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Szene-Studie

"Global LGBT+ Community Index 2026": Köln auf Platz zwei

Urbanität allein schützt queere Menschen nicht vor Einsamkeit. Das zeigt der neue "Global LGBT+ Community Index 2026". Die beste soziale Vernetzung bietet demnach die US-Metropole San Francisco – Budapest bildet das Schlusslicht.


Weltweit auf Platz zwei: Im "Global LGBT+ Community Index 2026" schneidet Köln besonders stark im Bereich Pride-Veranstaltungen ab (Bild: IMAGO / Panama Pictures)
  • 18. Februar 2026, 07:26h 3 Min.

Große Städte gelten oft als Orte der Freiheit und Vielfalt. Doch Urbanität allein schützt queere Menschen nicht vor Einsamkeit. Das zeigt der neue "Global LGBT+ Community Index 2026", der erstmals untersucht, wie lebendig, sicher und sozial vernetzt queere Communitys weltweit tatsächlich sind.

Die Studie analysiert nach eigenen Angaben Faktoren wie die Anzahl von queeren Bars, regelmäßig stattfindenden Partys, Gay-Saunen, Pride-Veranstaltungen und Jugendzentren sowie die rechtliche Situation auf Basis von Equaldex-Daten. Alle Werte wurden ins Verhältnis zur Bevölkerungszahl gesetzt und auf einer Skala von null bis zehn bewertet. Die maximale Gesamtpunktzahl beträgt 60 Punkte. Ein hoher Wert steht demnach für starke soziale Vernetzung und ein geringes Einsamkeitsrisiko.

San Francisco ist beste Stadt für queere Menschen

Angeführt wird das Ranking von San Francisco. Die US-Stadt verbindet historische Bedeutung für die queere Bewegung mit einer hohen Dichte an Treffpunkten und Veranstaltungen. Community-Orte seien vielfach fußläufig erreichbar und generationsübergreifend etabliert, heißt es in der Auswertung.

Auf Platz zwei folgt Köln. Besonders stark schneidet die rheinische Metropole im Bereich Pride-Veranstaltungen ab. Sichtbarkeit und Beteiligung seien dort fest im Stadtbild verankert. Bereits in früheren Untersuchungen zur Einsamkeit habe Köln vergleichsweise gut abgeschnitten.

Auch kleinere Städte wie Brighton und Zürich erreichen Spitzenwerte. Entscheidend seien hier spezialisierte Angebote, starke Jugendstrukturen und eine gute Erreichbarkeit von Treffpunkten. Die Studie kommt zu dem Schluss: Qualität und Zugänglichkeit wiegen schwerer als reine Größe.

London und New York City im unteren Drittel

Am unteren Ende des Rankings steht Budapest. Dort treffe eine geringe soziale Infrastruktur auf eine zunehmend restriktive politische Lage. Überraschend ist laut Studie auch die Platzierung von London und New York City im unteren Drittel. Zwar gebe es dort zahlreiche Angebote, pro Kopf gerechnet seien diese jedoch weniger dicht. Hohe Lebenshaltungskosten, lange Wege und fragmentierte Szenen erschwerten nachhaltige soziale Vernetzung.

In einzelnen Kategorien zeigen sich deutliche Unterschiede: Bei Bars und Partys liegt San Francisco vorn, während Zürich im Bereich Badehäuser Spitzenwerte erzielt. Köln gilt als unangefochtener Spitzenreiter bei Pride-Events. Bei Jugendzentren schneiden Zürich und Brighton besonders gut ab. In der Kategorie Rechte erreichen Barcelona und Madrid Höchstwerte; auch deutsche Städte liegen hier weit vorn.

Europa vor Nordamerika

Regional betrachtet liegt Europa mit durchschnittlich 19,0 Punkten vor Nordamerika mit 16,3 Punkten. Während Europa laut Studie von einer stabilen Kombination aus rechtlicher Absicherung und sozialer Infrastruktur profitiert, zeigen sich in Nordamerika größere Unterschiede zwischen stark vernetzten und vergleichsweise isolierenden Metropolen.

Der von housedoll.com veröffentlichte Index versteht sich sowohl als Orientierungshilfe für queere Menschen bei der Wahl eines Lebensmittelpunkts als auch als Signal an Städte. Einsamkeit sei häufig nicht individuelles Versagen, sondern Ergebnis struktureller Bedingungen, heißt es. Queeres Leben gedeihe dort besonders, wo es nicht nur toleriert, sondern aktiv ermöglicht werde. (cw)

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