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Erschreckende Zahlen
Dunkelfeldstudie: Queere Menschen häufiger von Gewalt betroffen als andere
Eine BKA-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass queere Menschen besonders häufig Opfer von Gewalt werden. Trotzdem will Schwarz-Rot anders als die Vorgängerregierung nichts dagegen tun.

(v.l.n.r.) BKA-Chef Holger Muench, Bundesfamilienministerin Karin Prien Bundesministerin und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt stellten den Bericht vor (Bild: IMAGO / BREUEL-BILD)
- 11. Februar 2026, 15:36h 2 Min.
Queere Menschen sind häufiger als andere Menschen von Gewalt betroffen. Das ist eines der Ergebnisse der am Dienstag vorgestellten Dunkelfeld-Studie "Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag (LeSuBiA)" des Bundeskriminalamts, die in Kooperation mit dem Bundesinnenministerium und dem Bundesfamilienministerium erstellt wurde (PDF). Die Erhebung basiert auf rund 15.000 repräsentativen Befragungen von Menschen zwischen 16 und 85 Jahren und untersucht Gewalterfahrungen inner- und außerhalb von Partnerschaften, unabhängig davon, ob sie angezeigt wurden oder nicht – also im sogenannten "Dunkelfeld". LeSuBiA ist die erste repräsentative Studie zu Gewalt gegen Frauen und Männer in Deutschland.
"Die Studie LeSuBiA zeigt auf Basis einer hohen Fallzahl, dass Zugehörige der LSBTIQ*-Gruppe bei allen hier untersuchen Gewaltformen eine höhere Gewaltbetroffenheit aufweisen als Personen, die der Gruppe nicht angehören", heißt es in dem Bericht. So berichteten etwa rund 20 Prozent der queeren Befragten von sexuellen Übergriffen – bei nichtqueeren Menschen waren es nur halb so viele. Auch innerhalb von Partnerschaften seien queere Menschen in allen abgefragten Bereichen – etwa emotionale oder ökonomische Gewalt – mehr betroffen als andere Menschen.

(Bild: BKA)
Insgesamt heißt es in der Studie, dass Frauen mehr von Gewalt betroffen seien als Männer. Weitere im Vergleich zur restlichen Bevölkerung besonders stark mit Gewalt konfrontierte Gruppen seien Personen mit Migrationshintergrund. Besonders erschreckend: Die meisten der Gewalttaten würden nicht angezeigt. Nur zwei Prozent der Frauen zeigten etwa sexuelle Belästigung an. Dabei berichtet jede zweite Person in Deutschland, schon einmal sexuell belästigt worden zu sein.
"Gewalt ist kein Randphänomen, sie betrifft Millionen Menschen in unserem Land", erklärte Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU). "Wir müssen Gewalt verhindern, bevor sie entsteht. Schuld und Scham liegen immer bei den Tätern, niemals bei den Betroffenen."
Bundesregierung stellte zuletzt Kampf gegen Queerfeindlichkeit ein
Allerdings baut die Bundesregierung derzeit den Schutz queerer Menschen ab: So wird der Aktionsplans gegen Queerfeindlichkeit nicht fortgesetzt (queer.de berichtete). Erst Ende Januar verteidigte Prien diesen Schritt kalt mit dem Argument, dass queere Themen nicht im Koalitionsvertrag stünden (queer.de berichtete). (cw)














