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Manga

Der bisexuelle Autor und sein junger, pflichtbewusster Lektor

Mit "Sein geheimes Lächeln: Verliebt in einen Schriftsteller" legt die japanische Mangaka Nayuta Nago ein weiteres Kapitel ihres Universums rund um komplizierte Männerbeziehungen vor.


Zeichnerisch bleibt Nago ihrem Stil treu: klare Linien, expressive Gesichter und ein Gespür für intime Alltagsmomente
  • 20. Februar 2026, 09:20h 2 Min.

Mit "Sein geheimes Lächeln: Verliebt in einen Schriftsteller" legt die japanische Mangaka Nayuta Nago ein weiteres Kapitel ihres Universums rund um komplizierte Männerbeziehungen vor. Der Band erscheint bei Hayabusa und versteht sich als Spin-off zu "Sein geheimes Lächeln: Verliebt in einen Gärtner" – funktioniert aber auch eigenständig.

Im Mittelpunkt steht Akihiko, ein bisexueller Schriftsteller, der Beziehungen eher locker nimmt und seine Unabhängigkeit schätzt. Ihm gegenüber steht Aiichirou, ein junger, ausgesprochen pflichtbewusster Lektor, der Akihiko schon lange für dessen literarisches Talent bewundert. Was zunächst nach einer klassischen Konstellation aus Genie und organisiertem Gegenpol klingt, entwickelt schnell eine eigene Dynamik: Bewunderung trifft auf Ernüchterung, Idealbild auf Realität.


"Sein geheimes Lächeln: Verliebt in einen Schriftsteller" ist im Carlsen Verlag erschienen

Der zentrale Konflikt entfaltet sich, als Aiichirou seinen Autor mit einem anderen Mann im Bett überrascht. Spätestens hier prallen nicht nur unterschiedliche Lebensstile, sondern auch Erwartungen an Nähe, Exklusivität und Verantwortung aufeinander. Während Akihiko seine sexuelle und emotionale Freiheit selbstverständlich lebt, muss Aiichirou erst lernen, mit dieser Offenheit umzugehen – und hinterfragen, was er selbst eigentlich will.

Dabei bewegt sich der Manga im typischen Boys-Love-Rahmen, setzt aber weniger auf Skandal oder reine Erotik als auf die emotionale Entwicklung der Figuren. Explizite Szenen sind vorhanden, stehen jedoch nicht im Vordergrund. Stattdessen nimmt sich Nayuta Nago Zeit für leise Momente: unsichere Blicke, unausgesprochene Eifersucht, verletzte Erwartungen. Gerade darin liegt die Stärke der Geschichte.

Zeichnerisch bleibt Nago ihrem Stil treu: klare Linien, expressive Gesichter und ein Gespür für intime Alltagsmomente. Die Settings – Redaktionsbüro, Wohnung, Schreibtisch voller Manuskriptseiten – unterstreichen das Thema kreativer Arbeit und emotionaler Abhängigkeiten.

"Verliebt in einen Schriftsteller" (Amazon-Affiliate-Link ) ist damit kein lauter, dramatischer Boys-Love-Titel, sondern eine Geschichte über Projektionen, Machtgefälle im Arbeitskontext und das langsame Aushandeln von Gefühlen. Wer an differenzierten Beziehungsstudien im Manga-Format interessiert ist, findet hier einen Band, der mehr über Erwartungen und Selbstbilder erzählt als über große romantische Gesten. (dd/pm)

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