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  • 14. Februar 2026, 13:41h 2 Min.

Sarah Mullally wurde im vergangenen Oktober zur Erzbischöfin von Canterbury berufen (Bild: Roger Harris / wikipedia)

Die Church of England hat ihre internen Beratungen über die Einführung und liturgische Ausgestaltung eigenständiger Segensfeiern für queere Paare vorerst gestoppt. Die Generalsynode der anglikanischen Kirche beschloss am Donnerstag, die Arbeiten an dem Reformprozess "Living in Love and Faith" einzustellen.

Für das entsprechende Dokument stimmten 252 Mitglieder der Synode, 131 votierten dagegen, 21 enthielten sich. Das Gremium setzt sich aus Bischöfen, Klerus und Lai*­innen zusammen. Die Debatte soll künftig in neu zusammengesetzten Arbeitsgruppen weitergeführt werden.

Sarah Mullally, Erzbischöfin von Canterbury und damit geistliches Oberhaupt der Kirche, erklärte, der jahrelange Prozess habe "uns als Individuen und auch als Kirche verletzt zurückgelassen". Seit Jahren ringt die Church of England um den Umgang mit gleich­geschlechtlichen Partnerschaften und die Gleichstellung queerer Menschen. Im Rahmen von "Living in Love and Faith" hatten Arbeitsgruppen in den vergangenen drei Jahren nach einer Lösung gesucht, ob und in welcher Form eigenständige Segensfeiern möglich sein sollen. Ein Konsens wurde nicht erreicht.

Die Entscheidung löste teils emotionale Reaktionen aus. Der Londoner Priester Charlie Bączyk-Bell sprach von Enttäuschung und gebrochenen Erwartungen. Auch aus anderen Teilen der Kirche wurde Kritik laut. Die Priesterin Claire Robson aus Newcastle äußerte Zweifel, ob sie ihre Partnerin angesichts der aktuellen Entwicklung noch kirchlich heiraten könne.

Bereits 2023 hatte die Church of England beschlossen, dass Priester*innen innerhalb regulärer Gottesdienste Segensgebete für gleichgeschlechtliche Paare sprechen dürfen (queer.de berichtete). Eine kirchliche Trauung wie für heterosexuelle Paare wurde jedoch weiterhin ausgeschlossen. Offen blieb bislang auch, wie mit Geistlichen umgegangen werden soll, die eine gleichgeschlechtliche Zivilehe eingehen möchten.

Die Liberalisierung hatte innerhalb der weltweiten anglikanischen Gemeinschaft zu Spannungen geführt. Das konservative Netzwerk GAFCON (Global Anglican Future Conference) hatte sich bereits vor drei Jahren von der Mutterkirche distanziert. Ihm gehören vor allem anglikanische Provinzen in Afrika, Asien und Lateinamerika an, aber auch Gruppen in Europa und Nordamerika. (cw)

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