https://queer.de/?56943
Fußball
ESPN: Prestianni will Gegner nicht rassistisch, sondern homophob beleidigt haben
Nach dem Rassismus-Eklat beim Champions-League-Spiel zwischen Benfica Lissabon und Real Madrid soll Gianluca Prestianni laut einem Medienbericht bereits gegenüber der UEFA ausgesagt haben.

Vinícius Júnior (l.) wirft Gianluca Prestianni vor, ihn rassistisch beleidigt zu haben (Bild: IMAGO / ZUMA Press Wire)
- 21. Februar 2026, 11:48h 3 Min.
Der US-Sportsender ESPN berichtet, Benfica-Spieler Gianluca Prestianni habe bereits in den Ermittlungen der UEFA zu den Rassismus-Vorwürfen gegen ihn ausgesagt. Am Dienstagabend war es in Lissabon beim Champions-League-Spiel zwischen Benfica Lissabon und Real Madrid zum Eklat gekommen, als sich der brasilianische Real-Star Vinícius Júnior beim Schiedsrichter beschwerte, Prestianni habe ihn als "Affe" bezeichnet.
Bei der verbalen Auseinandersetzung hatte sich der Argentinier das Trikot über Mund und Nase gezogen. ESPN berichtet nun unter Bezug auf ungenannte Quellen, Prestianni habe gegenüber der UEFA angegeben, er habe den spanischen schwulenfeindlichen Begriff "m------" benutzt und nicht "mono" gesagt, das spanische Wort für Affe. ESPN hatte den ersten Begriff nicht ausgeschrieben, bei dem es sich wohl um "maricón" (Schwuchtel) handelt.
Goal.com berichtet, dass inzwischen Aufnahmen aus einem früheren Zeitpunkt der Auseinandersetzung aufgetaucht seien, die zeigten, wie Prestianni gegenüber Vinícius die schwulenfeindliche Beleidigung nutze, ohne sich in diesem Fall den Mund zu bedecken.
Prestianni bestreitet Rassismus-Vorwurf
Zu der Auseinandersetzung war es in dem Playoff-Hinspiel, dessen Rückspiel am Mittwoch folgt, nach einem exzentrischen Jubel von Vinícius Junior nach dessen Tor zum 1:0-Sieg gekommen. Schiedsrichter François Letexier aus Frankreich hatte die Partie im Estádio da Luz für mehrere Minuten unterbrochen. Mit gekreuzten Armen hatte er angezeigt, das Anti-Rassismus-Protokoll der UEFA anzuwenden.
Prestianni bestritt nach dem Spiel rassistische Äußerungen und erklärte in einer Stellungnahme: "Ich möchte klarstellen, dass ich Vini Jr. zu keinem Zeitpunkt rassistisch beleidigt habe. Er hat das Gehörte leider falsch verstanden. Ich war nie rassistisch gegenüber irgendjemandem und bedauere die Drohungen, die ich von Spielern von Real Madrid erhalten habe."
In einer eigenen Stellungnahme bezeichnete Vinícius Junior Prestianni als "Feigling". Sein französischer Mitspieler Kylian Mbappe hatte angegeben, er habe gehört, wie Prestianni den rassistischen Begriff fünf Mal genutzt habe. Mbappe forderte, dass dieser nie wieder in der Champions League spielen dürfe. Real Madrid hatte am Donnerstag von "inakzeptablen Vorfällen von Rassismus" gesprochen und betont, man habe der UEFA ein Dossier mit "allen erhältlichen Beweisen" zugestellt.
Lange Sperre droht
Artikel 14 der UEFA-Disziplinatstatuten kann sowohl rassistische als auch schwulenfeindliche Beleidigungen ahnen: "Wer (…) eine Person oder eine Gruppe von Personen in jeglicher Form u.a. wegen ihrer Hautfarbe, Rasse, Religion, ethnischen Abstammung, ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung in einer gegen die Menschenwürde verstoßenden Weise herabsetzt oder diskriminiert, wird für mindestens zehn Spiele oder auf bestimmte Zeit gesperrt oder anderweitig in angemessener Weise bestraft." Auch der Verein kann sanktioniert werden. (cw/dpa)














