben.

-w-