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Schauspielhaus Bochum
Nach homophober Tirade: Zuschauer greifen Schauspieler an
Bei der Premiere des Stücks "Catarina oder Von der Schönheit, Faschisten zu töten" am Schauspielhaus Bochum versuchten zwei männliche Theatergäste, Schauspieler Ole Lagerpusch von der Bühne zu zerren.

Auch im Theaterstück geht es nicht sehr friedlich zu: Carla Richardsen und Ole Lagerpusch in "Catarina oder Von der Schönheit, Faschisten zu töten" (Bild: Armin Smailovic)
- 18. Februar 2026, 02:33h 2 Min.
Bei einer Premiere am Schauspielhaus Bochum ist es zu Tumulten und einem tätlichen Angriff auf einen Schauspieler auf der Bühne gekommen. Mehrere Zuschauer*innen hatten zuvor bereits lautstark ihren Unmut über den gut zehnminütigen "Monolog eines Faschisten" geäußert, der zum Ende des Stücks "Catarina oder Von der Schönheit, Faschisten zu töten" kommt. Schließlich hätten zwei Theatergäste versucht, Schauspieler Ole Lagerpusch von der Bühne zu zerren, um den Monolog zu beenden, sagte ein Sprecher des Schauspielhauses. "Es wurde handgreiflich."
Der Zwischenfall ereignete sich bereits am Samstag bei der deutschsprachigen Erstaufführung des Stücks in Bochum. Mehrere Medien hatten berichtet.
Buhs und "Halt die Fresse"-Rufe

Hält einen Monolog, der nur schwer auszuhalten ist: Ole Lagerpusch als faschistischer Regierungschef (Bild: Armin Smailovic)
Das Stück des portugiesischen Autors Tiago Rodrigues sei bereits in einigen anderen Ländern gezeigt worden und habe auch dort teils heftige Reaktionen von Zuschauer*innen provoziert. "Aber es ist noch nie vorgekommen, dass Zuschauer den Schauspieler tatsächlich körperlich angegangen sind", sagte der Sprecher des Schauspielhauses.
In dem Schlussmonolog hält ein faschistischer Regierungschef eine Rede, die immer radikaler wird, Homophobie, Rassismus und Frauenfeindlichkeit bedient. Aus dem Publikum habe es Buh-Rufe gegeben. "Doch der Faschist gibt nicht klein bei, er redet und redet, so lange, bis ein Pfeifkonzert durch den Saal hallt. 'Halt die Fresse', ruft einer, während ein anderer Besucher entgegnet: 'Das gehört zum Spiel dazu, du Idiot'", berichtet die "WAZ" von der Premiere.
Der Schauspieler blieb unverletzt
Schließlich seien zwei männliche Theatergäste auf die Bühne gestürmt und seien den Schauspieler körperlich angegangen, sagte der Sprecher des Schauspielhauses. Ein Kollege sei ihm zu Hilfe gekommen und habe die Situation vorerst klären können. Der Schauspieler sei nicht verletzt worden, auch die Polizei sei nicht eingeschaltet worden.
In einem Statement verteidigte das Theater die Inszenierung: "Das Schauspielhaus Bochum versteht sich als Ort der künstlerischen Auseinandersetzung, an dem kontroverse Themen und ästhetische Zumutungen verhandelt werden". Dass ein Schauspieler "in Ausübung seiner künstlerischen Arbeit körperliche Angriffe erfahren musste, hat uns zutiefst erschreckt, wir erachten diese Übergriffigkeit als vollkommen inakzeptabel". (cw/dpa)
Links zum Thema:
» Mehr Infos zum Theaterstück auf der Homepage des Schauspielhauses Bochum
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